Ausflugsziel · Nordrhein-Westfalen · Leicht

Wuppertal (Kreisfreie Stadt)

Wuppertal (Kreisfreie Stadt) Bild: Wikimedia Commons – Wuppertal Joseph-Haydn-Str 0012.jpg · CC BY-SA 4.0
Schwierigkeit
Leicht
Eintritt
Kostenlos

Hund in Wuppertal: Was wirklich gilt

Wuppertal liegt im Tal der Wupper, eingeklemmt zwischen Hügelkämmen, die stellenweise steiler sind als erwartet. Die Stadt zieht sich über 168 Quadratkilometer, von Vohwinkel im Westen bis Langerfeld im Osten. Wälder beginnen fast überall dort, wo die Straßen enden. Mehr als 500 Waldgebiete liegen auf Stadtgebiet. Das klingt nach Freilauf-Paradies.

Ist es aber nur bedingt. Wuppertal ist eine kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen, eingebettet im Bergischen Städtedreieck mit Solingen und Remscheid als Nachbarn. Das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) bildet die Grundlage. Die Stadt schichtet eigene Regeln darüber, und die kommunale Ordnungsbehörde kontrolliert aktiv. Wer das unterschätzt, zahlt Lehrgeld.

Leinenpflicht in Wuppertal: Was kommunal gilt

In Wuppertal gilt auf öffentlichen Wegen, Plätzen und in Park- und Grünanlagen eine generelle Leinenpflicht. Das ist die kommunale Schicht. Das LHundG NRW schreibt die Leinenpflicht darüber hinaus für Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereiche, öffentliche Versammlungen, Volksfeste und sonstige Veranstaltungen mit Menschenansammlungen vor. Beide Ebenen gelten gleichzeitig.

Öffentliche Parks und Grünanlagen

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) patrouilliert in Parks, auch in Zivil. In den Barmer Anlagen kontrolliert die Stadt die Einhaltung der Leinenpflicht. Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes gehen sporadisch auf Streife, sprechen Hundehalter an und dürfen Strafen verhängen. Die Barmer Anlagen sind Privatbesitz des Barmer Verschönerungsvereins, aber öffentlich zugänglich, deshalb greift das Landeshundegesetz und damit die Leinenpflicht.

Auf allen öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen und in öffentlichen Anlagen müssen Hunde angeleint werden. Ausnahmen gelten für die sogenannten Hundeauslaufgebiete sowie den Wald.

Wald: Wo die Leine ab kann, und wo nicht

In den meisten Wäldern Wuppertals darf der Hund im Einflussbereich des Halters auf den Waldwegen unangeleint laufen, allerdings nicht abseits der Wege. Das ist die Basisregel. Abseits der Wege: Leine rauf. Immer.

Fünf Waldgebiete sind besonders reguliert. Am Gelben Sprung, im Nordpark, auf der Hardt, am Ehrenhain und im Nützenbergpark (Kaiserhöhe) sind nur Teilbereiche als Hunde-Auslaufflächen nutzbar. Nur dort dürfen Hunde ohne Leine laufen, auch abseits der Waldwege. In ausgeschilderten Anleingebieten gilt Leinenzwang, selbst wenn es sich um ein Waldgebiet handelt. Vor-Ort-Beschilderung lesen, bevor die Leine ab kommt.

Die Bußgelder fürs Nichtanleinen in den Anleingebieten beginnen bei 75 Euro. Auf Spielplätzen kann auch leicht das Doppelte kassiert werden.

Naturschutzgebiete: Leinenpflicht ohne Ausnahme

In Naturschutzgebieten gilt Leinenpflicht ohne Ausnahme. Wuppertal hat mehrere davon. Naturschutzgebiete erstrecken sich auf rund 8 % der gesamten Stadtfläche.

Im Gelpetal, das als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) europäischen Naturschutz-Status genießt, oder im Staatsforst Burgholz dürfen Hunde nur an der Leine unterwegs sein. Das städtische Ordnungsamt ist auch im landeseigenen Staatsforst Burgholz befugt, das Auslaufverbot zu überwachen und Verstöße zu ahnden.

