Solingen überrascht viele Besucher: Hinter dem Ruf der Klingenstadt verbirgt sich eine grüne Großstadt mit tiefen Tälern, rauschenden Bächen und ausgedehnten Wäldern, die Hunde und ihre Menschen regelrecht einladen. Das Bergische Land beginnt hier direkt vor der Haustür — kaum bist du aus der Innenstadt heraus, öffnet sich eine Landschaft aus Wuppertäler Höhen, verwunschenen Bachläufen und uralten Laubwäldern. Wer mit Hund in Solingen lebt oder zu Besuch kommt, findet eine Stadt, die Natur und urbanes Leben enger verwebt, als es die Industriegeschichte vermuten lässt.
Der Solinger Süden — mit seinen Stauseen, Talspannen und Forstgebieten — zieht Zweibeiner und Vierbeiner gleichermaßen an. Der Duft nach feuchtem Laub im Herbst, das Plätschern der Wupper in der Tiefe, der Blick über nebelverhangene Kuppen: All das gehört zum Alltag, wenn du hier mit deinem Hund spazieren gehst. Solingen ist keine Stadt für kurze Runden am Wegesrand — sie belohnt alle, die bereit sind, ein paar Höhenmeter zu überwinden.
Für Hundehalter bedeutet Solingen zugleich, sich mit den Regeln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadtordnung vertraut zu machen. Leinenpflichten, Hundesteuer und besondere Anforderungen an bestimmte Rassen sind Teil des Alltags — wer sie kennt, kann entspannt genießen. Diese Seite gibt dir einen fundierten Überblick, ersetzt aber keine Prüfung der jeweils aktuell gültigen Vorschriften vor Ort.
Tagesausflüge mit Hund in Solingen
Sobald du den Stadtrand erreichst, beginnt in Solingen echte Bergische Natur — und die ist für Hunde eine Einladung zum Schnüffeln, Rennen und Eintauchen. Täler, Wälder und Stauseen wechseln sich in kurzen Abständen ab, sodass kein Ausflug dem anderen gleicht.
Itter- und Wuppertal: Wandern entlang der Talsohlen
Das Wuppertal südlich von Solingen gehört zu den eindrucksvollsten Wanderkorridoren im westlichen Bergischen Land. Der Fluss schlängelt sich tief durch bewaldete Hänge, und schmale Pfade folgen ihm mal dicht am Wasser, mal hoch oben auf dem Kamm. Besonders der Abschnitt zwischen Müngsten und Glüder bietet wechselnde Eindrücke: Hängebrücken, alte Mühlenreste und Felspartien wechseln einander ab. Dein Hund kann an ruhigen Abschnitten das Wasser erkunden — prüfe aber vorab, ob und wo das Betreten der Ufer erlaubt ist.
Parallel dazu verläuft das Itterstal weiter nördlich durch das Stadtgebiet. Die Itter ist ein kleiner, aber lebendiger Bach, der durch naturnahe Auen fließt und gut ausgebaute Uferwege hat. Auf diesen Strecken begegnest du selten Menschenmassen, dafür häufig anderen Hunden und Joggern. Achte auf Hinweisschilder zu Brut- und Schutzzonen, die saisonal ausgewiesen werden können — besonders im Frühjahr.
- Einstieg Wuppertal-Wanderweg: Parkplatz Müngsten, Brückenstraße
- Itterstal: Zugang u. a. über Merscheider Straße, Solingen-Merscheid
- Weglängen variieren: kurze Runden (3–4 km) bis Halbtagestouren (10+ km) möglich
Beide Täler sind ganzjährig zugänglich, können nach Starkregen aber rutschig und teils überschwemmt sein. Feste Wanderschuhe sind für dich Pflicht — und dein Hund wird die matschigen Pfade lieben.
Müngstener Brückenpark: Stahl, Wald und Wasser
Die Müngstener Brücke ist das markanteste Bauwerk der Region: Als höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands überspannt sie das Wuppertal auf über 100 Metern Höhe — ein Anblick, der auch Hundenasen kurz innehalten lässt. Der umliegende Brückenpark erstreckt sich beidseitig des Flusses und bietet breite, gut befestigte Wege sowie naturbelassene Pfade durch den Hangwald. Hunde sind im Park an der Leine zu führen — die genaue Regelung und eventuelle Ausnahmenregelungen erfährst du beim Stadtportal Solingen.
