Haltung & Alltag

Die Petnow-App – Revolutionäre Technologie für die Sicherheit deiner Haustiere

Die Petnow-App erkennt Hunde am Nasenabdruck und Katzen am Gesicht. Praktische Ergänzung zum Mikrochip oder risikoreiche Datenschutz-Falle?

3 Min Lesezeit
Die Petnow-App – Revolutionäre Technologie für die Sicherheit deiner Haustiere
Inhalt
  1. Wie erkennt die App meinen Hund am Nasenabdruck?
  2. Was passiert wenn mein Hund entläuft?
  3. Welche Datenschutz-Risiken gibt es?
  4. Ersetzt die App den Mikrochip komplett?
  5. Was kostet die Nutzung?

Dein Hund läuft weg, das Halsband ist ab – und trotzdem soll ihn jeder mit dem Smartphone identifizieren können. Die Petnow-App verspricht genau das: biometrische Erkennung über den Nasenabdruck bei Hunden und Gesichtsmerkmale bei Katzen. Aber funktioniert das wirklich so zuverlässig wie ein Mikrochip?

Wie erkennt die App meinen Hund am Nasenabdruck?

Die App fotografiert die Nase deines Hundes und erstellt daraus einen digitalen „Fingerabdruck“. Jede Hundenase hat ein einzigartiges Muster aus Furchen und Erhebungen – ähnlich wie menschliche Fingerabdrücke. Bei Katzen analysiert das System die Gesichtsgeometrie.

Du hältst dein Smartphone vor das Tier, die KI erfasst die Merkmale automatisch. Das Unternehmen gibt eine Erkennungsgenauigkeit von 98–99 % an – allerdings ohne öffentlich verfügbare Studien dazu. Die Registrierung dauert wenige Minuten, danach ist dein Tier in der Cloud-Datenbank gespeichert.

Was passiert wenn mein Hund entläuft?

Andere App-Nutzer können deinen Hund scannen und dich direkt kontaktieren. Das funktioniert aber nur, wenn jemand die App installiert hat und den Hund auch wirklich scannt. In ländlichen Gebieten oder wenn dein Hund scheu ist, kann das zum Problem werden.

Der Mikrochip funktioniert anders: Jeder Tierarzt und jedes Tierheim kann ihn auslesen – auch ohne spezielle App. Dafür wird allerdings ein Scanner benötigt und jemand, der gezielt danach sucht.

Welche Datenschutz-Risiken gibt es?

Deine Tierdaten landen auf Servern eines koreanischen Unternehmens. Wer Zugriff darauf hat und wie lange die Daten gespeichert werden, ist in den Nutzungsbedingungen nicht vollständig geklärt. Beim Mikrochip verbleiben deine Daten bei der nationalen Registrierungsstelle.

Ein weiterer Punkt: Je nach Ausgestaltung der App könnten Bewegungsprofile entstehen – also Aufzeichnungen darüber, wann und wo sich dein Hund aufhält. Bei einem passiven Mikrochip ist das technisch nicht möglich.

Ersetzt die App den Mikrochip komplett?

Nein. Die App funktioniert nur mit aktiver Nutzerbasis und Internetverbindung. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Mikrochip teilweise gesetzlich vorgeschrieben – etwa für Reisen ins Ausland oder in bestimmten Bundesländern generell.

Meiner Einschätzung nach ergänzen sich beide Systeme eher: Der Mikrochip als rechtlich anerkannte Grundausstattung, die App als zusätzliche Chance für schnelle Fundmeldungen in der Nachbarschaft.

Was kostet die Nutzung?

Die Grundfunktionen sind kostenlos. Für erweiterte Features wie GPS-Tracking oder Premium-Suchfunktionen werden kostenpflichtige Abos angeboten. Die genauen Preise variieren je nach Land.

Funktioniert die Nasen-Erkennung bei jedem Hund?

Nicht bei allen. Hunde mit sehr flacher Nase oder mit Narben können Schwierigkeiten bereiten. Bei Welpen verändert sich die Nasenstruktur noch – eine erneute Registrierung kann dann nötig werden.

Kann ich mein Tier auch ohne Internet wiederfinden?

Nein, die App benötigt eine Internetverbindung zur Datenbank. Offline steht nur die lokale Erkennung bereits gespeicherter Tiere zur Verfügung.

Arbeiten Tierheime mit der App?

Einzelne Tierheime testen die Technologie, aber der Mikrochip-Scanner bleibt Standard. Die meisten Fundtiere werden nach wie vor über den Chip identifiziert.

Ist die App in der Schweiz und Österreich verfügbar?

Ja, Petnow ist im gesamten deutschsprachigen Raum nutzbar. Die Netzwerkdichte ist aber regional sehr unterschiedlich.

Was passiert wenn die Firma die App einstellt?

Dann sind alle gespeicherten Daten weg. Anders als bei der Mikrochip-Registrierung existiert keine staatliche Garantie für den langfristigen Betrieb.