Und der Scharpenacken? Dort gilt eine generelle Leinenpflicht für Hunde von März bis September sowie ganzjährig in der Nähe der Schafweiden. Weitere Regeln sind auf entsprechenden Schildern auf dem Scharpenacken nachzulesen.

Listenhunde in Wuppertal: NRW-Recht plus kommunale Veterinärpflicht

Das LHundG NRW teilt gefährliche Hunde in drei Kategorien. Mehr zur vollständigen NRW-Rasseliste in unserer Übersicht Nordrhein-Westfalen.

Beispiele für gefährliche Hunderassen der Kategorie 1 sind der Pitbull Terrier, der American Staffordshire Terrier, der Staffordshire Bullterrier und der Bullterrier. Für diese Hunde gilt eine Erlaubnispflicht. Kategorie 1 und 2 unterliegen dem Leinen- und Maulkorbzwang.

In Wuppertal ist die zuständige Stelle für die Erlaubnis das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, das Wuppertal, Solingen und Remscheid gemeinsam abdeckt. Eine Besonderheit in Nordrhein-Westfalen ist die sogenannte 20/40-Regelung. Große Hunde unterliegen ebenfalls gewissen Bestimmungen: eine Widerristhöhe von mindestens 40 cm oder ein Gewicht von mindestens 20 kg macht einen Hund zum „großen Hund“. Für diese Hunde ist eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben.

Zusätzlich zur Anmeldung eines Hundes zur Hundesteuer besteht nach dem Landeshundegesetz eine Anzeige- und Nachweispflicht für Hunde, die schwerer als 20 kg oder größer als 40 cm sind. Das Veterinäramt ist die richtige Anlaufstelle dafür.

Wer einen Listenhund durch die Verhaltensprüfung führt und ein Negativzeugnis erhält, kann die Maulkorb- und Leinenpflicht unter Umständen abmildern, der Steuersatz kann auf Antrag auf den normalen Steuersatz zurückgeführt werden, wenn der Nachweis einer erfolgreichen Verhaltensprüfung erbracht wird.

Hundesteuer und Anmeldung

Wuppertal gehört zu den teuersten Städten für Hundehalter in NRW. Die Hundesteuer beträgt für einen Hund vierteljährlich 40,00 Euro (jährlich 160,00 Euro), ab dem zweiten Hund vierteljährlich 72,00 Euro pro Hund (jährlich 288,00 Euro). Für gefährliche Hunde beträgt die Steuer 250,00 Euro pro Quartal (jährlich 1.000,00 Euro).

Im bundesweiten Vergleich liegt Wuppertal mit 160 Euro beim ersten Hund unter den Städten mit den höchsten Hundesteuersätzen deutschlandweit. Für Menschen mit Grundsicherungsbezug gibt es eine Ermäßigung auf ein Viertel.

Die Anmeldepflicht ist klar: Unabhängig vom Alter des Hundes ist dieser innerhalb von 14 Tagen nach Aufnahme in den Haushalt schriftlich oder telefonisch beim Steueramt anzumelden. Zuständig ist das Ressort Finanzen/Steueramt der Stadt Wuppertal. Die Anmeldung geht auch online über das Serviceportal der Stadt.

Knapp 18.000 Hunde sind in Wuppertal angemeldet. Der Hund trägt die Steuermarke sichtbar am Halsband – Kontrollen finden statt.

Die besten Routen in Wuppertal, mit korrekter Rechtslage

Gelpetal und Ronsdorfer Talsperre, wo die Gelpe nach Eisen riecht

Im Herbst, wenn die Buchen das Wasser im Bach goldig färben, ist das Gelpetal das ruhigste Stück Wuppertal. Die Gelpe riecht nach feuchtem Stein und altem Holz. Gelpetal und Saalbachtal waren einst wichtige Industriestandorte und sind heute beliebte Naherholungsgebiete. An den Ufern stehen noch Überreste der alten Hammerwerke.

