Wiki · Gesundheit & Pflege

Diarrhoe

3 Min Lesezeit
Diarrhoe
Definition

Diarrhoe (Durchfall) beim Hund bezeichnet flüssigen bis wässrigen Kot, der häufiger als normal auftritt.

Inhalt
  1. Warum entsteht Diarrhoe beim Hund?
  2. Woran erkenne ich bedenkliche Diarrhoe?
  3. Wann muss ich zum Tierarzt?
  4. Wie wird Diarrhoe diagnostiziert?
  5. Wie läuft die Behandlung ab?
  6. Wie beuge ich Durchfall vor?

Diarrhoe (Durchfall) beim Hund bezeichnet flüssigen bis wässrigen Kot, der häufiger als normal auftritt. Der Stuhl verliert seine normale Konsistenz und kann von breiig bis vollständig flüssig reichen.

Warum entsteht Diarrhoe beim Hund?

Die Verdauung gerät aus dem Gleichgewicht – entweder durch zu schnellen Transport der Nahrung durch den Darm oder durch gestörte Nährstoffaufnahme. Drei Mechanismen sind entscheidend: Der Darm nimmt weniger Wasser auf als üblich, er produziert aktiv mehr Flüssigkeit oder die Darmbewegungen beschleunigen sich unnormal.

Die unmittelbaren Auslöser unterscheiden sich stark:

Futterbedingte Ursachen: Abrupte Futterumstellung innerhalb von 1-2 Tagen überfordert die Darmflora. Tischreste mit hohem Fettgehalt (Bratwurst, Käse) reizen die Bauchspeicheldrüse. Verdorbenes Futter oder zu kaltes Futter direkt aus dem Kühlschrank.

Parasiten und Infektionen: Giardien lösen schleimigen, gelblichen Durchfall aus. Spulwürmer verursachen besonders bei Welpen explosionsartigen, wässrigen Kot. Parvovirus führt zu blutigem Durchfall mit charakteristischem süsslich-fauligem Geruch.

Stress und Aufregung: Manche Hunde reagieren auf Tierarzttermine, Urlaubsreisen oder neue Mitbewohner mit sofortigem Durchfall. Das autonome Nervensystem beeinflusst die Darmmotorik direkt.

Medikamente und Gifte: Antibiotika zerstören die gesunde Darmflora. Schmerzmittel aus der Humanmedizin (Ibuprofen) schädigen die Darmschleimhaut. Bestimmte Pflanzen wie Rhododendron oder Giftköder mit Rattengift.

Woran erkenne ich bedenkliche Diarrhoe?

Normaler „Stress-Durchfall“ ist gelblich-braun und geruchsarm. Problematisch wird es bei diesen Anzeichen:

Blut im Stuhl zeigt Darmwandschäden an – von hellrot (Dickdarm) bis dunkelrot-schwärzlich (Dünndarm). Schleim deutet auf Entzündungen hin. Extrem übelriechender Kot kann auf bakterielle Überwucherung hinweisen.

Begleitende Symptome verstärken die Dringlichkeit: Erbrechen in Kombination mit Durchfall führt schnell zur Dehydration. Apathie oder Schwäche zeigen systemische Beteiligung. Fieber über 39,5°C deutet auf Infektionen hin.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Sofort bei Welpen unter 4 Monaten – sie dehydrieren innerhalb von Stunden lebensbedrohlich. Bei erwachsenen Hunden binnen 24 Stunden, wenn Durchfall mit Erbrechen kombiniert auftritt.

Innerhalb von 48 Stunden bei anhaltendem wässrigem Durchfall ohne Besserung. Bei blutigem Stuhl oder schwarzem, teerartigem Kot sofort. Wenn der Hund apathisch wird oder das Fressen komplett verweigert.

Der Hautfaltentest zeigt Dehydration: Hautfalte am Nacken hochziehen – bleibt sie stehen statt sofort zurückzufallen, besteht Flüssigkeitsmangel.

Wie wird Diarrhoe diagnostiziert?

Der Tierarzt tastet den Bauch ab – Schmerzen oder Verhärtungen deuten auf Entzündungen oder Fremdkörper hin. Die Kotprobe unter dem Mikroskop zeigt Parasiteneier oder Bakterien.

Blutuntersuchungen decken Organprobleme auf: Erhöhte Leberwerte bei Lebererkrankungen, veränderte Bauchspeicheldrüsenwerte bei Pankreatitis. Bei chronischen Fällen folgen oft Röntgen oder Ultraschall zur Fremdkörpersuche.

Wie läuft die Behandlung ab?

Akuter Durchfall erfordert zunächst 12-24 Stunden Nahrungskarenz bei freiem Wasserzugang. Danach kleine Portionen Schonkost: Gekochtes Hühnerfleisch ohne Haut plus gekochter Reis im Verhältnis 1:2.

Bei starker Dehydration verabreicht der Tierarzt Infusionen. Bakterielle Infektionen erfordern spezifische Antibiotika nach Resistenztest. Parasiten werden mit gezielten Wurmkuren oder Antiprotozoenmitteln behandelt.

Probiotika helfen beim Wiederaufbau der Darmflora, allerdings erst nach Abklingen der akuten Symptome. Die schrittweise Rückkehr zum Normalfutter dauert meist 5-7 Tage.

Wie beuge ich Durchfall vor?

Futterumstellungen über mindestens 7 Tage durchführen: Täglich 1/7 mehr neues Futter, 1/7 weniger altes Futter. Den Hund beim Spaziergang vom Fressen unbekannter Dinge abhalten – Leckerli als Ablenkung mitführen.

Regelmässige Entwurmung alle 3-6 Monate je nach Risiko. Frisches Wasser täglich wechseln, besonders im Sommer. Futternäpfe nach jeder Mahlzeit spülen.

Bei stressanfälligen Hunden: Routinen beibehalten, bei unvermeidbaren Veränderungen beruhigende Pheromone oder pflanzliche Präparate einsetzen.