Hintergrund zur Region
Charlottenburg liegt im Westen Berlins und gehört zu den grünsten, weitläufigsten Stadtteilen der Hauptstadt. Wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch kommt, findet prachtvolle Parkanlagen, den Spreebogen, breite Alleen und belebte Kieze — alles fußläufig erreichbar. Der Geruch von frisch gemähtem Rasen im Schlosspark, das Rauschen der Spree, das Knirschen herbstlicher Kastanien unter den Pfoten: Charlottenburg hat einen ganz eigenen Rhythmus, der Mensch und Hund gleichermaßen aufatmen lässt.
Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zählt zu den bevölkerungsreichsten Berlins, und Hunde gehören hier seit Jahrzehnten zum Stadtbild. Auf der Kantstraße zieht ein Malinois seinen Halter an Café-Tischen vorbei, im Lietzenseepark plantscht ein Labrador im Uferbereich, und am Savignyplatz döst ein Mischling unter einer Platane. Die Infrastruktur für Hundehaltende ist gut ausgebaut — von Tierarztpraxen über Hundeauslaufzonen bis hin zu hundfreundlichen Gastronomien findet sich hier vieles, was den Alltag erleichtert.
Dieser Überblick hilft dir, Charlottenburg mit Hund sicher und entspannt zu erkunden — ob als Anwohner oder für einen Tagesausflug aus dem Rest Berlins oder von weiter her. Die Regeln des Berliner Hunderechts gelten auch hier; prüfe aktuelle Aushänge und Beschilderungen vor Ort, da sich Regelungen ändern können. Alles Weitere findest du in den folgenden Abschnitten.
Tagesausflüge mit Hund in Charlottenburg
Die Spree glitzert im Morgenlicht, Kastanienwipfel werfen Schatten auf breite Wege, und irgendwo bellt fröhlich ein Hund — Charlottenburg lädt zu langen Streifzügen ein. Die folgenden Orte eignen sich besonders gut für einen Ausflug mit Hund, bieten aber jeweils eigene Regeln, die du vorher prüfen solltest.
Schlosspark Charlottenburg: Promenade mit Geschichte
Der Schlosspark Charlottenburg gehört zu den schönsten barocken Gartenanlagen Berlins und ist gleichzeitig ein echter Hundetreffpunkt. Entlang der langen Hauptachse, der Spree-Uferpromenade und den seitlichen Wegen kannst du ausgedehnte Runden drehen — insgesamt kommt man leicht auf mehrere Kilometer. Die Parkfläche bietet schattige Abschnitte unter alten Linden und Eichen, was gerade im Sommer ein großer Vorteil ist. Wichtig: Im Schlosspark gilt grundsätzlich Leinenpflicht; Schilder an den Eingängen und auf der Website der Berliner Schlösser geben Auskunft über aktuelle Regelungen — prüfe diese vor deinem Besuch auf spsg.de.
Die Parkwege sind gut befestigt und auch bei feuchtem Wetter gut begehbar. In den Randbereichen gibt es grasige Flächen, auf denen Hunde die Nase ausgiebig einsetzen können. Rund um den Park befinden sich mehrere Wasserstellen und im Sommer auch mobile Trinkangebote für Hunde. Der nahegelegene Spreeabschnitt hinter dem Park bietet zusätzliche Laufstrecken entlang des Ufers.
Lietzenseepark: Stadtoase mit Seeufer
Der Lietzenseepark ist eine der beliebtesten Grünflächen in Charlottenburg und besonders bei Hundehaltenden geschätzt. Der See selbst, umgeben von altem Baumbestand und geschwungenen Wegen, bietet eine ruhige Atmosphäre mitten im Stadtbezirk. Rund um den See führt ein gut ausgeschilderter Rundweg, der sich ideal für morgendliche Runden eignet. An mehreren Stellen gibt es Zugänge zum Uferbereich, wobei du die vor Ort angebrachten Hinweisschilder zur Nutzung beachten solltest.
