Spandau liegt im Westen Berlins, wo Havel und Spree aufeinandertreffen — und genau dieses Wasser prägt den Alltag mit Hund hier ganz wesentlich. Breite Uferstreifen, ausgedehnte Wälder direkt am Stadtrand und eine mittelalterliche Altstadt mit kopfgepflasterten Gassen machen den Bezirk zu einem der grünsten und entspanntesten Ecken der Hauptstadt. Wer hier mit Hund lebt, hat morgens Kiefernwald und abends Kneipe in Sichtweite — das ist keine Selbstverständlichkeit für eine Millionenstadt.
Im Spandauer Stadtbild begegnen dir Wasserratten auf vier Pfoten an jeder Ecke: Labradore, die in den Seitenarmen der Havel plantschen, Terrier, die am Burgwall der Zitadelle Spandau schnüffeln, und Spaziergänger, die mit vollkommen entspannten Hunden durch den Schloßpark schlendern. Die Infrastruktur für Hundehaltende hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert — Tütenspender, ausgewiesene Freilaufflächen und eine wachsende Zahl hundefreundlicher Cafés sind Teil des Alltags geworden. Spandau fühlt sich dabei weniger nach Großstadt an als die meisten anderen Berliner Bezirke.
Gleichzeitig gelten in Berlin — und damit auch in Spandau — klare Regeln für Hundehaltende, die du kennen und einhalten solltest. Leinenpflicht, Hundesteuer und Auflagen für bestimmte Rassen sind feste Bestandteile des Berliner Hunderechts. Wer gut vorbereitet ist, kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: lange Runden entlang der Havel, Waldläufe im Spandauer Forst und das entspannte Gefühl, in einem Bezirk mit Hund zu leben, der tatsächlich Platz hat.
Tagesausflüge mit Hund in Spandau
Das Rauschen der Havel im Wind, der Harzgeruch des Kiefernwalds und der Blick auf die historische Zitadelle — Spandau liefert für einen Tagesausflug mit Hund eine bemerkenswerte Kulisse. Die Region bietet landschaftliche Vielfalt auf engem Raum: Flussufer, Seenlandschaft, dichte Wälder und eine lebendige Altstadt liegen alle in kurzer Entfernung zueinander. Die folgenden Orte und Wege sind besonders beliebt bei Hundehaltenden aus Spandau und aus ganz Berlin.
Havelpromenade und Spandauer Altstadt
Die Havelpromenade zieht sich vom Altstadtkern Spandaus nach Süden und bietet einen breiten, befestigten Uferweg mit Blick auf das Wasser. Morgens sind hier vor allem Locals mit ihren Hunden unterwegs — die Promenade ist großzügig dimensioniert, sodass Begegnungen stressfrei bleiben. Die angrenzende Altstadt Spandau mit ihrer Nikolaikirche und den engen Gassen lädt zum Schlendern ein; beachte aber, dass in der Fußgängerzone Regeln für Hunde gelten können, die du vor Ort prüfen solltest.
Ein schöner Rundweg startet am Lindenufer, führt über die Kolk-Gassen und endet am Spreemündungsbereich, wo Havel und Spree zusammenfließen. Die Uferseiten sind teilweise naturnah geblieben und bieten willige Wasservierbeiner die Möglichkeit, ans Wasser zu gelangen. Besonders früh morgens hast du hier viel Platz. Prüfe jeweils aktuelle Absperrungen oder Baustellen, da sich die Wegeführung gelegentlich ändert.
Spandauer Forst — Wald für lange Runden
Der Spandauer Forst im Nordwesten des Bezirks ist einer der größten zusammenhängenden Waldgebiete Berlins und damit ein echtes Highlight für hundebegeisterte Spaziergänger. Das Wegenetz ist ausgedehnt, die Wege sind meist breit und sandig — gut geeignet für lange Runden auch bei nasser Witterung. Im Forst leben Rehe, Wildschweine und Vögel; Leinenpflicht in bestimmten Bereichen und zu bestimmten Jahreszeiten schützt das Wild und ist in Berlin gesetzlich verankert.