Wichtig: Das Gelpetal ist FFH-Schutzgebiet. Im Gelpetal, das als FFH-Gebiet europäischen Naturschutz-Status genießt, dürfen Hunde nur an der Leine unterwegs sein. Das gilt auf allen Wegen. Vor Ort die Beschilderung beachten, die Grenzen des Naturschutzgebiets verlaufen nicht immer sichtbar. In Teilbereichen der Gelpe sowie den Gebieten Rheinbach und Morsbach verlaufen die Grenzen der Naturschutzgebiete in gewissen Abständen parallel zu den Bachläufen, in weiten Bereichen dieser Waldgebiete kann der Hund auf den Wegen abgeleint werden. Im Zweifelsfall: Leine dran.

Aktuelle Routen und Wegbeschreibungen für die Region findest du bei Tourismus NRW.

Staatsforst Burgholz – Mammutbäume und Anleinpflicht

Wer hier zwischen November und März in den Wald läuft, hört nur das Knacken von Ästen unter der eigenen Sohle. Der Staatsforst Burgholz ist mit seiner bundesweit einmaligen Sammlung verschiedener, teils exotischer Gehölze auf einer Fläche von knapp 250 Hektar das größte forstwissenschaftlich betriebene Arboretum Deutschlands. Douglasien, Mammutbäume, Zypressen, der Wald wirkt wie ein botanischer Garten ohne Zaun.

Aber: Im Naturschutzbereich des Staatsforsts Burgholz müssen Hunde auch auf den Wegen angeleint werden. Das städtische Ordnungsamt ist im landeseigenen Staatsforst befugt, das Auslaufverbot zu überwachen und Verstöße zu ahnden. Die Samba-Trasse, die als ehemalige Bahntrasse durch das Gebiet führt, ist ein guter Einstieg, auf der Trasse selbst gelten die üblichen Waldregeln, im angrenzenden Naturschutzbereich die strengeren.

Hundeauslaufgebiete in der Stadt, fünf Flächen, klar ausgeschildert

Der Sonntag um sieben Uhr morgens. Niemand sonst ist da. Das Gras ist noch nass. Genau dafür gibt es die städtischen Freilaufflächen.

Der Nordpark (Am Nordpark 3, 42281 Wuppertal) bietet ein großzügiges Auslaufgebiet im Stadtteil Barmen. Vor Ort findest du Hinweisschilder, die den genauen Bereich markieren, in dem dein Hund frei laufen darf. Die Hardt-Anlagen (42107 Wuppertal) sind ein beliebter Treffpunkt für Hundehalter. Das Auslaufgebiet ist klar ausgeschildert. Im Stadtteil Cronenberg bietet der Ehrenhain ein ruhigeres Auslaufgebiet abseits der Innenstadt. Der Nützenbergpark in Elberfeld bietet ein zentral gelegenes Auslaufgebiet. Und am Gelben Sprung in Barmen gibt es ein weiteres Auslaufgebiet, das sich für Hunde eignet, die gerne mit Artgenossen spielen.

In allen fünf Gebieten gilt: Nur der ausgeschilderte Freilaufbereich ist freigegeben. Im Rest des Waldes gilt die Grundregel, auf dem Weg ohne Leine erlaubt, abseits des Weges nicht.

Wupper-Tal und Beyenburger Stausee – Wasser, Höhenweg, Industriekultur

Die Wupper hat Wuppertal den Namen gegeben. Sie fließt durch das Tal, das im April nach Schmelzwasser und Lehm riecht, im August nach Hitze und trockenem Stein. Am Beyenburger Stausee im südwestlichen Stadtgebiet starten mehrere Wanderwege. Der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) Wuppertal hat mehr als 600 Kilometer Wanderwege ausgewiesen.

Der Wuppertaler Rundwanderweg führt über rund 100 Kilometer um die ganze Stadt, mit Etappen entlang der Wupper, durch das Gelpetal und am Stausee vorbei. Ob Hunde an bestimmten Abschnitten der Wupper-Ufer unangeleint laufen dürfen, hängt von der jeweiligen Schutzgebietseinstufung ab. Die Ufer der Gewässer sind besonders störungsanfällig. Vor Ort die Beschilderung lesen, oder bei der Stadt Wuppertal anfragen.

Was in Wuppertal anders ist als im Rest von NRW

Wuppertal ist keine klassische Großstadt-Flächenkommune. Das Tal ist eng, die Hänge steil, die Wälder fangen direkt hinter den Häusern an. Das schafft eine besondere Dichte: Naturschutzgebiete grenzen unmittelbar an Wohnquartiere.