Im Park gibt es eine ausgewiesene Hundeauslaufzone, in der Hunde ohne Leine laufen dürfen — prüfe Lage und aktuelle Regelung auf der Website des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Lietzenseepark ist gut mit dem ÖPNV erreichbar und liegt zentral genug, um ihn mit einem Spaziergang durch den Kiez zu verbinden. Hundebesitzer aus dem gesamten Westteil Berlins nutzen diesen Park regelmäßig als Ausflugsziel.
Volkspark Wilmersdorf und Umgebung: Weitläufig im Südwesten
Wer aus Charlottenburg ein Stück nach Süden zieht, erreicht den Volkspark Wilmersdorf — eine weitläufige Anlage mit geschwungenen Wegen, Wiesen und altem Baumbestand. Der Park eignet sich gut für längere Spaziergänge, bietet aber auch ruhige Ecken, in denen Hund und Halter entspannen können. Die Flächen sind teils sehr weitläufig, was gerade für bewegungsfreudige Hunderassen ein echter Pluspunkt ist. Auch hier gilt: Aushänge und Schilder vor Ort zeigen, wo Leinenpflicht besteht und wo Hunde mehr Freiheit haben.
In der Umgebung des Volksparks befinden sich ruhige Wohnstraßen mit schattenspendenden Bäumen und wenig Verkehr — ideal für längere Spaziergänge, wenn der eigentliche Parkweg schon bekannt ist. Die nahe gelegene Ringbahntrasse bietet zusätzliche lineare Strecken für ausdauernde Hunde. Restaurants und Cafés am Rand nehmen häufig Hunde mit, aber frage immer vorher kurz nach.
Spreeufer und Charlottenburger Schleuseninsel: Wasser und Weite
Entlang der Spree erstrecken sich im Bereich Charlottenburg mehrere gut zugängliche Uferwege, die sowohl für Spaziergänge als auch für ausgedehnte Läufe geeignet sind. Die Charlottenburger Schleuseninsel und die angrenzenden Bereiche am Spreeufer bieten interessante Strukturen, viele Gerüche und gelegentlich auch Zugänge zum Wasser. Besonders morgens ist es hier ruhig, die Wege sind oft noch menschenleer und der Blick auf den Fluss macht den Kopf frei. Prüfe an den Zugängen, ob Bereiche temporär gesperrt oder mit zusätzlichen Regelungen belegt sind.
Der Weg von der Straße des 17. Juni bis zur Schleuse lässt sich gut mit einer Runde durch den Tiergarten kombinieren, der zwar verwaltungstechnisch zum Bezirk Mitte gehört, aber fußläufig erreichbar ist. Am Spreeufer gibt es im Sommer vereinzelte Gastronomiebetriebe, die auch Hunde dulden — erkunde das am besten vor Ort. Der gesamte Spreekorridor bietet eines der stimmungsvollsten Hundeerlebnisse in Westberlin, besonders in den frühen Morgen- oder Abendstunden.
Hund und lokale Regeln in Charlottenburg
Ein Hauch von Bürokratie liegt in der Berliner Luft — aber wer die Regeln kennt, kann entspannt mit seinem Hund durch Charlottenburg streifen. Die wichtigsten Regelungen für Hundehaltende in Berlin gelten natürlich auch hier im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.
Leinenpflicht in Charlottenburg: Was gilt wo?
In Berlin gilt eine allgemeine Leinenpflicht in dicht besiedelten und öffentlichen Bereichen, die durch das Berliner Hundegesetz (HundeG Bln) geregelt wird. Das bedeutet: In der Öffentlichkeit — auf Straßen, in Parks ohne ausgewiesene Freiflächen und in Grünanlagen — muss dein Hund grundsätzlich an der Leine geführt werden. Ausnahmen gelten nur in explizit ausgewiesenen Hundeauslaufzonen. Die genaue aktuelle Fassung des Gesetzes findest du auf dem Portal des Berliner Senats für Umwelt und Klimaschutz.