Orientiere dich beim Einstieg an den Parkplätzen und Zugangswegen an der Falkenseer Chaussee oder über Hakenfelde. Die Wege verlaufen teils durch lichte Kiefernbestände, teils durch feuchte Niederungen — bring im Herbst und Winter festes Schuhwerk mit. Für Hunde, die gerne spurten, eignen sich die breiteren Forstwege gut für einen kontrollierten Freilauf, sofern keine Leinenpflicht gilt; informiere dich vorher über die aktuell geltenden Regelungen beim Berliner Senat für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.
Im Forst gibt es keine dichte Infrastruktur — nimm Wasser für deinen Hund mit und plane Runden von einer bis drei Stunden ein. Tütenspender findest du vor allem an den Zugangsbereichen, nicht tief im Wald. Das macht den Spandauer Forst zu einem ruhigen, naturnahen Gegenentwurf zum städtischen Alltag.
Zitadelle Spandau und Burgwall
Die Zitadelle Spandau ist eine der besterhaltenen Renaissancefestungen Deutschlands und liegt auf einer Insel, umgeben von Havel und Juliusturm-Graben. Der Bereich rund um die Zitadelle — besonders das Außengelände am Burgwall — ist ein beliebtes Ausflugsziel für Hundehalter. Die Grünflächen rund um den Burggraben bieten Platz zum Laufen, und das historische Flair macht jeden Spaziergang besonders.
Ob Hunde ins Innere der Zitadelle (Museumsbereich, Veranstaltungsgelände) mitgenommen werden dürfen, hängt von der jeweiligen Veranstaltung und den aktuellen Hausregeln ab — prüfe das vor deinem Besuch direkt bei der Zitadelle. Das Außengelände ist dagegen gut zugänglich und auch an Wochenenden nicht übermäßig überlaufen, wenn du früh startest. Die Nähe zur Havelpromenade erlaubt es, beide Ziele bequem zu einem Rundweg zu verbinden.
Havel-Seen und Spandauer See
Südlich des Spandauer Stadtzentrums öffnet sich die Havelseenlandschaft — ein verzweigtes System aus Buchten, Schilfgürteln und Uferwegen, das sich bis nach Kladow und Wannsee erstreckt. Der Spandauer See selbst ist von Uferpromenaden und naturnahen Abschnitten gesäumt, die für lange Spaziergänge einladen. Viele Hundehalter nutzen die ruhigeren Buchten, um ihre Hunde ins Wasser zu lassen — beachte dabei, dass an offiziellen Badestellen eigene Regeln gelten und Hunde dort häufig nicht erlaubt sind.
Die Fähre F10 nach Kladow ist eine günstige Möglichkeit, die Seite zu wechseln und das Havelufer von der anderen Seite zu erkunden — Hunde dürfen im Berliner ÖPNV mitfahren (dazu später mehr). Kladow selbst hat ruhige Dorfstraßen und Uferabschnitte, die deutlich weniger frequentiert sind als die Spandauer Kernbereiche. Für einen entspannten Halbtagesausflug ist die Kombination aus Fähre, Uferspaziergang und Rückkehr per Bus eine bewährte Route.
Hund und lokale Regeln in Spandau
Wer seinen Hund in Spandau — und damit in Berlin — hält oder besucht, trifft auf ein klar geregeltes System aus Pflichten und Auflagen. Das klingt bürokratisch, ist aber meist gut handhabbar, wenn man die wichtigsten Punkte kennt. Berlin hat eigene Hunderegelungen, die in einigen Punkten strenger sind als in anderen Bundesländern; informiere dich stets auf den offiziellen Seiten, da Regelungen sich ändern können.
Leinenpflicht in Berlin — wo gilt sie?
In Berlin gilt keine flächendeckende allgemeine Leinenpflicht für alle öffentlichen Flächen — aber es gibt zahlreiche Bereiche, in denen Hunde zwingend an der Leine geführt werden müssen. Dazu gehören laut Berliner Hundegesetz (HundeG Bln) unter anderem öffentliche Straßen, Gehwege, Einkaufsstraßen, öffentliche Verkehrsmittel, Kinderspielplätze und deren unmittelbare Umgebung sowie Friedhöfe. In Parks und Grünanlagen ist die Leinenpflicht bereichsabhängig geregelt — teils gilt sie, teils gibt es ausgewiesene Freilaufflächen.
