Hüftgelenksprothese (Endoprothesen)
Eine Hüftgelenksprothese (Total Hip Replacement/THR) ersetzt das erkrankte Hüftgelenk durch ein künstliches Gelenk aus Titan und medizinischem Kunststoff.
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Eine Hüftgelenksprothese (Total Hip Replacement/THR) ersetzt das erkrankte Hüftgelenk durch ein künstliches Gelenk aus Titan und medizinischem Kunststoff.
Die Operation kommt bei schwerer Hüftgelenksdysplasie oder traumatischen Hüftverletzungen zum Einsatz, wenn konservative Therapien und andere chirurgische Eingriffe wie die Femorkopfresektion nicht ausreichen. Bei über 90% der Hunde mit THR verbessert sich die Lebensqualität deutlich.
Welche Prothesesysteme werden verwendet?
BioMedtrix-Systeme dominieren den Veterinärbereich. Die Hüftpfanne wird aus dem Beckenknochen gefräst und durch eine Titanschale ersetzt. Der Oberschenkelkopf wird entfernt und durch einen Titanschaft mit Keramik- oder Metallkopf ersetzt.
Zementfreie Prothesen wachsen direkt in den Knochen ein – das dauert 8-12 Wochen. Zementierte Varianten werden sofort fixiert, sind aber bei jungen Hunden weniger langlebig.
Wie läuft die Operation ab?
Der Eingriff dauert 2-4 Stunden. Über einen seitlichen Hautschnitt wird das Hüftgelenk freigelegt. Spezielle Raspeln und Fräsen bereiten Pfanne und Oberschenkel für die Prothese vor.
Nach dem Einsetzen wird die Beweglichkeit getestet und das richtige Zusammenspiel der Komponenten überprüft. Eine Drainage entfernt Wundflüssigkeit in den ersten 24 Stunden.
Was kostet eine Hüftprothese beim Hund?
In Deutschland liegen die Kosten zwischen 3.000 und 6.000 Euro pro Hüfte. Die Prothese selbst kostet etwa 1.500 Euro, dazu kommen OP-Kosten, Narkose, Nachsorge und Physiotherapie.
Private Tierkrankenversicherungen übernehmen die Kosten meist nur, wenn die Erkrankung nach Vertragsabschluss auftritt.
Wie verläuft die Nachsorge?
Woche 1-2: Strenge Leinenpflicht, nur kurze Spaziergänge zur Entleerung. Schmerzmedikation und Antibiotika nach Plan.
Woche 3-8: Kontrollierte Bewegung an der Leine, 3x täglich 10-15 Minuten. Physiotherapie beginnt meist in Woche 4 mit passiven Bewegungsübungen.
Ab Woche 12: Freies Laufen wieder erlaubt, wenn die Röntgenkontrolle das feste Einwachsen der Prothese bestätigt. Kontaktsport bleibt dauerhaft tabu.
Welche Komplikationen sind möglich?
Luxationen (Auskugelung) treten bei 5-15% der Hunde auf, meist in den ersten Wochen. Eine Lockerung der Prothese entwickelt sich bei etwa 10% der Patienten nach mehreren Jahren.
Infektionen sind selten (unter 5%), aber schwerwiegend und erfordern oft eine Prothesenentfernung. Eine lebenslange Nachsorge mit jährlichen Röntgenkontrollen ist daher Standard.
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