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Hund uriniert nicht – was tun?

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Hund uriniert nicht – was tun?
Definition

Ein Hund, der nicht uriniert, leidet meist unter einer Harnwegsproblematik, die von harmlosen Verhaltensänderungen bis zu lebensbedrohlichen Blockaden reichen kann.

Inhalt
  1. Wann ist es ein Notfall, wenn der Hund nicht pinkelt?
  2. Was blockiert den Urinfluss beim Hund?
  3. Kann Stress das Pinkeln verhindern?
  4. Was machst du in den ersten Stunden?
  5. Welche Rassen sind besonders gefährdet?

Wann ist es ein Notfall, wenn der Hund nicht pinkelt?

Rüden mit kompletter Harnsperre haben 8-12 Stunden Zeit, bevor es lebensgefährlich wird. Bei Hündinnen ist das Zeitfenster meist länger, aber auch hier gilt: Wenn seit 12 Stunden kein Urin gekommen ist, fahre sofort zum Tierarzt. Warnsignale für einen Notfall sind wiederholtes erfolgloses Pressen, Winseln beim Versuch zu urinieren oder ein harter, aufgeblähter Bauch.

Männliche Hunde sind häufiger betroffen als weibliche – ihre Harnröhre ist länger und enger, Steine können leichter stecken bleiben. Ein Rüde, der alle paar Minuten in die Pinkel-Position geht aber nichts herauskommt, hat vermutlich eine Blockade.

Was blockiert den Urinfluss beim Hund?

Harnsteine sind bei kleinen bis mittelgrossen Rüden die häufigste Ursache für komplette Blockaden. Die Steinchen – manchmal nur reiskorngroß – können in der Harnröhre stecken bleiben. Bei Hündinnen blockieren eher grössere Steine in der Blase den Ausgang.

Entzündungen schwellen die Harnröhre zu, ohne dass Steine im Spiel sind. Der Hund presst, es kommen nur Tropfen oder gar nichts. Blut im wenigen Urin ist ein deutlicher Hinweis auf eine Blasenentzündung.

Prostataprobleme bei älteren, nicht kastrierten Rüden drücken die Harnröhre ab. Diese Hunde urinieren oft tröpfchenweise und haben Schwierigkeiten beim Kotabsatz.

Kann Stress das Pinkeln verhindern?

Ein gestresster Hund hält den Urin zurück, aber nie länger als einen Tag. Umzug, Tierarztbesuch oder neue Familienmitglieder können dazu führen, dass der Hund nicht an gewohnter Stelle markiert. Das ist aber keine medizinische Blockade – der Hund kann körperlich urinieren, will aber nicht.

Den Unterschied erkennst du so: Der gestresste Hund sucht nicht ständig Pinkel-Positionen auf, sondern wirkt eher zurückhaltend. Er trinkt normal und der Bauch bleibt weich. Nach spätestens 24 Stunden löst sich das Problem meist von selbst.

Was machst du in den ersten Stunden?

Biete alle 30 Minuten Wasser an – aber zwinge nicht zum Trinken. Ein blockierter Hund trinkt instinktiv weniger. Notiere dir die Zeit des letzten Urins. Führe ihn alle 2 Stunden kurz raus, ohne Druck zu machen.

Fühle vorsichtig den Bauch: Eine prall gefüllte Blase spürst du als festen Ball hinter den Rippen. Ist der Bauch weich und der Hund entspannt, hast du noch etwas Zeit für Beobachtung. Bei hartem Bauch und unruhigem Verhalten sofort zum Tierarzt.

Gib keine Schmerzmittel aus der Hausapotheke. Sie können die Nieren belasten und die Diagnose erschweren.

Welche Rassen sind besonders gefährdet?

Dalmatiner haben genetisch bedingt mehr Harnsäure im Urin – bei ihnen bilden sich häufiger Steine. Cocker Spaniel und Shih Tzu neigen zu Oxalat-Steinen. Yorkshire Terrier bekommen oft Cystin-Steine, die besonders hartnäckig sind.

Grosse Hunderassen entwickeln seltener Steine, dafür öfter Prostataprobleme. Deutsche Schäferhunde und Golden Retriever über 7 Jahre sollten jährlich die Prostata untersuchen lassen.