Der Park hat auf der Solinger Seite einen großen Parkplatz und sanitäre Anlagen, was Tagesausflüge mit dem Auto bequem macht. Entlang des Weges zur Brücke gibt es mehrere Ruhebänke und schattige Abschnitte — ideal für eine Pause, während dein Hund die Eindrücke verarbeitet. Ein kleines Café am Parkeingang ist hundefreundlich gestimmt, aber verlasse dich nicht auf geöffnete Gastronomie außerhalb der Saison — prüfe die Öffnungszeiten vorab.
Von der Brücke aus kannst du den Wanderweg auf die Wuppertaler Seite fortsetzen und so eine Schleife durch bewaldete Hänge drehen. Die Kombination aus Kulturerbe und Naturerlebnis macht den Brückenpark zu einem der vielseitigsten Ausflugsziele der gesamten Region — und zu einem, das auch bei schlechtem Wetter funktioniert, weil der dichte Wald gut schützt.
Ohligser Heide und Stadtwald: Grün mitten in der Stadt
Wer keinen langen Anfahrtsweg möchte, findet in der Ohligser Heide ein überraschend weitläufiges Naherholungsgebiet direkt im Stadtgebiet. Die Heide ist eine offene Landschaft mit Heideflächen, Birkengruppen und kleinen Teichen — ein seltener Kontrast zum umgebenden Bergischen Wald. Hunde schätzen die weiträumigen Sichtachsen und die Vielfalt an Gerüchen, die Heidegebiete bieten. Auch hier gilt: Prüfe aktuelle Hinweise auf Naturschutzauflagen, die besonders in der Brutzeit (März bis Juli) relevant sein können.
Direkt angrenzend zieht sich der Solinger Stadtwald in Richtung Süden. Breite Forstwege wechseln sich mit schmalen Trampelpfaden ab, und der Wald ist auch bei Regen gut begehbar. Für Hunde, die gern im Freilauf toben, ist dieser Bereich interessant — allerdings solltest du prüfen, ob und wo ein Freilauf zulässig ist, da im Stadtwald NRW-weit die allgemeinen Leinenpflichtregeln und kommunale Zusatzregelungen gelten können.
- Einstieg Ohligser Heide: Parkplatz Gräfrather Straße oder ÖPNV Haltestelle Ohligs
- Stadtwald: Zugänge über Forststraße Merscheid und Parkplatz Glüder
- Beide Gebiete für kurze und mittlere Runden geeignet (2–8 km)
Sengbachtalsperre: Wasser, Wald und Stille
Die Sengbachtalsperre liegt im Süden Solingens und ist ein stiller Gegenpol zur geschäftigen Innenstadt. Das Reservoir wird als Trinkwasserreservoir genutzt — das bedeutet, dass der unmittelbare Uferbereich und das Betreten des Wassers in der Regel nicht erlaubt sind. Trotzdem lohnt sich die Runde um die Talsperre: Schattige Waldwege begleiten das Wasser auf beiden Seiten, und die Stille ist bemerkenswert für eine Großstadt.
Für Hunde ist die Talsperre vor allem wegen der Waldwege und der frischen Luft attraktiv — nicht wegen des Schwimmens. Halte dich an die ausgeschilderten Wege und respektiere Absperrungen, die dem Schutz der Trinkwasserqualität dienen. Die Strecke um die Talsperre beträgt je nach gewähltem Weg zwischen vier und sieben Kilometer und ist gut für gemütliche Spaziergänge geeignet.
Parkplätze gibt es am Sengbachstaudamm; die Anreise mit dem ÖPNV ist möglich, aber etwas umständlicher. Informiere dich über aktuelle Zugangsregelungen beim Tourismusverband Bergisches Land, der auch Tipps zu weiteren hundefreundlichen Strecken in der Region bereithält.
Hund und lokale Regeln in Solingen
In Solingen regelt ein Zusammenspiel aus NRW-Landesrecht, städtischer Satzung und dem Landeshundegesetz, was du mit deinem Hund darf und was nicht. Wer die Spielregeln kennt, vermeidet Bußgelder und trägt zum guten Ruf der Hundehalterschaft bei.
Leinenpflicht: Wo und wann du deinen Hund anleinen musst
In Nordrhein-Westfalen gilt keine flächendeckende gesetzliche Leinenpflicht für alle Hunde, aber Solingen hat als Stadt eigene Regelungen erlassen, die an vielen öffentlichen Orten Leinenpflicht vorschreiben. Dazu gehören in der Regel Fußgängerzonen, belebte Straßen, Spielplätze, Märkte und öffentliche Parks. In Naturschutzgebieten und bestimmten Waldabschnitten kann eine saisonale oder ganzjährige Leinenpflicht gelten.
