Buchempfehlung: Liebst du mich auch?: Die Gefühlswelt bei Hund und Mensch
Patricia McConnells Buch erklärt die Emotionen von Hunden wissenschaftlich fundiert. Mit konkreten Übungen zur besseren Mensch-Hund-Kommunikation.
Inhalt
Du fragst dich manchmal, was in deinem Hund vorgeht, wenn er dich anschaut? Patricia McConnells Liebst du mich auch?: Die Gefühlswelt bei Hund und Mensch geht dieser Frage auf 472 Seiten nach – mit überraschenden Antworten.
Können Hunde wirklich lieben?
Ja, aber anders als Menschen. McConnell belegt das mit Oxytocin-Studien: Wenn Hunde ihre Bezugsperson ansehen, steigt bei beiden das «Kuschelhormon». Das passiert sonst nur zwischen Müttern und Babys.
Hunde entwickeln Bindungen, die neurologisch der Mutterliebe ähneln. Nicht romantische Liebe, sondern eine tiefe, bedingungslose Verbundenheit.
Welche Gefühle haben Hunde tatsächlich?
Freude, Angst, Eifersucht – definitiv. Aber Scham? McConnell räumt mit dem Mythos auf, dass der «schuldige Hundeblick» echte Reue zeigt. Der Hund liest unsere Körpersprache und reagiert darauf, ohne das eigene Verhalten moralisch zu bewerten.
Bei komplexeren Emotionen wird es anspruchsvoller. Können Hunde trauern? Das Buch beschreibt Fälle von Hunden, die nach dem Verlust eines Partnertiers wochenlang das Futter verweigerten. Klinische Depression oder erlerntes Verhalten? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen.
Was macht die Kommunikation zwischen Mensch und Hund so fehleranfällig?
Wir interpretieren Hundeverhalten menschlich – ein klassischer Fehler. McConnell erklärt das am Beispiel des Schwanzwedelns: Ein steif gehaltener, schnell wedelnder Schwanz signalisiert oft Anspannung, nicht Freude.
Das Buch enthält konkrete Übungen zur besseren Kommunikation. Eine davon: Eine Woche lang nur auf die Körpersprache deines Hundes achten, ohne zu sprechen. So nimmst du Details wahr, die dir sonst entgehen.
Lohnt sich das Buch für erfahrene Hundehalter?
Ja, auch wer seit Jahren mit Hunden lebt, findet neue Perspektiven. McConnell verbindet Verhaltensforschung mit persönlichen Erfahrungen als Tierpsychologin – das hält komplexe Inhalte greifbar.
Ein Kritikpunkt: Manche wissenschaftlichen Exkurse ziehen sich. Die praktischen Beispiele wiegen das jedoch auf.
Verstehen Hunde menschliche Emotionen?
Ja, aber sie lesen hauptsächlich nonverbale Signale. Der Hund erkennt Trauer, Stress oder Freude an Körpersprache und Stimmung – nicht am Inhalt unserer Worte.
Wie zeigen Hunde ihre Zuneigung?
Durch Nähe suchen, Blickkontakt halten und entspannte Körperhaltung. Lecken ist oft ein Zeichen von Stress, nicht von Liebe.
Was ist das «Liebeshormon» bei Hunden?
Oxytocin wird freigesetzt, wenn der Hund seine Bezugsperson ansieht oder berührt. Derselbe Mechanismus wie bei menschlichen Bindungen.
Herausgeber: Kynos
Erscheinungsdatum: 25. Februar 2020
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 472
ISBN-10: 3954642271
ISBN-13: 978-3954642274