Gesundheit & Pflege

Häufige Ohrenerkrankung: Das Blutohr beim Hund

Ein Blutohr beim Hund entsteht meist durch heftiges Kopfschütteln bei Ohrentzündungen. Die Behandlung kostet 50–400 Euro und heilt bei rechtzeitiger Punktion innerhalb von 1–2 Wochen ab.

3 Min Lesezeit
Häufige Ohrenerkrankung: Das Blutohr beim Hund
Inhalt
  1. Wie entsteht ein Blutohr beim Hund?
  2. Woran erkenne ich ein Blutohr?
  3. Was kostet die Behandlung?
  4. Wie lange dauert die Heilung?
  5. Wann muss ich sofort zum Tierarzt?

Dein Hund kratzt sich plötzlich andauernd am Ohr und schüttelt den Kopf? Das Ohr ist geschwollen und fühlt sich warm an? Du siehst möglicherweise ein Blutohr – ein Hämatom, bei dem sich Blut zwischen Ohrknorpel und Haut sammelt.

Wie entsteht ein Blutohr beim Hund?

Ein Blutohr entwickelt sich durch Verletzungen der feinen Blutgefäße in der Ohrmuschel. Das passiert meist durch heftiges Kopfschütteln bei Ohrentzündungen, Kratzen mit den Krallen oder Bisse anderer Tiere.

Besonders anfällig sind Hunde mit Schlappohren wie Labrador oder Cocker Spaniel – ihre Ohren haben weniger Luftzirkulation und neigen zu Entzündungen. Diese Entzündungen jucken. Der Hund kratzt und schüttelt. Die Blutgefäße reißen.

Manchmal löst auch ein Fremdkörper im Ohr das heftige Schütteln aus. Oder eine Allergie macht die Ohren so juckend, dass der Hund sich blutig kratzt.

Woran erkenne ich ein Blutohr?

Ein Blutohr erkennst du an einer prallen, warmen Schwellung der Ohrmuschel. Die Schwellung fühlt sich wie ein mit Flüssigkeit gefüllter Ballon an.

Dein Hund zeigt diese Anzeichen:

  • Häufiges Kratzen am betroffenen Ohr
  • Kopfschütteln oder Kopfschiefhaltung
  • Das Ohr hängt anders als sonst
  • Berührungsempfindlichkeit am Ohr

Bei hellhäutigen Hunden siehst du eine rötliche Verfärbung durch das angestaute Blut. Bei dunkelhäutigen Hunden ist die Schwellung das deutlichste Merkmal.

Was kostet die Behandlung?

Eine einfache Punktion kostet zwischen 50 und 80 Euro. Bei wiederholten Hämatomen oder komplizierteren Fällen können die Kosten auf 200 bis 400 Euro steigen – inklusive Narkose, Operation und Nachbehandlung.

Der Tierarzt punktiert das Hämatom meist ambulant. Er sticht mit einer Kanüle hinein und lässt das Blut ab. Danach bekommt dein Hund oft eine Kortison-Spritze, damit sich das Hämatom nicht sofort wieder bildet.

Bei Rückfällen näht der Tierarzt die Ohrmuschel manchmal an mehreren Stellen zusammen. Das verhindert, dass sich erneut Blut sammelt.

Wie lange dauert die Heilung?

Nach einer erfolgreichen Punktion schwillt das Ohr innerhalb von 3–5 Tagen merklich ab. Die vollständige Heilung dauert 1–2 Wochen.

Ohne Behandlung kann das Blutohr wochenlang bestehen bleiben. Der Ohrknorpel verformt sich dann dauerhaft – das sogenannte „Blumenkohlohr“ entsteht.

Die Grunderkrankung, die zum Kopfschütteln geführt hat, muss parallel behandelt werden. Sonst bildet sich das Hämatom immer wieder neu.

Wann muss ich sofort zum Tierarzt?

Fahre noch am selben Tag zum Tierarzt, wenn du eine pralle Schwellung am Ohr bemerkst. Je früher die Behandlung, desto besser die Prognose.

Besonders dringlich wird es, wenn dein Hund das Ohr nicht mehr berühren lässt oder deutliche Schmerzen zeigt. Ein unbehandeltes Blutohr kann sich entzünden.

Lass auch harmlos wirkende Ohrentzündungen behandeln. Sie sind der häufigste Auslöser für Blutohren.

Kann ein Blutohr von selbst heilen?

Ein kleines Hämatom kann theoretisch von selbst verschwinden. Das dauert aber Wochen und hinterlässt meist eine Verformung des Ohrs. Die professionelle Behandlung ist deutlich schonender.

Bildet sich ein Blutohr immer wieder?

Das hängt von der Ursache ab. Wird die Grunderkrankung (meist eine Ohrentzündung) nicht behandelt, kehrt das Hämatom zurück. Nach erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung ist ein Rückfall unwahrscheinlich.

Ist ein Blutohr ansteckend?

Nein, das Hämatom selbst ist nicht ansteckend. Falls aber eine bakterielle Ohrentzündung die Ursache war, kann diese auf andere Tiere übertragen werden – durch direkten Kontakt oder gemeinsam genutzte Gegenstände.

Können beide Ohren gleichzeitig betroffen sein?

Ja, bei systemischen Erkrankungen oder beidseitigen Ohrentzündungen können beide Ohren ein Hämatom entwickeln. Das ist aber seltener als ein einseitiges Blutohr.

Hilft Kühlung bei einem frischen Blutohr?

Kühlung kann in den ersten Stunden die Schwellung begrenzen. Wickle dazu ein Kühlpack in ein Handtuch und halte es maximal 10 Minuten an das Ohr. Aber: Der Tierarztbesuch bleibt trotzdem nötig.