Wiki · Haltung & Alltag

Rückgaberecht bei Hunden

3 Min Lesezeit
Rückgaberecht bei Hunden
Definition

Ein gesetzliches Rückgaberecht bei Hunden existiert in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht – außer bei bestimmten Mängeln oder vertraglich vereinbarten Rückgabeklauseln.

Inhalt
  1. Welche Rechte hast du beim Privatkauf?
  2. Was gilt beim Züchterkauf?
  3. Wie sieht es bei Tierheim-Adoptionen aus?
  4. Was musst du bei Auslandstierschutz beachten?

Ein gesetzliches Rückgaberecht bei Hunden existiert in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht – ausser bei bestimmten Mängeln oder vertraglich vereinbarten Rückgabeklauseln.

Welche Rechte hast du beim Privatkauf?

Beim Kauf von Privatpersonen gilt das allgemeine Kaufrecht ohne automatisches Rückgaberecht. Den Hund zurückgeben kannst du nur, wenn ihr das vertraglich vereinbart habt oder der Hund versteckte Mängel aufweist.

Bei Gesundheitsmängeln greift die Gewährleistung: In Deutschland hast du nach § 437 BGB bei Mängeln zwei Jahre Zeit für Nacherfüllung, Minderung oder Rücktritt. In Österreich gilt nach § 922 ABGB ebenfalls eine zweijährige Gewährleistungsfrist. Die Schweiz sieht in Art. 197 OR eine einjährige Verjährungsfrist vor.

Der Verkäufer muss nachweisen können, dass er von Krankheiten nichts wusste. Bei offensichtlicher Arglist kannst du Schadenersatz fordern.

Was gilt beim Züchterkauf?

Professionelle Züchter unterliegen verschärften Gewährleistungsregeln, weil sie als sachkundige Verkäufer gelten. Die meisten seriösen Züchter nehmen Hunde bei unvorhergesehenen Lebenssituationen zurück – das ist Kulanz, kein Recht.

Bei Erbkrankheiten oder genetischen Defekten stehen deine Chancen deutlich besser als beim Privatkauf. Züchter sind verpflichtet, über bekannte Probleme in der Zuchtlinie aufzuklären. Verschweigen sie diese, liegt eine arglistige Täuschung vor.

Prüfe den Züchtervertrag auf Gesundheitsgarantien und Rücknahmeklauseln. Viele Verträge enthalten eine Klausel, wonach der Hund bei Abgabe zuerst dem ursprünglichen Züchter anzubieten ist.

Wie sieht es bei Tierheim-Adoptionen aus?

Tierheime arbeiten meist mit Probeschutzverträgen, die eine Rückgabe in den ersten zwei bis vier Wochen erlauben. Das ist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine Vereinbarung zwischen dir und dem Tierheim.

Die meisten Tierheime bestehen auf einer Klausel, dass der Hund bei Problemen zurück ins Tierheim kommt – nicht an Dritte weitergegeben wird. Manche verlangen eine Rückgabegebühr zur Deckung der Unterbringungskosten.

Bei gesundheitlichen Problemen, die das Tierheim verschwiegen hat, gelten die normalen Gewährleistungsregeln. Der Nachweis ist allerdings schwieriger, da Tierheime die vollständige Vorgeschichte eines Tieres häufig nicht kennen.

Was musst du bei Auslandstierschutz beachten?

Bei grenzüberschreitenden Tierschutzverträgen sind deutsche Gerichte oft nicht zuständig. Viele Organisationen haben ihren Sitz in Ländern mit schwächerem Verbraucherschutz.

Einige seriöse Auslandstierschutz-Vereine bieten eine freiwillige Rücknahme bei unlösbaren Problemen an. Das liegt im Ermessen der Organisation und ist nicht einklagbar.

Bei Mittelmeerkrankheiten oder anderen regionalspezifischen Gesundheitsproblemen, über die du nicht aufgeklärt wurdest, kannst du Schadenersatz fordern. Der Rechtsweg ist jedoch langwierig und oft wenig aussichtsreich.

Wann kann ich einen Hund definitiv zurückgeben?

Ein Rückgaberecht besteht, wenn der Verkäufer wesentliche Eigenschaften verschwiegen oder falsch dargestellt hat, wenn der Hund schwer krank war und das verheimlicht wurde, oder wenn eine vertraglich vereinbarte Rückgabeklausel existiert.

Gilt das Widerrufsrecht bei Online-Käufen?

Nein. Lebende Tiere sind vom 14-tägigen Widerrufsrecht bei Fernabsatzgeschäften ausdrücklich ausgenommen. Das gilt EU-weit und damit auch in der DACH-Region.

Was passiert mit den Kosten bei einer Rückgabe?

Bei berechtigter Rückgabe wegen Mängeln steht dir der Kaufpreis zurück. Tierarztkosten für die Behandlung verheimlichter Krankheiten kann der Verkäufer erstatten müssen. Bei kulanter Rücknahme durch Züchter oder Tierheime können Bearbeitungsgebühren anfallen.