Die Sache mit der Dominanz: Aktive und Passive Unterwerfung bei Hunden
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Hunde senden Signale der Unterwerfung – in der Fachsprache auch Demutsverhalten genannt. Dieses Verhalten zeigt sich in zwei unterschiedlichen Formen: aktiv oder passiv. Der Unterschied liegt in der Körperhaltung, der Motivation und dem Stresslevel des Hundes.
Aktive Unterwerfung bei Hunden
Bei der aktiven Unterwerfung befindet sich der Hund noch in einer agierenden Haltung. Die Körperhaltung ist leicht geduckt, der Kopf mit angelegten Ohren meist nach unten geneigt. Gleichzeitig sendet der Hund aber deutliche Signale der Kontaktaufnahme: Er stupst mit der Schnauze an, wedelt mit dem Schwanz.
Dieses Verhalten lernen Hunde schon als Welpen. Sie stupsen ihre Mutter an der Schnauze an, damit sie ihnen vorgekaute Nahrung übergibt. Viele erwachsene Hunde behalten diese Körpersignale ihr Leben lang bei.
Passive Unterwerfung bei Hunden
Die passive Unterwerfung ist deutlicher sichtbar. Der Hund nimmt eine nahezu unbewegliche Haltung ein, oft auf dem Boden oder auf dem Rücken liegend. Im Gegensatz zur aktiven Form vermeidet er jegliche Kontaktaufnahme. Viele Hunde wenden den Blick ab oder schliessen die Augen. Typische Signale sind Körperstarre und ein eingeklemmter Schwanz.
Die Psychologie hinter Aktiver und Passiver Unterwerfung
Hunde, die sich aktiv oder passiv unterwerfen, kommunizieren damit – gegenüber Artgenossen ebenso wie gegenüber Menschen.
Hinter der aktiven Unterwerfung steckt meist eine freundliche Gesinnung. Der Hund sucht soziale Interaktion und signalisiert, dass er keine schädlichen Absichten hat. Häufig zeigt sich dieses Verhalten aber auch aus Unsicherheit: Der Hund kann sein Gegenüber nicht einschätzen und versucht, die Situation zu entschärfen. Unter Hunden signalisiert Unterwerfung auch die Position in der Rangordnung – der unterwürfige Hund zeigt, dass von ihm keine Gefahr ausgeht.
Die passive Unterwerfung hingegen ist ein Zeichen grosser Angst. Ein Hund, der sich von selbst auf den Rücken wirft und in eine Art Totenstarre verfällt, kann die Situation nicht kontrollieren. Er versucht, sie möglichst schadlos zu überstehen. Manche Hunde lassen dabei sogar unabsichtlich Urin.
Körpersprache verstehen und Sicherheit geben
Manche Hunde legen das demütige Verhalten aus dem Welpenalter nie ab, bei einigen wird es übermässig ausgeprägt. Diese Hunde sind besonders unsicher im Umgang mit Artgenossen, fremden Menschen oder unbekannten Situationen. Sowohl aktive als auch passive Unterwerfung bedeuten in diesen Momenten starken Stress und fehlendes Vertrauen.
Bei übermässig demütigem Verhalten sollte kein direkter Eingriff erfolgen. Ein scheuer Hund braucht vor allem Sicherheit. Unerwünschte Kontaktaufnahme sollte niemals erzwungen werden. Der Halter fungiert am besten als Sicherheitsfaktor: Sobald der Hund in stressigen Situationen Zeichen von Unterwerfung zeigt, hilft Ablenkung. Der Halter bleibt dabei selbst ruhig und gelassen. Oft reicht es, sich mit dem Hund aus dem Gefahrenbereich zu entfernen – beim Spaziergang bedeutet das: einfach weitergehen.
Teilweise sieht man zweifelhafte Praktiken, bei denen Halter besonders dominante Hunde zur passiven Unterwerfung zwingen. Solches Verhalten schädigt die Bindung zwischen Hund und Halter. Hunde lernen so kein Vertrauen, sondern verlieren jegliche Sicherheit.