Training & Erziehung

Buchempfehlung: „DOGS Hundeführerschein: Mit Frage-Antwort-Katalog“

Martin Rütters DOGS Hundeführerschein-Buch im Test: 200 Prüfungsfragen, aber oberflächliche Trainingstipps. Welche Alternativen sind besser?

2 Min Lesezeit
Buchempfehlung: „DOGS Hundeführerschein: Mit Frage-Antwort-Katalog“
Inhalt
  1. Was steht wirklich im DOGS Hundeführerschein-Buch?
  2. Wie praxistauglich sind die Trainingstipps?
  3. Welche Alternativen gibt es zum DOGS Hundeführerschein-Buch?
  4. Wann lohnt sich Rütters Hundeführerschein-Buch?

Du überlegst, dir Martin Rütters „DOGS Hundeführerschein“ zu kaufen? Das Buch verspricht Prüfungsvorbereitung plus Alltagshilfe. Nach dem Durcharbeiten kann ich sagen: Es erfüllt die Grundanforderungen, hat aber deutliche Schwächen.

Was steht wirklich im DOGS Hundeführerschein-Buch?

Der Kern sind 200 Fragen im Multiple-Choice-Format. Typische Fragen: „Wie lange sollte ein Welpe täglich spazieren gehen?“ oder „Was bedeutet Ressourcenverteidigung beim Hund?“. Die Antworten sind kurz und sachlich – oft zu kurz.

Das Problem: Rütter erklärt das „Warum“ kaum. Bei der Frage zur Welpenerziehung steht die richtige Antwort, aber nicht, warum zu viel Bewegung schadet oder woran du erkennst, wann dein Welpe müde wird.

Wie praxistauglich sind die Trainingstipps?

Die 50 Seiten Trainingsgrundlagen sind oberflächlich. Zur Leinenführigkeit schreibt Rütter: „Bleiben Sie stehen, wenn der Hund zieht.“ Das weiss jeder Hundehalter. Wie du aber mit einem 40-Kilo-Rüden umgehst, der trotzdem weiterzieht – dazu schweigt das Buch.

Positiv: Die Kapitel zu Körpersprache und Beschwichtigungssignalen sind fundiert. Rütter erklärt verständlich, wann ein Hund gestresst ist. Die 20 Seiten rechtfertigen allerdings nicht den Kaufpreis von 17 Euro.

Welche Alternativen gibt es zum DOGS Hundeführerschein-Buch?

Für die reine Prüfungsvorbereitung ist „Der Hundeführerschein“ von Celina del Amo die bessere Wahl. 400 Fragen statt 200, detailliertere Erklärungen, gleicher Preis. Nachteil: weniger bekannter Autor, daher schwerer in Buchhandlungen zu finden.

Wenn du echte Trainingshilfe suchst, greif zu „Hunde erziehen mit Natural Dogmanship“ von Jan Nijboer. Kostet 5 Euro mehr, bietet aber Schritt-für-Schritt-Anleitungen statt vager Tipps.

Wann lohnt sich Rütters Hundeführerschein-Buch?

Du kennst Rütter aus dem Fernsehen und willst seinen Ansatz vertiefen? Dann ja. Das Buch spiegelt seine TV-Philosophie wider: klare Regeln, Mensch als Rudelführer, wenig moderne Trainingsmethoden.

Für Anfänger, die sich nur auf die Prüfung vorbereiten wollen, reicht es aus. Für alle anderen ist es zu teuer für das, was geboten wird. Besonders ärgerlich: Die versprochenen „alltagstauglichen Ratschläge“ beschränken sich auf drei Seiten Grundlagenwissen zu Ernährung und Gesundheit.

Benötige ich überhaupt ein Buch für den Hundeführerschein?

Nein. Die meisten Hundeschulen bereiten dich in einem zweistündigen Kurs vor. Das ist effektiver als ein Buch, weil du direkt Fragen stellen kannst.

Existieren kostenlose Alternativen zur Prüfungsvorbereitung?

Ja. Der Berufsverband der Hundeerzieher bietet online kostenlose Probefragen an. Die decken 80 Prozent der Prüfungsinhalte ab – ohne Buchkauf.

Ist das Buch für erfahrene Hundehalter interessant?

Nur bedingt. Die Trainingstipps sind Grundlagenwissen. Wer schon länger mit Hunden lebt, lernt nichts Neues.