Innerhalb von Parks wie dem Schlosspark Charlottenburg oder dem Lietzenseepark können zusätzliche oder abweichende Regelungen gelten — prüfe deshalb immer die Beschilderung an den Eingängen. Verstöße gegen die Leinenpflicht können mit einem Bußgeld geahndet werden; die Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Verstoß und der Berliner Bußgeldstelle. Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf werden Ordnungswidrigkeiten regelmäßig durch den Allgemeinen Ordnungsdienst (AOD) kontrolliert. Achte besonders auf Zeiten mit erhöhtem Fußgängeraufkommen, etwa an Wochenenden rund um das Schloss.
Hundesteuer und Anmeldung in Berlin
In Berlin bist du als Hundehalterin oder Hundehalter verpflichtet, deinen Hund beim Finanzamt Berlin anzumelden und Hundesteuer zu entrichten. Die Anmeldung muss innerhalb von zwei Wochen nach Aufnahme des Hundes erfolgen. Die Höhe der Hundesteuer ist gesetzlich geregelt und variiert je nach Anzahl der Hunde und ob es sich um eine als „gefährlich" eingestufte Rasse handelt — die aktuellen Beträge und Regelungen findest du direkt auf dem Steuerportal des Landes Berlin.
Nach der Anmeldung erhältst du eine Hundemarke, die dein Hund im öffentlichen Raum sichtbar tragen muss. Das Nicht-Tragen der Marke kann zu Bußgeldern führen. Für Hunde, die als gefährliche Hunde nach dem Berliner Hundegesetz eingestuft werden, gelten zusätzliche Auflagen und ein erhöhter Steuersatz — informiere dich über die entsprechende Einstufung deiner Rasse direkt bei der zuständigen Behörde. Die Ummeldung bei einem Umzug innerhalb Berlins ist ebenfalls Pflicht.
Hunde im Berliner ÖPNV und in der Gastronomie
Wer mit Hund Charlottenburg erkundet, kommt häufig auch in den Genuss des gut ausgebauten Berliner ÖPNV-Netzes. In U-Bahn, S-Bahn, Tram und Bus der BVG dürfen Hunde grundsätzlich mitgenommen werden — allerdings nur an der Leine und mit gültigem Fahrschein für den Hund. Kleine Hunde in einer geschlossenen Transportbox fahren kostenlos mit. Aktuelle Regelungen zur Hundemitnahme findest du direkt auf der Website der BVG unter deren Beförderungsbedingungen; die Regeln können sich ändern, also kurz vor der Fahrt nachschauen lohnt sich.
Berliner Cafés und Restaurants sind gegenüber Hunden oft aufgeschlossen, aber ein gesetzliches Recht auf Einlass gibt es nicht — die Entscheidung liegt beim jeweiligen Betrieb. In Charlottenburg findest du besonders entlang des Savignyplatzes, der Bleibtreustraße und rund um den Stuttgarter Platz viele hundfreundliche Außenbereiche. Im Innenraum ist die Bereitschaft zur Mitnahme von Hund zu Hund und von Lokal zu Lokal unterschiedlich — frage immer kurz nach, bevor du mit deinem Hund eintrittst. In Supermärkten und Lebensmittelgeschäften sind Hunde aus hygienerechtlichen Gründen in aller Regel nicht erlaubt.
Listenhunde, Sachkundenachweis und Kotentsorgung
Das Berliner Hundegesetz unterscheidet zwischen Hunden, die generell als gefährlich eingestuft werden, und Hunden, bei denen Gefährlichkeit im Einzelfall festgestellt werden kann. Für Hunde bestimmter Rassen — darunter Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa Inu — gelten besondere Haltungsvoraussetzungen, darunter Leinenpflicht und Maulkorbgebot im öffentlichen Raum sowie ein verpflichtender Sachkundenachweis. Ob und für welche weiteren Rassen Einschränkungen gelten, erfährst du verbindlich auf der Website der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt und Klimaschutz — prüfe dies immer anhand der aktuellen Rechtslage.
