Tollkirsche
Bild: Wikimedia Commons – IMG 8023 Atropa belladonna L. Single fruit.jpg von Flobbadob · CC BY-SA 4.0 Die Tollkirsche (Atropa belladonna) ist ein Nachtschattengewächs mit glänzend schwarzen Beeren. Ihr Hauptalkaloid ist Hyoscyamin, daneben kommt Scopolamin vor.
Inhalt
Die Tollkirsche ist für Hunde giftig
Die Tollkirsche (Atropa belladonna) enthält vor allem Hyoscyamin, das zu Atropin razemisiert, dazu Scopolamin. Alle Pflanzenteile sind giftig, die glänzend schwarzen Beeren sind das grösste Risiko, sie sehen essbar aus und schmecken süsslich, nicht bitter. Es fehlt also die natürliche Warnung.
Woran du die Tollkirsche erkennst
Sie wächst auf Waldlichtungen, an Waldrändern und auf Schlagflächen, oft mannshoch. Die Blüten sind glockenförmig und bräunlich-violett. Charakteristisch ist die Beere: schwarz, glänzend, etwa kirschgross, und sie sitzt in einem fünfzipfligen, sternförmig abstehenden Kelch. Dieser Kelch ist das verlässlichste Merkmal.
Warum die Tollkirsche für Hunde giftig ist
Die Tropanalkaloide blockieren einen Teil des vegetativen Nervensystems. Das Bild ist anticholinerg: weite Pupillen, trockene Schleimhäute, schneller Puls, Unruhe. Für den Hund liegen keine belastbaren Dosisangaben vor.
Symptome einer Vergiftung
- Weit gestellte Pupillen, die kaum auf Licht reagieren
- Trockenes Maul, der Hund schluckt und sucht Wasser
- Deutlich beschleunigter Herzschlag
- Unruhe, Erregung, ziellose Bewegung, teils Bellen ins Leere
- Später Benommenheit, Taumeln, Krampfanfälle
- Erhöhte Körpertemperatur
- Der Hund setzt keinen Urin mehr ab, der Darm steht still
Die Kombination aus weiten Pupillen und Unruhe nach einem Waldspaziergang ist ein deutlicher Hinweis und gehört sofort abgeklärt.
Erste Hilfe
- Beerenreste aus dem Maul entfernen und aufbewahren
- Sofort die Tierarztpraxis anrufen und die Beere beschreiben
- Den Hund in einer reizarmen Umgebung halten, kein Lärm, kein grelles Licht
- Kein Erbrechen selbst auslösen, dafür gibt es kein sicheres Hausmittel, und erbrochenes Material kann in die Lunge geraten
Sofort zum Tierarzt, wenn
- der Hund schwarze Beeren gefressen hat oder es nicht auszuschliessen ist
- die Pupillen auffällig weit sind
- er hechelt, unruhig ist und der Puls rast
- Krämpfe oder Orientierungslosigkeit auftreten
Auf Waldspaziergängen
Beerenfressen ist bei manchen Hunden eine Gewohnheit, die sich einschleicht. Auf Lichtungen und Schlagflächen lohnt sich der Blick nach unten, und ein zuverlässiges Abbruchsignal, das auch dann sitzt, wenn der Hund schon etwas im Maul hat.
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