Im Spandauer Forst und anderen Berliner Wäldern gilt während der Brut- und Setzzeit (in der Regel 1. April bis 15. Juli) eine verschärfte Leinenpflicht auf und abseits von Wegen — das dient dem Schutz von Wildtieren und deren Nachwuchs. Auch außerhalb dieser Zeiten kann es in bestimmten Waldabschnitten Leinenpflicht geben. Aktuelle und verbindliche Informationen findest du beim Berliner Senat für Justiz und Verbraucherschutz, wo das HundeG Bln einsehbar ist. Halte dich an Hinweisschilder vor Ort — sie sind verbindlich.
Hundesteuer und Anmeldung in Berlin
Wer in Berlin einen Hund hält, ist verpflichtet, diesen beim Finanzamt Berlin anzumelden und Hundesteuer zu entrichten. Die Anmeldung muss innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme des Hundes erfolgen. Die Höhe der Hundesteuer richtet sich nach der geltenden Hundesteuerordnung des Landes Berlin — konkrete Beträge erfährst du direkt beim Finanzamt oder auf der offiziellen Berliner Landeswebseite, da sich Steuersätze ändern können und wir hier keine verbindlichen Zahlen nennen.
Für als gefährlich eingestufte Hunde (sogenannte Listenhunde) gelten in Berlin erhöhte Steuersätze und zusätzliche Haltungsauflagen — dazu gleich mehr. Nach der Anmeldung erhältst du eine Steuermarke, die dein Hund am Halsband tragen muss und die bei Kontrollen vorgezeigt werden kann. Informationen zur Anmeldung findest du auf der offiziellen Seite berlin.de — Hundesteuer. Halte dort alle Angaben aktuell, besonders bei Umzug oder Abgabe des Tieres.
Öffentlicher Nahverkehr und Gastronomie mit Hund
Im Berliner ÖPNV — also in U-Bahn, S-Bahn, Bus und auf der Fähre nach Kladow — dürfen Hunde grundsätzlich mitgenommen werden. Kleine Hunde, die in einer Tasche oder Box transportiert werden, fahren in der Regel kostenlos mit; größere Hunde benötigen ein eigenes Ticket (reduzierter Fahrschein). Der Hund muss an der Leine geführt werden, und eine Beißschutzpflicht gilt laut BVG-Beförderungsbedingungen für bestimmte Hunde. Prüfe die aktuellen BVG-Beförderungsbedingungen vor deiner Fahrt, da sich Details ändern können.
In der Spandauer Gastronomie — vom Café an der Havelpromenade bis zum Biergarten in der Altstadt — ist die Hundefreundlichkeit unterschiedlich ausgeprägt. Viele Außenbereiche erlauben Hunde, Innenräume sind davon oft ausgenommen. Frag vor dem Platznehmen kurz nach — das ist in Berlin so üblich und wird von Gastgebern geschätzt. Einige Cafés in der Altstadt haben sogar Wassernapf-Service. Einen guten Überblick über hundefreundliche Lokale bekommst du vor Ort durch Nachfragen oder durch lokale Facebook-Gruppen für Berliner Hundehalter.
Listenhunde, Entsorgungspflicht und weitere Auflagen
Berlin führt eine Liste von Hunderassen und -typen, für die besondere Haltungsauflagen gelten. Dazu zählen unter anderem American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa Inu sowie deren Kreuzungen. Für diese Hunde gilt unter anderem Leinenpflicht und Maulkorbzwang im öffentlichen Raum, eine Erlaubnispflicht sowie ein Wesenstest. Das Berliner Hundegesetz regelt dies im Detail — informiere dich unbedingt vorab auf den offiziellen Seiten, wenn du einen dieser Hunde hältst oder mit einem nach Berlin reist.
Die Entsorgungspflicht für Hundekot gilt in ganz Berlin und damit auch in Spandau. Hinterlassenschaften müssen unmittelbar beseitigt werden; Tütenspender gibt es an vielen Zugangspunkten zu Parks und an frequentierten Wegen. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld — die Höhe richtet sich nach dem Berliner Bußgeldkatalog. Nimm immer eigene Tüten mit, da Spender nicht überall und nicht immer befüllt sind. Für alle Fragen rund um das Berliner Hundegesetz ist das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo), Fachbereich Veterinärwesen die zuständige Stelle.