Für alle Hunde in Charlottenburg gilt selbstverständlich die Pflicht zur Kotentsorgung: Hinterlassenschaften müssen sofort beseitigt und in dafür vorgesehenen Abfallbehältern entsorgt werden. Im Bezirk sind zahlreiche „Gassibeutel"-Spender und Mülleimer aufgestellt — trotzdem empfiehlt sich, eigene Beutel mitzunehmen, da Spender gelegentlich leer sein können. Verstöße können mit einem Bußgeld belegt werden, und der AOD kontrolliert auch in Parks und Grünanlagen. Wer seinen Hund gut erzieht und die Grundregeln kennt, erlebt Charlottenburg als ausgesprochen hundefreundlichen Stadtteil.
Praktisches vor Ort in Charlottenburg
Charlottenburg ist dicht besiedelt, urban und lebendig — doch wer die richtigen Anlaufstellen kennt, findet für seinen Hund alles, was er braucht, oft in fußläufiger Entfernung. Von der Tierarztpraxis um die Ecke bis zur Hundeschule im Kiez: Das Netz ist engmaschig, wenn du weißt, wo du suchen musst.
Tierärzte und Notfallversorgung in Charlottenburg
Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es eine hohe Dichte an Tierarztpraxen, vor allem entlang der Kantstraße, der Bleibtreustraße und rund um den Kurfürstendamm. Für den Alltag — Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen, Parasitenschutz — findest du in nahezu jedem Kiez-Abschnitt eine Praxis. Ruf vor dem ersten Besuch kurz an, um Öffnungszeiten und Spezialisierungen zu erfragen; manche Praxen behandeln nur bestimmte Tierarten oder haben begrenzte Akutkapazitäten.
Im Notfall außerhalb der Praxisöffnungszeiten bist du auf tierärztliche Notdienste angewiesen. Berlin verfügt über mehrere Tierkliniken mit 24-Stunden-Betrieb, darunter Einrichtungen im angrenzenden Stadtgebiet, die auch nachts und an Feiertagen erreichbar sind. Die aktuelle Notdienstliste für Berlin führt die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz, Tierschutz und Lebensmittelsicherheit auf ihrer Website. Speichere die Nummer einer Notfallklinik direkt im Handy, bevor du sie brauchst — im Ernstfall zählt jede Sekunde.
Für Reisen ins Ausland oder Fernzüge benötigst du einen EU-Heimtierausweis mit aktuellen Impfeinträgen. Viele Praxen in Charlottenburg stellen diesen aus oder ergänzen bestehende Ausweise. Frag beim nächsten Routinebesuch gleich danach, damit du nicht kurzfristig unter Druck gerätst.
Hundeschulen und Training im Kiez
Charlottenburg und das angrenzende Wilmersdorf bieten eine gute Auswahl an Hundeschulen und Trainern — von der klassischen Welpengruppe bis zum Einzelcoaching für Hunde mit besonderen Bedürfnissen. Suche gezielt nach Trainern, die mit positiver Verstärkung arbeiten und ihre Qualifikation transparent machen. Die Bezeichnung „Hundetrainer" ist in Deutschland nicht geschützt, daher lohnt es sich, nach anerkannten Ausbildungen oder Mitgliedschaften in Fachverbänden zu fragen.
Gruppentrainings finden häufig im Lietzenseepark oder auf privaten Trainingsgeländen in der Nähe statt. Einige Schulen bieten auch Online-Beratung oder Hausbesuche an — praktisch, wenn dein Hund in fremder Umgebung zu aufgedreht ist, um konzentriert zu lernen. Frag bei der Anmeldung konkret nach Klassengröße und dem Trainingsniveau: Anfängergruppen und fortgeschrittene Kurse unterscheiden sich erheblich im Tempo.