Das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) schreibt für bestimmte Hunderassen und für alle Hunde über 40 cm Schulterhöhe oder 20 kg Gewicht eine Leinenpflicht an öffentlich zugänglichen Orten vor — sofern keine behördliche Ausnahmegenehmigung vorliegt. Die genauen Bestimmungen und Ausnahmen findest du auf der Seite des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV). Verlasse dich nicht auf Aussagen Dritter — prüfe die aktuelle Fassung des Gesetzes selbst.
Im Alltag bedeutet das: Leine anlegen ist im Zweifel immer die richtige Entscheidung. Schau vor Ort auf Beschilderungen und respektiere ausgewiesene Leinenpflichtbereiche. Konflikte mit anderen Erholungssuchenden entstehen am häufigsten dort, wo Hundehalter die Leine als optional betrachten — auch wenn kein Schild explizit darauf hinweist.
Hundesteuer und Anmeldepflicht in Solingen
In Solingen besteht — wie in nahezu allen deutschen Städten — eine Anmeldepflicht für Hunde. Du musst deinen Hund innerhalb einer bestimmten Frist nach dem Erwerb oder dem Zuzug in die Stadt beim Steueramt der Stadt Solingen anmelden. Nach der Anmeldung erhältst du eine Hundesteuermarke, die dein Hund am Halsband tragen muss.
Die Höhe der Hundesteuer regelt die Hundesteuersatzung der Stadt Solingen — konkrete Beträge können sich ändern und solltest du direkt beim Stadtportal erfragen. Für sogenannte Kampfhunde im Sinne des LHundG NRW ist in der Regel ein erhöhter Steuersatz vorgesehen. Aktuelle Informationen und das Anmeldeformular findest du auf der Website der Stadt Solingen. Wer seinen Hund nicht anmeldet, riskiert Nachzahlungen und ein Bußgeld.
- Anmeldung: Stadtservice Solingen, zuständige Stelle für Hundesteuern
- Marke: muss sichtbar am Halsband befestigt sein
- Ummeldung bei Wohnortwechsel innerhalb der Stadt ebenfalls erforderlich
- Abmeldung bei Tod oder Abgabe des Hundes nicht vergessen
Listenhunde und das Landeshundegesetz NRW
Das Landeshundegesetz NRW unterscheidet zwischen Hunden mit einer widerlegbaren Vermutung der Gefährlichkeit (sogenannte Listenhunde) und individuell gefährlich eingestuften Hunden. Zu den Rassen, die in NRW einer besonderen Erlaubnispflicht unterliegen, gehören unter anderem American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier — sowie deren Kreuzungen. Diese Hunde dürfen in NRW grundsätzlich nur mit einer behördlichen Erlaubnis gehalten werden.
Die Erlaubnis setzt in der Regel einen Sachkundenachweis des Halters, ein Führungszeugnis, eine Haftpflichtversicherung sowie ein Wesenstest des Hundes voraus. Wer einen solchen Hund ohne Erlaubnis hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Informiere dich umfassend auf den Seiten des LANUV NRW und direkt beim zuständigen Ordnungsamt der Stadt Solingen — die Anforderungen können sich ändern, und die Behörde ist die verbindliche Auskunftsstelle.
Für alle Hunde gilt in NRW zusätzlich eine allgemeine Halterpflicht zur Gefahrenvorsorge: Hunde müssen so gehalten und beaufsichtigt werden, dass keine Gefahr für Menschen, Tiere oder Sachen entsteht. Das klingt selbstverständlich, hat aber im Zweifelsfall rechtliche Konsequenzen.
Kot-Entsorgung, Gastronomie und öffentlicher Nahverkehr
In Solingen sind — wie in allen deutschen Städten — Hundekotbeutel und die Entsorgung in dafür vorgesehenen Behältern Pflicht. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Die Stadt hat an vielen Stellen im Stadtgebiet Beutelspender und spezielle Abfalleimer aufgestellt — nutze sie, und nimm im Zweifelsfall eigene Beutel mit, falls ein Spender leer ist.
Im öffentlichen Nahverkehr des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), dem Solingen angehört, dürfen Hunde in der Regel mitgenommen werden. Für kleine Hunde, die in einer geschlossenen Transportbox reisen, ist oft keine separate Fahrkarte erforderlich — für größere Hunde wird üblicherweise ein Kinderticket fällig. Prüfe die aktuellen Beförderungsbedingungen des VRR, da sich Details ändern können und Ausnahmen gelten.
Was Gastronomie betrifft: Viele Cafés und Restaurants in Solingen tolerieren Hunde auf der Terrasse, aber eine gesetzliche Verpflichtung dazu gibt es nicht. Es empfiehlt sich, vorab zu fragen — und deinen Hund ruhig und gut erzogen zu präsentieren, was die Chancen auf eine Einladung deutlich erhöht. Innenräume sind für Hunde in der Gastronomie in Deutschland generell eher die Ausnahme als die Regel; auch hier gilt: immer vorab klären.
Praktisches vor Ort in Solingen
Solingen ist eine Stadt der kurzen Wege und tiefen Täler — wer hier mit Hund lebt, braucht verlässliche Anlaufstellen für Tiergesundheit, Training und Tagesbetreuung. Das Bergische Land stellt mit seinem Wechsel aus feuchten Tälern und bewaldeten Höhen besondere Anforderungen an Pfoten und Haltende. Gut zu wissen, wo du im Ernstfall oder Alltag schnell Hilfe findest.
Tierärzte und tierärztlicher Notfalldienst in Solingen
In Solingen gibt es mehrere tierärztliche Praxen, die über das Stadtgebiet verteilt sind — von Ohligs über Wald bis Gräfrath. Für die Routine genügt meist ein Termin beim Haustierarzt in Wohnortnähe. Kritisch wird es nachts oder am Wochenende: Dann greift der tierärztliche Notfalldienst der Region Bergisch Land, den du aktuell über die Tierärztekammer Nordrhein erfragen solltest.
- Praxen findest du über die Tierärztekammer Nordrhein mit Notdienstsuche.
- Für Großnotfälle und Operationen ist die Tierklinik Düsseldorf erreichbar — rund 25 Autominuten von Solingen-Mitte.
- Halte Notfallnummer und Adresse deiner Praxis immer griffbereit, auch offline.
Ein Erste-Hilfe-Set für Hunde gehört bei Wanderungen durch die Solinger Wälder zur Grundausstattung. Schnittverletzungen an Metallabfällen oder Glasscherben im Wald kommen vor. Prüfe außerdem, ob dein Hund gegen Zecken-übertragene Krankheiten geschützt ist — das Bergische Land ist Zeckengebiet, besonders von März bis November.
Hundeschulen und Training in Solingen
Das Angebot an Hundeschulen und Trainern in Solingen ist solide. Mehrere Anbieter bieten Welpenspielstunden, Grundkurse und weiterführendes Training an — teils mit eigenem Übungsgelände, teils in Parks und Grünflächen der Stadt. Achte bei der Wahl auf zertifizierte Ausbildung der Trainer, etwa durch den VDH oder das VDQT.
Besonders für Hunde, die neu in die bergige Umgebung kommen, lohnt sich frühzeitiges Recall-Training — das Rückrufen auf unebenen Waldwegen mit Wild-Geruch ist anspruchsvoller als in der Flachland-Stadt. Einige Schulen in Solingen bieten gezielt Mantrailing und Nasenarbeit an, was zur naturreichen Umgebung gut passt. Frag beim Stadtverband der Hundesportvereine nach lokalen Vereinen, die günstige Kurse und Übungsplätze anbieten.
- Welpengruppen: ideal ab der zweiten Schutzimpfung, Sozialisierung mit Stadtlärm und Berggelände
- Einzeltraining: hilfreich bei reaktiven Hunden vor Begegnungen auf engen Treppensteigen oder Hängebrücken
- Online-Kursangebote: sinnvoll als Ergänzung, ersetzen aber kein Präsenztraining im Gelände
Auslaufzonen und Hundewiesen in Solingen
Solingen verfügt über eingezäunte oder ausgewiesene Freilaufflächen — deren genaue Lage und aktuelle Nutzungsregeln solltest du direkt beim Stadtdienst Natur und Umwelt der Stadt Solingen erfragen oder auf der städtischen Website prüfen. Informationen zu Hundeauslaufzonen sind unter solingen.de veröffentlicht; Regelungen können sich ändern, also halte den Stand aktuell.
Abseits offizieller Zonen bietet das Wald- und Wegesystem der Ohligser Heide viel Raum für kontrolliertes Freilaufen — allerdings gilt auch dort: Leinenpflicht in bestimmten Bereichen, besonders während der Brut- und Setzzeit. Das Klingenbachtal zwischen Wald und Ohligs ist ein beliebtes Gebiet für Gassi-Runden, bei dem der Hund weite Strecken beschnuppern kann, ohne sofort auf andere Hunde zu treffen.