Praktisches vor Ort in Spandau
Spandau ist nicht nur Altstadt und Havel — hinter den Kulissen findest du ein gut ausgebautes Netz aus Tierarztpraxen, Hundeschulen und Betreuungsangeboten, das den Alltag mit Hund hier deutlich erleichtert. Wer neu in den Bezirk zieht oder nur zu Besuch ist, profitiert davon, die wichtigsten Anlaufstellen schon im Voraus zu kennen.
Tierärzte und tierärztlicher Notdienst in Spandau
In Spandau selbst gibt es mehrere niedergelassene Tierarztpraxen, die du über das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LaGeSo) oder die Tierärztekammer Berlin ausfindig machen kannst. Die Praxen verteilen sich auf verschiedene Ortsteile — von Spandau-Mitte über Hakenfelde bis Falkenhagener Feld, sodass du in der Regel keine langen Wege zurücklegen musst. Für Notfälle außerhalb der regulären Öffnungszeiten gilt in Berlin ein rollierender Notdienst: Die aktuelle Notdienstliste veröffentlicht die Tierärztekammer Berlin auf ihrer Website, alternativ gibt die Praxis deines Vertrauens auf dem Anrufbeantworter den diensthabenden Kollegen an. Kläre diese Nummer am besten, bevor du sie dringend brauchst — besonders wenn du mit einem unbekannten Hund zu Gast bist.
Für schwere Verletzungen oder lebensbedrohliche Zustände sind tierärztliche Kliniken mit 24-Stunden-Betrieb in Berlin-Charlottenburg und im Berliner Stadtgebiet erreichbar. Die Fahrt vom westlichen Spandau dorthin dauert je nach Verkehrslage 20 bis 40 Minuten — plane diesen Zeitpuffer mental ein. Halte außerdem die Giftnotrufnummer parat: Das Giftnotruf-Zentrum Berlin ist unter 030 19240 erreichbar und berät auch bei Vergiftungsverdacht beim Tier.
Hundeschulen und Trainingsangebote
Spandau hat eine aktive Hundecommunity, und das spiegelt sich im Angebot an Hundeschulen und Trainingsgruppen wider. Du findest Anbieter, die klassische Welpen- und Junghundkurse anbieten, aber auch spezialisierte Trainings wie Mantrailing, Agility oder Begleithundeprüfungen. Schau gezielt nach Schulen, die nach anerkannten, positiv verstärkenden Methoden arbeiten — das schützt dich und deinen Hund vor kontraproduktiven Trainingsansätzen. Eine erste Orientierung bietet die Datenbank des Berliner Tierschutzvereins, der teilweise auch Trainingsressourcen und Empfehlungen verlinkt.
Einige Hundeschulen in Spandau nutzen die natürliche Umgebung — Havelufer, Waldstücke im Spandauer Forst oder die weitläufigen Grünflächen im Falkenhagener Feld — direkt als Trainingsgelände. Das ist ein echter Vorteil: Dein Hund lernt unter realen Bedingungen mit Ablenkung durch Natur, Radfahrer und andere Hunde. Frage vor der Anmeldung nach der Ausbildung des Trainers, der Gruppengröße und dem methodischen Ansatz — seriöse Schulen beantworten das gern und transparent.
Ausgewiesene Hundeauslaufzonen in Spandau
Berlin unterhält ein Netz aus offiziellen Hundeauslaufzonen, in denen Hunde ohne Leine rennen und spielen dürfen — vorausgesetzt, du hast die Kontrolle über deinen Hund und hältst die Platzregeln ein. Für Spandau sind mehrere solcher Flächen ausgewiesen; die jeweils aktuelle Liste mit genauen Adressen und Öffnungszeiten pflegt das Bezirksamt Spandau auf seiner Website. Prüfe die Liste regelmäßig, da Flächen gelegentlich gesperrt, verlegt oder neu eingerichtet werden.
Bekannte Bereiche für Hundeauslauf befinden sich unter anderem entlang der Havelufer-Abschnitte sowie im Bereich des Spandauer Forstes, wo großzügige Wiesenflächen existieren. Eingezäunte Hundewiesen — ideal für unsichere Hunde oder Welpen im Sozialisierungstraining — sind seltener, aber vorhanden; frage gezielt danach beim Bezirksamt oder in lokalen Hundegruppen. Denke daran: Auch in Auslaufzonen gilt Rücksicht auf andere Nutzer, und Kothaufen müssen beseitigt werden — Spandau stellt dafür an vielen Stellen Tütenspender und Abfallbehälter bereit.