Wer einen Junghund in die Stadt integrieren möchte, profitiert besonders von Stadtspaziergangs-Training, das direkt auf Berliner Verhältnisse ausgerichtet ist — Straßenbahn, Menschenmassen, Fahrräder, Baustellen. Einige Trainer bieten solche praxisnahen Einheiten als Einzelstunden an und begleiten dich mit deinem Hund durch den Alltag.
Auslaufzonen und eingezäunte Freilaufflächen
Charlottenburg hat mehrere ausgewiesene Hundeauslaufgebiete, in denen das Freilaufen ohne Leine erlaubt ist — vorausgesetzt, die aktuelle Beschilderung und Verordnung lässt es zu. Prüfe die Regelung immer direkt vor Ort, da sich Freigaben saisonal oder durch Änderungen der Berliner Grünanlagenverordnung verschieben können. Aktuelle Informationen zu Auslaufzonen in Berlin findest du beim Ordnungsamt Charlottenburg-Wilmersdorf.
Der Lietzenseepark verfügt über einen klar abgegrenzten Bereich, der traditionell als Hundeauslaufzone genutzt wird. Ähnliches gilt für Teile des Volksparks Wilmersdorf, der fußläufig vom südlichen Charlottenburg erreichbar ist. In beiden Parks gilt: Tüten einpacken und konsequent aufräumen — die Akzeptanz gegenüber Hunden hängt direkt vom Verhalten der Haltenden ab.
Für Hunde, die besonderen Reizhunger haben oder viel Toben brauchen, lohnt der Weg zum Grunewald an der westlichen Stadtgrenze. Dort findest du weitläufige Waldflächen mit langen Laufwegen, die weit über das hinausgehen, was ein Stadtpark bieten kann. Eingezäunte Hundewiesen gibt es in Berlin an verschiedenen Standorten; eine aktuelle Übersicht pflegt die Stadt unter dem Stichwort „Hundeauslaufgebiete Berlin".
Hundepensionen, Tagesbetreuung und Dog-Sitting
Wer tagsüber arbeitet oder verreist, braucht eine verlässliche Betreuungslösung für den Hund. In Charlottenburg und Umgebung gibt es Hundepensionen, Hundetagesstätten und private Dog-Sitter — die Angebote reichen von der Einzelbetreuung im Privathaushalt bis zur strukturierten Tagesgruppe. Besuche die Einrichtung vorab, bevor du deinen Hund dort lässt, und achte auf Sauberkeit, Gruppengrößen und den Umgang des Personals mit den Tieren.
Viele Hundetagesstätten verlangen einen Aufnahmetest, um die Sozialverträglichkeit des Hundes zu prüfen — das ist kein Hindernis, sondern ein gutes Zeichen. Gut geführte Einrichtungen haben klare Regeln für Impfnachweise und den Gesundheitsstatus. Frag gezielt nach dem Betreuungsschlüssel: Wie viele Hunde betreut eine Person gleichzeitig?
Für Kurzurlaube oder längere Abwesenheiten bieten sich Pensionen mit Übernachtung an, die es sowohl in Charlottenburg selbst als auch in den ruhigeren Randlagen Berlins gibt. Eine weitere Option ist das gegenseitige Hundesitting über lokale Netzwerke oder Nachbarschaftsgruppen — praktisch und oft günstiger, aber prüfe im Vorfeld immer, wer die Verantwortung übernimmt und wie Notfälle geregelt sind.
Planst du eine längere Reise und möchtest deinen Hund in vertrauter Umgebung lassen, bietet sich ein Sitter an, der ins eigene Zuhause kommt. Dieser Service ist in Berlin gut verfügbar; verlasse dich nicht allein auf Bewertungen im Internet, sondern triff die Person vorab persönlich mit deinem Hund.