Nutze frühe Morgenstunden für Freilaufzeiten in weniger frequentierten Waldabschnitten — so vermeidest du Konflikte mit Joggern, Fahrradfahrern und anderen Hunden auf schmalen Pfaden. Sichtbarkeit und Rückruf sind in bewaldeten Tälern wichtiger als im offenen Stadtpark.
Hundepensionen und Tagesbetreuung in Solingen
Wer beruflich oder durch Reisen zeitweise verhindert ist, findet in Solingen und der näheren Umgebung mehrere Hundepensionen, Tagesbetreuungen und Hundesitter. Die Qualität variiert stark — frage gezielt nach Betreuungsschlüssel, Tagesablauf und Außengeländegröße. Eine gute Pension lässt dich vorab besichtigen und kennenlernt deinen Hund vor dem ersten Aufenthalt.
- Tagesbetreuung (Doggy Daycare): sinnvoll für Hunde, die gut sozialisiert sind und Rudelbetrieb vertragen
- Einzelbetreuung / Hundesitter: besser für ängstliche, alte oder kranke Hunde
- Pensionen im Umland: Wuppertal, Remscheid und der Raum Leichlingen bieten weitere Optionen mit ländlichem Auslauf
Für Erstkontakte empfiehlt sich der Bundesverband der Tierheimleiter und Tierschutzorganisationen oder lokale Facebook-Gruppen Solinger Hundehalter — dort kursieren erfahrungsbasierte Empfehlungen. Buche Pension oder Betreuung rechtzeitig, besonders vor Ferien und langen Wochenenden in NRW.
Saisonal in Solingen
Das Bergische Land hat seinen eigenen Wettercharakter: viel Regen, grüne Täler, milde Winter und gelegentlich heiße Sommer. Wer mit Hund in Solingen lebt, lernt schnell, die Jahreszeiten zu lesen — denn jede bringt ihre eigenen Herausforderungen und schönsten Momente mit sich.
Frühling: Brut- und Setzzeit im Bergischen Land
Der Frühling kommt im Bergischen Land oft nass und langsam — dafür explodiert die Natur von April bis Juni regelrecht. Genau diese Zeit ist für Wildtiere besonders sensibel: Rehkitze liegen reglos im hohen Gras, Bodenbrüter wie Feldlerche oder Rebhuhn brüten direkt auf Feldwegen und Waldrändern. Halte deinen Hund in dieser Zeit konsequent auf den Wegen und an der Leine, besonders abseits markierter Pfade.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) informiert unter lanuv.nrw.de über geschützte Tierarten und Schonzeiten in Nordrhein-Westfalen. Wälder rund um Solingen — etwa im Bereich des Wupperhang-Naturschutzgebiets — dürfen in Teilbereichen während der Brutzeit für Hunde gesperrte Abschnitte haben. Prüfe aktuelle Beschilderungen vor Ort.
Gleichzeitig ist der Frühling die beste Zeit für lange Tal-Runden entlang der Wupper und der Burg-Landschaft. Die Pegel sind hoch, das Wasser klar, und dein Hund findet auf feuchten Waldwegen jede Menge Gerüche. Zeckenscutz sollte ab März aktiv sein — nach jeder Runde gründlich absuchen, besonders in Achseln, Leistengegend und hinter den Ohren.
Sommer: Hitze, Wasser und heiße Böden in Solingen
Solingen liegt zwar nicht in der Hitze-Hochburg des Rheintals, aber heiße Sommer machen auch vor dem Bergischen Land nicht halt. Asphaltflächen in Ohligs oder der Solinger Innenstadt heizen sich stark auf — teste die Bodentemperatur mit dem Handgelenk: Wenn du ihn nach fünf Sekunden wegziehst, ist der Boden zu heiß für Pfoten. Verlege Spaziergänge dann auf früh morgens oder nach 19 Uhr.
Wasser ist in Solingen zum Glück nah: Die Wupper, der Müngstener Brückenpark und die Stauseen der Region bieten kühlende Abschnitte für Hunde. Achte dabei auf Hinweisschilder — nicht jeder Abschnitt erlaubt Hunde im Wasser, Naturschutz- und Badebereichsregeln variieren. Am Sengbach-Stausee und den umliegenden Wegen findest du oft schattige Waldabschnitte, die auch an heißen Tagen angenehm bleiben.
