Dysplasie
Dysplasie ist eine angeborene Fehlbildung der Gelenke beim Hund, bei der Gelenkpfanne und Gelenkkopf nicht korrekt zusammenpassen.
Inhalt
Was ist Dysplasie beim Hund genau?
Dysplasie ist eine angeborene Fehlbildung der Gelenke – meist Hüfte (HD) oder Ellbogen (ED). Das Gelenk passt nicht richtig zusammen, weil Gelenkpfanne und Gelenkkopf unterschiedlich schnell wachsen.
Bei der Hüftdysplasie sitzt der Oberschenkelkopf locker in der zu flachen Hüftpfanne. Jeder Schritt reibt. Bei der Ellbogendysplasie passen die drei Knochen des Ellbogengelenks nicht korrekt aufeinander.
Welche Hunde bekommen häufiger Dysplasie?
Große Rassen trifft es öfter: 19% aller Deutschen Schäferhunde haben HD-Grade C bis E. Bei Golden Retrievern sind es 16%, bei Rottweiler 20%.
Kleine Hunde entwickeln seltener HD, dafür häufiger ED. Französische Bulldoggen zeigen in 12% der Fälle Ellbogendysplasie.
Rüden erkranken etwas öfter als Hündinnen – der Größenunterschied während des Wachstums macht sich bemerkbar.
Woran erkenne ich Dysplasie beim Welpen?
Frühe Anzeichen zeigen sich ab dem 4. Monat: Der Welpe humpelt nach dem Aufstehen, läuft „schaukelnd“ oder verweigert Treppen.
Ein typisches Zeichen ist der „Hasenhoppel-Gang“ – beide Hinterbeine bewegen sich gleichzeitig, statt im Wechsel. Betroffene Welpen setzen sich häufig schief hin.
Röntgen ist erst ab 12 Monaten aussagekräftig. Vorher zeigt nur das Verhalten, ob etwas nicht stimmt.
Was kostet die Behandlung von Dysplasie?
Die Erstdiagnose mit Röntgen unter Narkose kostet 200-400 Euro. Konservative Behandlung mit Schmerzmitteln und Physiotherapie schlägt mit 80-150 Euro monatlich zu Buche.
Operative Eingriffe sind teurer: Eine Hüft-TEP (künstliches Hüftgelenk) kostet 2.500-4.500 Euro pro Seite. Die Dreifach-Beckenosteotomie beim Junghund liegt bei 1.800-3.200 Euro.
Physiotherapie allein kostet 45-65 Euro pro Sitzung. Bei regelmäßiger Anwendung summiert sich das über Jahre.
Kann man Dysplasie verhindern?
Völlig verhindern lässt sich genetische Dysplasie nicht – du kannst nur das Risiko senken.
Welpen aus Linien mit HD-A/B-Eltern haben 85% weniger Dysplasie-Risiko als solche aus HD-C/D-Verpaarungen. Seriöse Züchter zeigen die Röntgenergebnisse der Elterntiere.
Übergewicht im Wachstum verdoppelt das Dysplasie-Risiko. Ein 5 Monate alter Labrador-Welpe sollte nicht mehr als 20 kg wiegen.
Extreme Belastung schadet: Stundenlange Fahrradtouren oder Jogging-Runden sind für unter 18 Monate alte Hunde Gift für die Gelenke.
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