Saisonal in Charlottenburg
Berlin hat ein ausgeprägtes Kontinentalklima — heiße Sommer, kalte Winter, und dazwischen Frühjahr und Herbst, die mit ihren eigenen Herausforderungen kommen. Wer mit Hund in Charlottenburg lebt oder zu Besuch ist, tut gut daran, die Jahreszeiten aktiv einzuplanen statt sich überraschen zu lassen.
Frühling: Brut- und Setzzeit im Stadtgrün
Wenn sich der Lietzenseepark und die Uferstreifen der Spree im April und Mai grün färben, erwacht auch die Tierwelt. Vögel brüten in Bodennähe, Enten führen ihre Küken am Wasser, und im Grunewald beginnt das Rehwild zu setzen. Auch mitten in der Stadt gibt es mehr Wildtiere, als man vermutet — und ein freilaufender Hund kann ohne böse Absicht erheblichen Schaden anrichten.
Halte deinen Hund während der Brut- und Setzzeit von etwa März bis Juni konsequent auf dem Weg oder an der Leine, besonders in Parks, am Ufer und in Waldrandbereichen. Viele Grünanlagen in Berlin haben in dieser Zeit ausgewiesene Schutzzonen oder verstärkte Leinenpflicht. Informiere dich vor Ausflügen, welche Bereiche aktuell gesperrt oder eingeschränkt sind — die zuständigen Bezirksämter kommunizieren solche Maßnahmen auf ihren Websites.
Der Frühling bringt außerdem Zeckenhochsaison mit sich. Charlottenburg liegt zwar urban, aber Parks, Grünstreifen und der nahe Grunewald sind Zeckenhabitat. Kontrolliere deinen Hund nach jedem Ausflug sorgfältig und sprich mit deiner Tierarztpraxis über geeigneten Zeckenschutz. Auch Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist in Teilen Berlins ein Thema — die Karte der Risikogebiete aktualisiert das Robert-Koch-Institut jährlich.
Sommer: Hitze, Asphalt und kühle Rückzugsorte
Berliner Sommer können heiß werden — Temperaturen über 30 Grad sind keine Seltenheit mehr, und in der Innenstadt heizt sich der Asphalt extrem auf. Der einfache Handrücken-Test sagt dir, ob der Boden für deine Hundes Pfoten zu heiß ist: Kannst du die Hand nicht fünf Sekunden auf dem Asphalt halten, ist er zu heiß für Pfoten. Verleg Spaziergänge auf frühe Morgenstunden oder den Abend — zwischen 11 und 17 Uhr bleibt ihr besser drinnen oder im Schatten.
Der Lietzensee bietet Hunden im Sommer eine willkommene Abkühlung, sofern das Baden in dem jeweiligen Bereich nicht untersagt ist — prüfe die aktuelle Regelung vor Ort. Der Grunewald mit dem Schlachtensee und dem Krummen Lanke ist ein beliebtes Sommerziel, wo viele Hunde ins Wasser gehen. Auch hier gilt: An belebten Badestellen können Hunde unerwünscht sein oder eigene Abschnitte zugewiesen bekommen; respektiere die Beschilderung.
Hunde in Charlottenburg leiden im Sommer oft unter der städtischen Wärme-Insel. Schattige Grünanlagen wie der Stuttgarter Platz oder ruhigere Hinterhöfe sind wertvolle Rückzugsorte. Stelle deinem Hund im Freien immer frisches Wasser bereit — viele Hundebrunnen in Berlin sind im Sommer in Betrieb, aber verlasse dich nie allein darauf. Lass deinen Hund niemals bei Hitze im geparkten Auto zurück: Die Temperatur steigt innerhalb von Minuten auf lebensbedrohliche Werte.
