Tierschutz

Ein Starkes Zeichen gegen den Tierhandel: Die Schweizer Tierschutz Meldestelle

Der Schweizer Tierschutz STS hat eine Meldestelle für verdächtigen Tierhandel eingerichtet. So erkennst du unseriöse Welpenhändler und hilfst anderen Tieren.

2 Min Lesezeit
Ein Starkes Zeichen gegen den Tierhandel: Die Schweizer Tierschutz Meldestelle
Inhalt
  1. Wann sollte ich der STS-Meldestelle einen Fall melden?
  2. Wie erkenne ich unseriöse Tierhändler?
  3. Was passiert nach meiner Meldung?
  4. Bin ich auf einen Welpenhändler hereingefallen – was nun?
  5. Warum ist Welpenhandel so problematisch?

Du hast ein Hunde-Inserat gesehen, das dir merkwürdig vorkommt? Oder zweifelst nach dem Welpenkauf an der Seriosität des Verkäufers? Der Schweizer Tierschutz STS hat eine Meldestelle für Tierhandel eingerichtet – und deine Beobachtung kann anderen Tieren helfen.

Wann sollte ich der STS-Meldestelle einen Fall melden?

Eine Meldung lohnt sich bei jedem Verdacht auf unseriösen Tierhandel. Konkret: Welpen-Inserate ohne plausible Adresse, „Hobbyzuchten“ mit verdächtig vielen Würfen oder Adoptionsangebote, bei denen du den Hund direkt nach seiner Ankunft aus Rumänien abholen sollst.

Auch wenn dein gekaufter Welpe gesund ist, die Umstände aber seltsam waren – melde es. Der STS sammelt solche Hinweise, um Muster im illegalen Tierhandel zu erkennen.

Wie erkenne ich unseriöse Tierhändler?

Welpenhändler gehen heute geschickter vor als früher. Folgende Warnzeichen sollten dich stutzig machen:

  • Adresse überprüfen: Eine „Zucht“ mitten in der Zürcher Innenstadt existiert nicht
  • Extremzuchten: Pomsky, Mini-Aussies oder Merle-Färbungen entstehen selten in seriösen Zuchten
  • Vage Herkunftsangaben: „Die Welpen sind gerade bei Bekannten im Ausland in den Ferien“
  • Kein Verband: Seriöse Züchter sind meist in anerkannten Verbänden organisiert
  • Preisextreme: 500 Franken für einen Rassewelpen ist genauso verdächtig wie 3000 Franken für einen Pomeranian

Was passiert nach meiner Meldung?

Das STS-Expertenteam bewertet jeden Fall und antwortet dir innerhalb einer Woche per E-Mail oder Telefon. Nicht jeder Fall führt zu direkten Massnahmen – aber jede Meldung wird in einer Datenbank erfasst.

Mit der Zeit lassen sich so Wiederholungstäter identifizieren und spätere Fälle schneller einordnen. Deine Meldung wird vertraulich behandelt.

Bin ich auf einen Welpenhändler hereingefallen – was nun?

Das passiert auch erfahrenen Tierschutz-Fachleuten. Hier ist, was du jetzt tun kannst:

Sofort: Lass deinen Welpen tierärztlich untersuchen, auch wenn er gesund aussieht. Sichere alle Dokumente – Heimtierausweis, WhatsApp-Verlauf, Screenshots der Anzeige.

Dann: Kontaktiere den STS (Tel. 061 365 99 99) und prüfe, ob eine Strafanzeige sinnvoll ist. Notiere alle Auffälligkeiten: Personen vor Ort, Autokennzeichen, Übergabeort.

Warum ist Welpenhandel so problematisch?

Mit jedem gekauften Welpen finanzierst du das System mit. In den Vermehrungsstationen leiden nicht nur die verkauften Welpen – sondern vor allem die Mutterhündinnen, die dauerhaft gedeckt werden.

Die Welpen werden zu früh von der Mutter getrennt, haben oft ein schwaches Immunsystem und zeigen später Verhaltensprobleme. Der Transport aus Osteuropa ist eine zusätzliche Belastung.

Häufige Fragen zur STS-Meldestelle

Kann ich auch anonyme Meldungen machen?

Ja, das Online-Formular ermöglicht anonyme Meldungen. Für Rückfragen ist es aber hilfreich, wenn du Kontaktdaten hinterlässt.

Was ist der Unterschied zu seriösem Auslandstierschutz?

Seriöse Organisationen ermöglichen ein persönliches Kennenlernen vor der Adoption und haben transparente Projekte vor Ort. Bei zweifelhaften Anbietern holst du den Hund direkt nach seiner Ankunft ab – ohne Kennenlernen.

Wann sollte ich direkt die Polizei rufen?

Bei akuten Notfällen – Misshandlung oder Aussetzung von Tieren – sofort die 117 wählen. Die STS-Meldestelle ist für Verdachtsfälle und Präventionsarbeit da.