Lidrandtumor
Ein Lidrandtumor ist eine Wucherung, die direkt am Rand der Augenlider des Hundes entsteht und meist aus den dort befindlichen Talgdrüsen hervorgeht.
Inhalt
Welche Arten von Lidrandtumoren kommen bei Hunden vor?
Meibom-Drüsenadenome machen etwa 80% aller Lidrandtumore bei Hunden aus. Diese gutartigen Wucherungen entstehen aus den Talgdrüsen am Lidrand und zeigen sich als kleine, oft warzenähnliche Knötchen. Deutlich seltener, aber aggressiver sind Plattenepithelkarzinome und Melanome – beide können das Auge und umliegende Strukturen infiltrieren.
Papillome treten vor allem bei jüngeren Hunden auf. Sie wachsen meist schnell, verschwinden aber oft auch ohne Behandlung wieder. Mastzelltumoren am Lidrand sind die Ausnahme, erfordern aber sofortiges Handeln.
Woran erkennst du einen Lidrandtumor?
Das erste Anzeichen ist meist eine kleine Erhebung am Lidrand, die anfangs einem Gerstenkorn ähnelt. Anders als entzündliche Schwellungen bleibt ein Tumor konstant in Größe und Form – oder wächst stetig weiter.
Reibt dein Hund vermehrt am Auge oder blinzelt er einseitig häufiger, kann das auf einen störenden Tumor hinweisen. Tränenfluss entsteht, wenn die Wucherung die normale Lidschließung verhindert. Bei größeren Tumoren verändert sich die Lidform sichtbar.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Feinnadelaspiration gibt meist schon während des ersten Termins Klarheit über die Tumorart. Dabei entnimmt der Tierarzt mit einer dünnen Nadel Zellen, die sofort mikroskopisch beurteilt werden können.
Eine Vollnarkose für die Probenentnahme ist nur bei sehr scheuen Hunden oder schwer zugänglichen Stellen nötig. Die histopathologische Untersuchung nach chirurgischer Entfernung liefert dann die endgültige Diagnose und Prognose.
Wie stehen die Heilungschancen?
Bei Meibom-Drüsenadenomen liegt die Heilungsrate nach vollständiger chirurgischer Entfernung bei über 95%. Diese Tumoren streuen nicht und kehren nach kompletter Resektion praktisch nie zurück.
Plattenepithelkarzinome haben eine deutlich schlechtere Prognose – hier hängt alles vom Zeitpunkt der Entdeckung ab. Frühzeitig erkannt und radikal entfernt, können auch diese Tumoren geheilt werden. Melanome am Lidrand sind selten, aber besonders heimtückisch, da sie früh metastasieren können.
Wann muss operiert werden?
Jede Wucherung am Lidrand, die über zwei Wochen bestehen bleibt, gehört entfernt – auch wenn sie gutartig aussieht. Das hat einen praktischen Grund: Selbst gutartige Tumoren können durch Reibung am Auge Hornhautverletzungen verursachen.
Die Operation erfolgt meist in lokaler Betäubung. Bei größeren Tumoren ist manchmal eine plastische Rekonstruktion des Lidrands nötig, um die normale Funktion zu erhalten.
Muss mein alter Hund noch operiert werden?
Das Alter allein ist kein Ausschlusskriterium. Ein 12-jähriger Hund mit einem kleinen Meibom-Adenom hat gute Chancen auf eine komplikationslose Operation und jahrelange Beschwerdefreiheit.
Können Lidrandtumore wieder auftreten?
Nach vollständiger Entfernung treten gutartige Lidrandtumore praktisch nie wieder auf. Bösartige Tumoren können bei unvollständiger Entfernung innerhalb von Monaten zurückkehren.
Gibt es Rassen mit erhöhtem Risiko?
Cocker Spaniel, Beagle und Golden Retriever entwickeln überdurchschnittlich oft Lidrandtumore. Bei diesen Rassen solltest du die Augenregion bei der täglichen Pflege besonders aufmerksam kontrollieren.
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