Mit 160 Euro Hundesteuer für den ersten Hund ist Wuppertal die fünftteuerste Stadt in ganz Nordrhein-Westfalen. Für den Zweithund steigt der Satz auf 288 Euro. Für gefährliche Hunde auf 1.000 Euro jährlich. Das ist bewusste Lenkung. Die Höhe sei der Haushaltskonsolidierung und der Vermeidung von zu vielen Hunden in der Großstadt geschuldet.

Gleichzeitig fehlt es an hundesportlicher Infrastruktur. Es gibt in Wuppertal keinerlei städtisch bereitgestellte oder nutzbare Grundstücke, auf denen Hundesport im öffentlichen Raum stattfinden kann, damit fehlt eine wichtige Grundlage für ein lebendiges Hundewesen in der Stadt. Trotz der höheren Hundesteuer punktet Wuppertal durch die vielen Wälder und Parks. Das Angebot an Freilaufflächen ist begrenzt, wer mehr Platz sucht, fährt an den Stadtrand.

Ein weiterer Wuppertaler Sonderweg: Das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt ist für gleich drei kreisfreie Städte zuständig, Wuppertal, Solingen und Remscheid. Fragen zu Listenhund-Genehmigungen landen dort, nicht beim städtischen Ordnungsamt allein.

Häufig gestellte Fragen

Darf mein Hund in den Barmer Anlagen frei laufen?

Nein. In den Barmer Anlagen gilt Leinenpflicht. Der Kommunale Ordnungsdienst kontrolliert dort aktiv, auch in Zivil. Die Barmer Anlagen sind zwar Privatbesitz des Barmer Verschönerungsvereins, aber öffentlich zugänglich, weshalb das LHundG NRW greift. Freilauf ist nur in den fünf ausgewiesenen Hundeauslaufgebieten erlaubt.

Wie hoch ist die Hundesteuer in Wuppertal 2025?

160 Euro jährlich für den ersten Hund, 288 Euro für jeden weiteren Hund. Für als gefährlich eingestufte Hunde (Kampfhunde) fallen 1.000 Euro pro Jahr an. Die Anmeldung muss innerhalb von 14 Tagen nach Aufnahme des Hundes beim Steueramt erfolgen, per Post, Telefon oder online über das Serviceportal der Stadt Wuppertal. Ermäßigungen gelten für Grundsicherungsempfänger, Assistenzhunde und Tiere aus Tierheimen.

Gilt im Staatsforst Burgholz Leinenpflicht?

Ja, im Naturschutzbereich des Staatsforsts Burgholz müssen Hunde auch auf den Wegen angeleint werden. Das städtische Ordnungsamt ist befugt, dort Verstöße zu ahnden, auch wenn es sich um landeseigenes Gelände handelt. Im restlichen Burgholz-Bereich außerhalb des Naturschutzgebiets gilt die allgemeine Waldregelung: auf dem Weg ohne Leine erlaubt, abseits des Weges Leinenpflicht.

Brauche ich für meinen großen Hund in Wuppertal eine besondere Genehmigung?

Nicht direkt eine Genehmigung, aber eine Anzeigepflicht. Nach LHundG NRW gilt: Hunde mit einer Widerristhöhe ab 40 cm oder einem Gewicht ab 20 kg sind beim Veterinäramt anzumelden. Dazu ist ein Sachkundenachweis erforderlich, und eine Haftpflichtversicherung ist gesetzlich Pflicht. Zuständig ist das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt.

Wo gibt es Hundefreilaufflächen in Wuppertal?

Wuppertal hat fünf städtisch ausgewiesene Freilaufbereiche: Nordpark (Barmen), Hardt-Anlagen (Elberfeld), Am Gelben Sprung (Barmen), Ehrenhain (Cronenberg) und Nützenbergpark (Elberfeld/Kaiserhöhe). In allen gilt: Nur der ausgeschilderte Freilaufbereich ist für den Leinen-aus-Betrieb freigegeben. Der restliche Waldbereich dieser fünf Gebiete ist als Anleingebiet ausgewiesen.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer