POMC (Proopiomelanocortin)
POMC (Proopiomelanocortin) ist ein Vorläuferprotein, das in der Hirnanhangdrüse produziert wird und sich in verschiedene Botenstoffe aufteilt – darunter ACTH für die Stresshormonregulation und Melanocortin für die Appetitsteuerung.
Inhalt
POMC (Proopiomelanocortin) ist ein Vorläuferprotein, das in der Hirnanhangdrüse produziert wird und sich in verschiedene Botenstoffe aufteilt – darunter ACTH für die Stresshormonregulation und Melanocortin für die Appetitsteuerung.
Welche Hunderassen sind von POMC-Mutationen betroffen?
Die POMC-Mutation tritt hauptsächlich bei Labrador Retrievern auf. Etwa 23 % aller Labradore tragen eine Kopie der Mutation, 2 % sind sogar doppelt betroffen. Flat-Coated Retriever zeigen ähnliche Häufigkeiten.
Bei diesen Rassen bewirkt eine Deletion im POMC-Gen, dass bestimmte Sättigungssignale im Gehirn nicht mehr zuverlässig ausgelöst werden. Der Hund verspürt nach dem Fressen weniger Sättigung und bettelt verstärkt um Futter.
Wie erkenne ich eine POMC-Mutation bei meinem Hund?
Hunde mit POMC-Mutation zeigen typische Verhaltensweisen: Sie betteln intensiver um Futter, fressen deutlich schneller als andere Hunde und suchen auf Spaziergängen ständig nach Fressbarem. Das Gewicht steigt trotz normaler Futtermenge kontinuierlich an.
Ein Gentest kann die Mutation eindeutig nachweisen. Viele Züchter testen ihre Zuchttiere bereits, da die Vererbung bekannt ist.
Was kann ich bei einer diagnostizierten POMC-Mutation tun?
Beim Fütterungsmanagement liegt der grösste Hebel. Betroffene Hunde kommen besser mit kleineren, dafür häufigeren Mahlzeiten über den Tag verteilt zurecht. Futtersuchspiele können helfen, die Fressgeschwindigkeit zu reduzieren.
Die tägliche Kalorienmenge liegt oft 10–20 % unter den Standardempfehlungen. Ein Futter mit hohem Ballaststoffanteil unterstützt das Sättigungsgefühl zusätzlich.
Die Mutation bedeutet nicht automatisch Übergewicht. Mit konsequentem Management können auch betroffene Hunde normalgewichtig bleiben.
Wie wird POMC vererbt?
Die POMC-Mutation folgt einem rezessiven Erbgang. Hunde mit einer Kopie der Mutation (Träger) zeigen meist keine Symptome, können diese aber an ihre Nachkommen weitergeben. Erst bei zwei Kopien wird das Sättigungsgefühl merklich beeinträchtigt.
Züchter können durch Gentests Verpaarungen von zwei Trägern vermeiden und so die Häufigkeit der Mutation in der Population reduzieren.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Lautjagd
Lautjagd bezeichnet die Verfolgung von Wild durch einen Hund, der dabei Laut gibt und dem Jäger …
Brackieren
Brackieren ist eine Jagdart, bei der ein spurlauter Hund Wild selbstständig sucht und auf seiner Spur …
Schweissarbeit
Schweissarbeit ist die gezielte Arbeit eines ausgebildeten Jagdhundes auf der Wundfährte eines verletzten Wildtieres.
Nachsuche
Die Nachsuche ist die gezielte Suche nach verletztem oder verendetem Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund.