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Tollkirsche

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Tollkirsche Bild: Wikimedia Commons – IMG 8023 Atropa belladonna L. Single fruit.jpg von Flobbadob · CC BY-SA 4.0
Definition

Die Tollkirsche enthält Hyoscyamin und weitere Tropanalkaloide; ihre glänzend schwarzen Beeren sind für Hunde giftig und wirken auf Herz und Nervensystem.

Inhalt
  1. Die Tollkirsche ist für Hunde giftig
  2. Woran du die Tollkirsche erkennst
  3. Warum die Tollkirsche für Hunde giftig ist
  4. Erste Hilfe
  5. Auf Waldspaziergängen

Die Tollkirsche ist für Hunde giftig

Die Tollkirsche (Atropa belladonna) enthält vor allem Hyoscyamin, das zu Atropin razemisiert, dazu Scopolamin. Alle Pflanzenteile sind giftig, die glänzend schwarzen Beeren sind das grösste Risiko – sie sehen essbar aus und schmecken süsslich, nicht bitter. Es fehlt also die natürliche Warnung.

Woran du die Tollkirsche erkennst

Sie wächst auf Waldlichtungen, an Waldrändern und auf Schlagflächen, oft mannshoch. Die Blüten sind glockenförmig und bräunlich-violett. Charakteristisch ist die Beere: schwarz, glänzend, etwa kirschgross, und sie sitzt in einem fünfzipfligen, sternförmig abstehenden Kelch. Dieser Kelch ist das verlässlichste Merkmal.

Warum die Tollkirsche für Hunde giftig ist

Die Tropanalkaloide blockieren einen Teil des vegetativen Nervensystems. Die Folge ist ein typisches Bild: alles wird trocken, schnell und unruhig. Hunde reagieren empfindlich, und die Wirkung setzt vergleichsweise rasch ein.

Symptome einer Vergiftung

  • Weit gestellte Pupillen, die kaum auf Licht reagieren
  • Trockenes Maul, der Hund schluckt und sucht Wasser
  • Deutlich beschleunigter Herzschlag
  • Unruhe, Erregung, ziellose Bewegung – teils Bellen ins Leere
  • Später Benommenheit, Taumeln, Krampfanfälle
  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Der Hund setzt keinen Urin mehr ab, der Darm steht still

Die Kombination aus weiten Pupillen und Unruhe nach einem Waldspaziergang ist ein deutlicher Hinweis und gehört sofort abgeklärt.

Erste Hilfe

  • Beerenreste aus dem Maul entfernen und aufbewahren
  • Sofort die Tierarztpraxis anrufen und die Beere beschreiben
  • Den Hund in einer reizarmen Umgebung halten – kein Lärm, kein grelles Licht
  • Kein Erbrechen selbst auslösen – dafür gibt es kein sicheres Hausmittel, und erbrochenes Material kann in die Lunge geraten

Sofort zum Tierarzt, wenn

  • der Hund schwarze Beeren gefressen hat oder es nicht auszuschliessen ist
  • die Pupillen auffällig weit sind
  • er hechelt, unruhig ist und der Puls rast
  • Krämpfe oder Orientierungslosigkeit auftreten

Auf Waldspaziergängen

Beerenfressen ist bei manchen Hunden eine Gewohnheit, die sich einschleicht. Auf Lichtungen und Schlagflächen lohnt sich der Blick nach unten – und ein zuverlässiges Abbruchsignal, das auch dann sitzt, wenn der Hund schon etwas im Maul hat.