Sport & Freizeit

Basiswissen zu Kicksledding

4 Min Lesezeit
Basiswissen zu Kicksledding
Inhalt
  1. Geschichte des Kicksledding
  2. Was du beim Kicksledding im Kopf behalten solltest
  3. Was du brauchst, wenn du anfangen willst

Kicksledding kommt aus Skandinavien – und wer es einmal ausprobiert hat, versteht sofort, warum es dort seit Generationen zum Winter gehört wie Schneeflocken und Dunkelheit. Ein oder mehrere Hunde ziehen einen speziellen Schlitten, während du obendrauf stehst und mit dem Fuss abstösst, wenn nötig. Schlittenfahren trifft Hundezugsport, simpel und effektiv.

Geschichte des Kicksledding

In Norwegen und Schweden nennt man ihn Sparkstötting – den Kickschlitten. Ein Stuhl auf Kufen, dazu eine Lenkstange: mehr braucht es eigentlich nicht. Das Ding wurde nicht im Designbüro erfunden, sondern weil Leute in schneereichen Gegenden schlicht von A nach B mussten. Auf zugefrorenen Wegen und weiten Schneeflächen kam man damit erstaunlich gut voran.

Irgendwann hörte er auf, reines Transportmittel zu sein. In Norwegen, Schweden und Finnland wurde der Kickschlitten zur Freizeitbeschäftigung, Teil des Alltags und der regionalen Kultur. Als der moderne Hundezugsport Fahrt aufnahm, kamen Enthusiasten auf die naheliegende Idee: warum nicht Hunde vorspannen? Schon entstand eine Art Doppelleben für den Schlitten – Freizeitvergnügen auf der einen, Training für Schlittenhunde auf der anderen Seite.

Besonders in Regionen, wo echter Schnee für klassische Schlittenhunderennen schlicht zu knapp war, bot Kicksledding eine handfeste Alternative. Heute wird die Sportart sowohl in Wettkämpfen als auch entspannt in der Landschaft betrieben. Sie verbindet traditionellen Schlittensport mit dem, was zwischen Mensch und Hund entsteht, wenn beide ein gemeinsames Ziel haben.

Was du beim Kicksledding im Kopf behalten solltest

Damit es für dich und deinen Hund ein gutes Erlebnis bleibt, lohnt sich ein kurzer Blick auf die wesentlichen Punkte:

  • Der richtige Schlitten: Er muss stabil sein und zu deinem Körpergewicht passen – und zur Grösse und Zugkraft deines Hundes. Stabile Kufen und ordentliche Lenkbarkeit sind keine Extras, sondern Voraussetzung.
  • Zuggeschirr: Kein Standardhalsband, sondern ein echtes Zuggeschirr. Es sollte sitzen, ohne zu reiben, und dem Hund freie Bewegung und Atmung lassen. Zu eng bedeutet Stress, zu locker bedeutet Reibung – beides willst du nicht.
  • Training und Kommandos: Dein Hund muss auf grundlegende Signale reagieren und wissen, was von ihm erwartet wird. Das Ziehen lernt er schrittweise – zuerst das Geschirr kennenlernen, dann den Schlitten, dann die Bewegung.
  • Deine eigenen Fähigkeiten: Balance und Steuerung auf dem Kickschlitten klingen einfacher als sie sind, gerade wenn der Hund Fahrt aufnimmt. Üb das zuerst ohne Hund.
  • Schnee- und Wetterbedingungen: Fester, tragfähiger Schnee ist ideal. Eis und Matsch machen die Sache deutlich unangenehmer – und unsicherer.
  • Ausrüstung für dich: Warme Kleidung, Schuhe mit echtem Grip auf Schnee und Eis – und ein Helm. Besonders in hügeligem Gelände kein schlechter Gedanke.
  • Belastung des Hundes: Distanz und Tempo sollten zu deinem Hund passen, nicht umgekehrt. Zeichen von Erschöpfung oder Unwohlsein ernst nehmen und sofort reagieren.
  • Pausen und Wasser: Hunde, die ziehen, schwitzen anders als wir – aber sie brauchen trotzdem regelmässig Pausen und Zugang zu Wasser.
  • Rücksicht: Auf öffentlichen Wegen oder in Parks bist du nicht allein unterwegs. Tempo anpassen, andere nicht überraschen.

Gibt es offizielle Rennen?

Ja, die gibt es. Kicksledding-Wettbewerbe funktionieren ähnlich wie Schlittenhunderennen – organisiert, mit festen Strecken und echter Atmosphäre. Für die Community sind solche Events wichtig: Man trifft Gleichgesinnte, vergleicht sich, lernt voneinander. Und der Hund bekommt einen Einsatz, für den er wirklich brennt.

Was du brauchst, wenn du anfangen willst

  • Erst der Schlitten, dann der Hund: Bevor du deinen Hund vorspannst, solltest du wissen, wie du abstösst, lenkst und – wichtig – bremsst. Das klingt nach wenig, aber ein Schlitten mit Zughund vergibt keine Lernfehler.
  • Der passende Hund: Nicht jeder Hund ist für diese Sportart gemacht. Mittelgrosse bis grosse Hunde mit Ausdauer und einem ausgeprägten Lauftrieb kommen gut damit zurecht. Kleine Hunde oder solche mit Atemwegsproblemen eher nicht.
  • Eingewöhnung Schritt für Schritt: Zuerst das Geschirr. Dann den Schlitten in der Nähe. Dann beides zusammen – ohne Bewegung. Erst dann das erste Ziehen, kurz und ruhig. Kein Einstieg ins Kalte Wasser.
  • Gesundheitscheck: Vor dem ersten ernsthaften Training: Tierarztbesuch. Gelenkprobleme, Herzerkrankungen, Übergewicht – das alles verändert, was dein Hund leisten kann und sollte.
  • Deine Ausrüstung: Winterkleidung, die wirklich warm hält, Schuhe mit Grip und – nochmals – ein Helm. Gerade am Anfang, wenn Überraschungen noch häufiger sind.
  • Schneebedingungen kennen: Fester Schnee ist dein Freund. Eis macht das Steuern zum Glücksspiel, nasser Pappschnee bremst den Hund aus. Beides kann gefährlich werden.
  • Flach anfangen: Erste Ausfahrten auf geraden, ebenen Strecken. Hügel kommen, wenn ihr beide eingespielt seid – nicht vorher.
  • Klare Kommandos: «Gee» (rechts), «Haw» (links), «Whoa» (stop) – oder wie auch immer ihr es miteinander aufbaut. Hauptsache, der Hund versteht dich, und du verstehst ihn.
  • Notfallausrüstung: Handy und ein kleines Erste-Hilfe-Set gehören ins Gepäck. Draussen, im Winter, abseits von Ortschaften – da will man vorbereitet sein.
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