Herbst: Kastanien, nasses Laub und trübe Tage
Der Berliner Herbst ist mild und farbig — die Parks in Charlottenburg leuchten in warmen Tönen, und die Spaziergänge werden angenehm kühl. Doch der Herbst hat seine eigenen Risiken: Kastanien liegen massenhaft auf Wegen und Wiesen, und viele Hunde fressen sie — das kann zu ernsthaften Verdauungsproblemen führen. Halte deinen Hund von Kastanienhaufen fern und beobachte ihn nach Spaziergängen im Park aufmerksam.
Nasses Laub auf Wegen ist rutschig und kann für Hunde mit Gelenkproblemen zur Falle werden. Ältere Hunde oder solche nach Operationen brauchen im Herbst mehr Achtsamkeit bei der Wegewahl. Feuchte Pfoten und nasses Fell trocknen in der kühlen Jahreszeit langsamer — wische deinen Hund nach dem Spaziergang ab, bevor er auf Parkettböden oder Sofas geht, und kontrolliere die Pfoten auf eingedrungene Fremdkörper oder kleine Wunden.
Im Herbst beginnt in Berlin auch die Saison der Silvester-Frühzünder: Bereits ab Oktober sind in manchen Stadtteilen vereinzelt Böller zu hören, die deutlich zunehmen je näher der Jahreswechsel rückt. Wer einen geräuschempfindlichen Hund hat, sollte sich früh um ein Desensibilisierungstraining oder tierärztliche Beratung kümmern — kurzfristige Lösungen kurz vor Silvester sind weniger wirksam als eine langfristige Vorbereitung.
Winter: Streusalz, Silvester und Kälteschutz
Berliner Winter bringen Minusgrade, Schnee und vor allem Streusalz auf den Gehwegen. Streusalz reizt die Pfoten empfindlich und kann bei längerem Kontakt zu Entzündungen führen. Wasche die Pfoten deines Hundes nach jedem Winterspaziergang in der Stadt mit lauwarmem Wasser ab — das dauert nur eine Minute und beugt Schmerzen vor. Pfotenschutzwax oder Hundeschuhe helfen zusätzlich, sind aber gewöhnungsbedürftig; übe das Anziehen von Schuhen bereits im Herbst, damit dein Hund im Winter damit vertraut ist.
Für kurzhaarige oder kleine Hunde kann Kälte bei langen Spaziergängen zum Problem werden. Ein gut sitzender Hundemantel ist kein modisches Accessoire, sondern sinnvoller Schutz. Beobachte, ob dein Hund zittert, die Pfoten hochhebt oder sich nicht mehr vorwärtsbewegen möchte — das sind klare Signale, dass es Zeit ist umzukehren. Passe die Spaziergangsdauer der Witterung an, statt starr an gewohnten Strecken festzuhalten.
Die Silvesternacht ist für viele Hunde in Berlin der stressreichste Moment des Jahres. Charlottenburg und die angrenzenden Bezirke gehören zu den Gegenden, in denen privates Feuerwerk intensiv genutzt wird. Halte deinen Hund in der Silvesternacht sicher drinnen, lege ihm eine vertraute Decke und Rückzugsort bereit und behalte ihn auch beim Gassigang nach Mitternacht an der kurzen Leine — erschreckte Hunde reißen sich los und laufen weit. Stelle sicher, dass Halsband, Leine und Mikrochip-Registrierung aktuell sind; im Januar landen in Berliner Tierheimen regelmäßig Hunde, die in der Silvesternacht entwichen sind. Informationen zur Registrierungspflicht und weiteren Regelungen für Hunde in Berlin findest du beim zuständigen Ordnungsamt.
Mehr zu Hund in der Region
Mehr zu Hund + Berlin: Berlin — Hunde, Regeln, Ausflüge
Weitere Orte in Berlin: Charlottenburg-Wilmersdorf | Friedrichshain-Kreuzberg | Lichtenberg