- Frisches Wasser immer dabei — mind. 0,5 Liter pro Stunde bei Hitze und aktivem Hund
- Helle, kurzgeschorene Hunde brauchen ggf. Sonnenschutz auf Nase und Ohren
- Nie den Hund im Auto zurücklassen — auch kurze Stopps bei Sonnenschein sind lebensgefährlich
- Bei Erschöpfungszeichen (Hecheln, Taumeln, Apathie): sofort kühlen und Tierarzt aufsuchen
Sommergewitter ziehen über das Bergische Land oft rasch auf. Trainiere dazu, dass dein Hund auf Donner und Lärm entspannt reagiert — und halte ihn bei Gewitter immer angeleint, damit er bei Erschrecken nicht wegläuft.
Herbst: Pilze, Jagd und nasse Pfade in Solingen
Der Herbst verwandelt die Wälder rund um Solingen in ein goldenes, feuchtes Labyrinth. Buchenwälder färben sich von Oktober bis November leuchtend — und mit den Pilzen kommt die Pilzvergiftungsgefahr für Hunde. Viele Hunde fressen Pilze neugierig vom Boden; manche heimische Arten sind hochgiftig. Halte deinen Hund vom Schnüffeln und Fressen unbekannter Pilze aktiv ab.
Gleichzeitig beginnt die Jagdsaison: In den Wäldern rund um Solingen wird gejagt, besonders auf Schwarzwild. Schüsse können Hunde erschrecken und zur Flucht treiben. Halte die Leine fest, trage deinen Hund mit einem auffälligen orangefarbenen Halstuch oder einer Warnweste und meide Waldgebiete während aktiver Treibjagden. Informationen zur Jagdzeit in NRW erhältst du beim örtlichen Jagdpächter oder der unteren Jagdbehörde.
Nasse Herbstböden machen Steilhänge im Bergischen Land rutschig — das gilt für dich und den Hund. Wege entlang der Wupper oder im Klingelbachtal können glitschig werden. Festes Schuhwerk und eine kurze Leine sind an solchen Tagen die beste Ausrüstung. Hunde mit hellen oder weißen Fellen nehmen Tannenzapfen-Farbe und Schlamm gut an — plan die Nachpflege ein.
Winter: Kälte, Streusalz und kurze Tage in Solingen
Solingen liegt hoch genug, um im Winter echten Schnee zu sehen — das Bergische Land kann bei Ostwind und Kaltluft für eine weiße Decke sorgen, die in Düsseldorf längst geschmolzen ist. Für Hunde ist das oft ein Fest: Tiefschnee auf dem Höhenweg zwischen Gräfrath und der Müngstener Brücke lädt zu ausgedehnten Runden ein. Achte bei kurzhaarigen oder kleinen Hunden auf ausreichend Wärme — ein gut sitzender Hundemantel ist bei Minusgraden kein Luxus.
Streusalz ist das größte winterliche Alltagsproblem: Es reizt Pfotenballen, führt zu Rissen und kann bei Lecken zu Verdauungsproblemen führen. Wasche die Pfoten nach jedem Stadtspaziergang gründlich mit lauwarmem Wasser. Pfotenpflege mit einer fettenden Salbe — vor und nach dem Spaziergang aufgetragen — schützt das Gewebe. Alternativ leisten Pfotenschuhe gute Dienste, wenn dein Hund sie toleriert.
- Kurze Tage bedeuten: viele Spaziergänge im Dunkeln — Blinklicht oder Leuchthalsband erhöhen die Sichtbarkeit
- Glatteisflächen vorsichtig begehen — Hunde können ausrutschen und sich Gelenke verletzen
- Im Schnee: Pfoten auf eingeklemmte Schneebälle zwischen den Zehen prüfen
- Wasser gefriert schneller als gedacht — auch im Winter ausreichend trinken lassen
Die kürzeren Tage verleiten dazu, Spaziergänge zu kürzen. Hunde brauchen aber auch im Winter ausreichend Bewegung und mentale Stimulation. Nutze die ruhigen Winterwälder für Nasenarbeit und entspannte Erkundungsrunden — der Wald klingt im Winter anders, riecht anders, und das allein ist für viele Hunde ein reiches Erlebnis.
Mehr zu Hund in der Region
Mehr zu Hund + Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen — Hunde, Regeln, Ausflüge
Weitere Orte in Nordrhein-Westfalen: Aachen | Arnsberg | Bergisch Gladbach