Wie bekomme ich einen Assistenzhund?
Ein Assistenzhund wird speziell ausgebildet, um Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen im Alltag zu unterstützen und deren Lebensqualität zu verbessern.
Inhalt
Welche Arten von Assistenzhunden gibt es?
Je nach Behinderung oder Erkrankung kommen verschiedene Assistenzhunde zum Einsatz:
- Blindenführhunde: Führen Menschen mit Sehbehinderungen sicher durch den Verkehr und Hindernisse
- Signalhunde: Machen gehörlose Menschen auf Geräusche wie Türklingeln oder Telefone aufmerksam
- Mobilitätshunde: Unterstützen bei körperlichen Einschränkungen durch Türöffnen oder Gegenstände apportieren
- PTBS-Assistenzhunde: Helfen bei posttraumatischen Belastungsstörungen durch emotionale Unterstützung
- Diabetikerwarnhunde: Erkennen Blutzuckerschwankungen durch Geruch und warnen rechtzeitig
Wo bekomme ich einen Assistenzhund in Deutschland?
Deutschland hat keine einheitliche staatliche Regulierung für Assistenzhunde. Diese Organisationen bilden zertifizierte Assistenzhunde aus:
- Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) – Blindenführhunde. (Als Dachverband übernimmt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband eine politische, beratende und koordinierende Rolle. Die eigentliche Ausbildung der Hunde erfolgt durch selbstständige, private oder gemeinnützige Blindenführhundeschulen.)
- Vita Assistenzhunde e.V. – verschiedene Assistenzhundearten, u.a. Epilepsie- und Diabetikerwarnhunde
Krankenkassen übernehmen Blindenführhunde bei medizinischer Notwendigkeit. Andere Assistenzhunde kosten 15.000-25.000 Euro und werden meist privat finanziert.
Wo bekomme ich einen Assistenzhund in Österreich?
Der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) bildet Blindenführhunde nach strengen Standards aus. Wartezeit: 12-18 Monate.
Weitere Organisationen:
- Therapiehunde Österreich – Signal- und Mobilitätshunde
- Tiere als Therapie (TAT) – verschiedene Assistenzhundearten
Blindenführhunde werden von der Krankenversicherung finanziert. Andere Assistenzhunde kosten 20.000-30.000 Euro.
Wo bekomme ich einen Assistenzhund in der Schweiz?
Diese Organisationen bilden in der Schweiz Assistenzhunde aus:
- Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde (Allschwil) – Blindenführhunde
- Verein Tiere als Therapie (TAT) – Signal- und Mobilitätshunde
- Le Copain (Schweizerische Vereinigung für die Ausbildung von Assistenzhunden) – verschiedene Assistenzhundearten
Krankenversicherungen übernehmen Blindenführhunde. Für andere Assistenzhunde bieten Pro Infirmis und Procap Schweiz teilweise Finanzierungshilfen. Eigenkosten: 25.000-35.000 Franken.
Wie läuft die Antragstellung ab?
Du brauchst ein ärztliches Attest, das deine Behinderung und den Bedarf für einen Assistenzhund bestätigt. Die Organisationen prüfen dann deine Lebenssituation und führen ein persönliches Gespräch.
Nach der Zusage dauert die Ausbildung 12-24 Monate. Du wirst in den letzten Wochen mit-trainiert, um den Umgang mit deinem Assistenzhund zu lernen.
Was kostet ein Assistenzhund langfristig?
Neben den Anschaffungskosten entstehen monatliche Unterhaltskosten von 80-120 Euro für Futter, Tierarzt und Versicherung. Alle zwei Jahre ist eine Nachschulung beim Ausbilder nötig.
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