Tierunterkünfte, Pensionen und Betreuung
Wenn du verreist oder tagsüber keine Betreuung hast, bietet Spandau und das direkte Umland verschiedene Optionen für dein Tier. Tierhotels und Pensionen mit Auslauf ins Grüne finden sich vor allem am Stadtrand Richtung Falkensee und Nauen, also sehr nah an Spandau. Prüfe bei der Buchung, ob das Angebot vom zuständigen Veterinäramt geprüft und zugelassen ist — das ist in Berlin Pflicht für gewerbliche Tierpensionen. Wer seinen Hund lieber in einer Pflegefamilie betreuen lässt, findet über spezialisierte Vermittlungsplattformen und lokale Tierheim-Netzwerke entsprechende Angebote.
Das Tierheim Berlin in Hohenschönhausen — Berlins zentrales Tierheim — bietet neben Vermittlung auch Beratung rund um Tierhaltung an und ist als erste Anlaufstelle bei Fragen zur Unterbringung geeignet. Für kürzere Aufenthalte oder Tagesbetreuung gibt es in Spandau auch einzelne Hundetagesstätten, die teils kleine Gruppen in privaten oder gewerblichen Räumlichkeiten betreuen. Melde deinen Hund rechtzeitig an und bring alle Impfnachweise mit — seriöse Einrichtungen verlangen mindestens den Nachweis gegen Staupe, Parvo und Tollwut.
Saisonal in Spandau
Der Jahresverlauf in Spandau formt das Leben mit Hund ganz konkret — die Havel friert im strengen Winter zu, im Sommer lockt sie mit Badestellen, und im Frühjahr erwachen Wälder und Ufer mit all ihren Risiken und Schönheiten. Wer die Besonderheiten jeder Saison kennt, geht besser vorbereitet raus.
Frühling: Brut- und Setzzeit im Spandauer Forst und an den Havelseen
Ab März erwacht der Spandauer Forst — und mit ihm gelten verschärfte Rücksichtspflichten. Rehe und Wildschweine setzen im Frühjahr ihre Jungen, Bodenbrüter wie Lerchen und Kiebitz legen ihre Gelege direkt ins hohe Gras. Lass deinen Hund in dieser Zeit nicht unkontrolliert durch Unterholz und Wiesen streifen — ein kurzes Ausweichen ins Gebüsch kann ein ganzes Gelege zerstören oder ein Kitz aufscheuchen. Die Leinenpflicht, die im Berliner Landeswaldgesetz verankert ist, gilt im Wald grundsätzlich in der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 15. Juli; informiere dich über die genauen Regelungen beim Berliner Forst.
An den Ufern der Havel und der Havelseen brüten Wasservögel wie Haubentaucher und Teichralle in Ufernähe. Viele dieser Uferbereiche sind im Frühjahr sensibel — dein Hund sollte nicht frei ins Schilf laufen. Frühling bedeutet aber auch: Die Zeckensaison beginnt. Prüfe deinen Hund nach jedem Waldspaziergang sorgfältig auf Zecken, besonders an Ohren, Achseln und zwischen den Zehen. Stimme die Zeckenprophylaxe mit deinem Tierarzt ab — im Berliner Raum kommen sowohl der gemeine Holzbock als auch die Auwaldzecke vor.
Sommer: Hitze, Wasser und Sonnenschutz am Havelufer
Spandauer Sommer können heiß werden — und das wird für Hunde schnell gefährlich. Asphalt und Betonpflaster in der Altstadt und den Wohngebieten heizen sich auf Temperaturen auf, die Pfoten in Sekunden verbrennen können. Die Faustregel: Wenn du den Handrücken nicht fünf Sekunden auf den Boden legen kannst, ist er zu heiß für Pfoten. Verlege Spaziergänge in die frühen Morgenstunden vor 9 Uhr oder den Abend nach 19 Uhr und nutze schattige Waldwege im Spandauer Forst statt offener Wiesenflächen.
