Bindehautentzündung beim Hund
Eine Bindehautentzündung zeigt sich durch rote, tränende Augen und erfordert schnelles Handeln. Erste Hilfe-Massnahmen und die wichtigsten Warnsignale für Hundehalter.
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Dein Hund blinzelt ständig, das Auge ist rot und tränt – eine Bindehautentzündung kündigt sich selten subtil an. In den meisten Fällen wirkt das betroffene Auge, als hätte jemand rote Farbe hineingetropft.
Was kann ich sofort tun, wenn mein Hund rote Augen hat?
Spüle das Auge vorsichtig mit lauwarmem Wasser oder steriler Kochsalzlösung aus der Apotheke. Ein sauberes, fusselfreies Tuch reicht dafür. Verhindere unbedingt, dass dein Hund am Auge reibt – notfalls mit einem Halskragen.
Bei starkem Augenausfluss, der eitrig aussieht, oder wenn das Auge zugeschwollen ist: sofort zum Tierarzt. Das kann innerhalb von Stunden schlimmer werden.
Woran erkenne ich, ob es ernst ist?
Eine oberflächliche Reizung zeigt sich durch leichte Rötung und klares Tränen. Dein Hund verhält sich normal, frisst und spielt wie gewohnt.
Alarmzeichen sind gelblich-grüner Ausfluss, starke Schwellung oder ein Auge, das dein Hund nicht mehr öffnet. Ein Hund, der plötzlich lichtscheu wird und dunkle Ecken aufsucht, hat möglicherweise Schmerzen.
Besonders heikel ist die Kombination aus eitriger Entzündung und einem Kratzer auf der Hornhaut. Bei Welpen kann das nach Angaben von Tierärzten innerhalb von 24 Stunden zur Erblindung führen.
Welche Auslöser sind am wahrscheinlichsten?
Grannen und Grassamen sind zwischen Mai und September die Hauptverursacher. Die winzigen Widerhaken bohren sich in die Bindehaut und wandern immer tiefer – je länger man wartet, desto schwieriger wird die Entfernung.
Allergien zeigen sich anders: beide Augen betroffen, saisonales Auftreten, oft kombiniert mit Juckreiz am ganzen Körper. Hier hilft das Führen eines Symptom-Tagebuchs: Wann tritt es auf? Nach Spaziergängen in bestimmten Gebieten?
Bakterielle Infektionen entstehen meist sekundär nach Verletzungen oder bei Hunden mit geschwächtem Immunsystem. Der Ausfluss riecht unangenehm und wird innerhalb von Stunden dicker.
Was macht der Tierarzt bei der Diagnose?
Der Fluorescein-Test zeigt Kratzer auf der Hornhaut durch grüne Färbung. Ohne Verletzung bleibt das Auge ungefärbt. Der Test dauert zwei Minuten und ist schmerzfrei.
Der Schirmer-Test misst die Tränenproduktion: Ein Teststreifen wird ins untere Augenlid gelegt. Weniger als 15 mm Befeuchtung pro Minute deutet auf trockene Augen hin.
Bei hartnäckigen Fällen nimmt der Tierarzt einen Abstrich für das Labor. Das Ergebnis liegt nach zwei bis drei Tagen vor und zeigt genau, welche Bakterien oder Pilze beteiligt sind.
Welche Behandlung ist wirklich nötig?
Antibiotische Augentropfen sind nur bei bakteriellen Infektionen sinnvoll – nicht bei Allergien oder Verletzungen. Die Anwendung muss konsequent über sieben bis zehn Tage erfolgen, auch wenn das Auge nach drei Tagen normal aussieht.
Cortison-haltige Tropfen dürfen niemals bei Hornhautverletzungen verwendet werden, weil sie den Defekt vergrössern können. Der Fluorescein-Test muss deshalb vor jeder Behandlung stehen.
Künstliche Tränen helfen bei trockenen Augen, aber nur solche ohne Konservierungsstoffe. Die Einzeldosen aus der Apotheke sind verträglicher als Fläschchen.
Welche Rassen sind besonders gefährdet?
Kurzköpfige Rassen wie Mops oder Französische Bulldogge haben hervorstehende Augen, die leichter verletzt werden. Ein Spaziergang durch Brombeersträucher kann bei ihnen schon reichen.
Hunde mit langen Gesichtshaaren sammeln mehr Schmutz ums Auge. Das Trimmen der Haare rund um die Augen senkt das Verletzungsrisiko spürbar.
Kann mein Hund andere Tiere anstecken?
Bakterielle und virale Bindehautentzündungen sind ansteckend – allerdings hauptsächlich zwischen Hunden. Die Übertragung erfolgt durch direkten Augenkontakt oder gemeinsame Spielzeuge.
Menschen stecken sich selten an, aber Hygiene schadet nicht: Hände waschen nach der Behandlung und separate Handtücher verwenden.
Wie verhindere ich das nächste Mal eine Entzündung?
Spüle nach Waldspaziergängen die Augen deines Hundes mit klarem Wasser. Das gilt besonders nach dem Buddeln im Herbstlaub, wo sich Bakterien und Pilzsporen sammeln.
An windigen Tagen schützen Hundebrillen die Augen vor aufgewirbeltem Sand und Staub. Das mag übertrieben wirken – für empfindliche Rassen ist es das nicht.
Wann heilt es von allein?
Leichte Reizungen durch Wind oder Staub verschwinden meist binnen 24 Stunden. Wenn nach zwei Tagen keine Besserung eintritt oder es schlimmer wird, ist ein Tierarztbesuch überfällig.
Bei eitrigem Ausfluss niemals abwarten – auch nicht über das Wochenende.