Die Havel und die Havelseen bieten im Sommer natürliche Abkühlung — für viele Hunde ist das Planschen und Schwimmen ein echtes Highlight. Prüfe aber vor jedem Schwimmen, ob Blaualgenwarnung besteht: Das Berliner Umweltamt veröffentlicht aktuelle Badewasserqualitäten, und Blaualgen sind für Hunde hochgiftig. Lass deinen Hund kein stehendes, trübes oder auffällig riechend grünliches Wasser trinken. Nicht alle Uferabschnitte sind offiziell als Badestellen ausgewiesen — achte auf Absperrungen und Hinweisschilder, da an manchen Stellen Naturschutz oder Schifffahrt den Zugang regeln.
Vergiss nie, frisches Wasser mitzunehmen. Auch wenn die Havel nahe ist — Flusswasser ersetzt keine saubere Trinkquelle. Trinkwasser für unterwegs, ein faltbarer Napf und ein schattiger Rastplatz gehören im Spandauer Sommer zur Standardausrüstung.
Herbst: Pilze, Jagdsaison und die schönsten Waldwege
Der Herbst ist für viele Hundemenschen die schönste Jahreszeit in Spandau — der Forst leuchtet, das Laub dämpft jeden Schritt, und die Temperaturen sind ideal für lange Runden. Gleichzeitig lauern Pilze als echte Gefahr: Knollenblätterpilz, Pantherpilz und andere giftige Arten wachsen auch in stadtnahen Berliner Wäldern. Hunde, die am Boden schnüffeln und kauen, sind gefährdet. Beobachte deinen Hund genau und brich ihm auffällige Pilzstücke aus dem Maul — bei Symptomen wie Erbrechen oder Zittern sofort zum Tierarzt.
Ab Oktober beginnt die Jagdsaison im Berliner Stadtforst und in den angrenzenden Brandenburger Revieren. An Jagdtagen können Bereiche des Spandauer Forstes und der Tegeler Forst kurzzeitig gesperrt sein; entsprechende Hinweisschilder musst du ernst nehmen. Lass deinen Hund in Waldnähe immer mit Leine und auffälliger Signalfarbe laufen — eine orangefarbene Warnweste für Hunde ist in der Jagdsaison keine Übertreibung. Herbstlaub auf Wegen kann außerdem nasse Äste, Stolperfallen und verborgene Bodenlöcher verdecken — geh im unbekannten Gelände langsamer.
Winter: Streusalz, Kälte und Hundesicherheit in der Stadt
Berliner Winter bedeuten für Hunde vor allem eines: Streusalz und Taumittel auf Gehwegen und Straßen. Diese Substanzen reizen die Pfoten, trocknen die empfindliche Haut zwischen den Ballen aus und sind beim Ablecken giftig. Wasche die Pfoten deines Hundes nach jedem Stadtspaziergang gründlich mit lauwarmem Wasser ab und überprüfe die Ballenhaut regelmäßig auf Risse oder Rötungen. Pfotenwachs — vor dem Spaziergang aufgetragen — bietet zusätzlichen Schutz.
Kleine und kurzhaarige Hunde können im Spandauer Winter schnell auskühlen. Ein gut sitzender Mantel ist bei Temperaturen unter null Grad keine modische Spielerei, sondern sinnvoller Schutz — besonders für Welpen, ältere Tiere und Hunde mit wenig Unterwolle. Halte Spaziergänge bei Eisglätte kürzer: Hunde können auf glatten Flächen ausrutschen und sich Gelenke oder Muskeln verletzen. An der Havel gilt im Winter besondere Vorsicht: Zugeis kann täuschen, und eine dünne Eisschicht trägt keinen Hund sicher. Lass deinen Hund nicht unbeaufsichtigt ans Ufer, solange keine gesicherte Eisqualität besteht.
Die Dämmerung setzt im Dezember schon gegen 16 Uhr ein — statte deinen Hund mit einem Leuchtanhänger oder einem reflektierenden Halsband aus, wenn ihr abends unterwegs seid. Im Spandauer Stadtgebiet herrscht reger Verkehr, und gut sichtbare Hunde reduzieren das Unfallrisiko erheblich. Nutze die ruhigeren Wintertage für entspannte Kurzrunden im Forst — bei Neuschnee ist der Spandauer Forst mit knirschendem Untergrund und frischen Spuren im Schnee ein echtes Erlebnis für neugierige Hundenasen.
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