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Glaukom

3 Min Lesezeit
Glaukom
Inhalt
  1. Was ist ein Glaukom?
  2. Formen des Glaukoms beim Hund
  3. Rassedispositionen
  4. Symptome – Wie erkenne ich ein Glaukom?
  5. Diagnose beim Tierarzt
  6. Behandlung eines Glaukoms
  7. Prognose
  8. Vorbeugung und Früherkennung

Ein Glaukom (Grüner Star) ist eine ernsthafte Augenerkrankung, bei der der Augeninnendruck krankhaft erhöht ist. Unbehandelt führt das zu starken Schmerzen, irreversiblen Schäden am Sehnerv und schliesslich zur Erblindung. Bei Hunden tritt das Glaukom häufiger auf als bei anderen Haustieren – oft plötzlich und in sehr dramatischer Form. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto grösser ist die Chance, das Sehvermögen zu erhalten.

Was ist ein Glaukom?

Im Auge zirkuliert ständig Kammerwasser – eine klare Flüssigkeit, die den Augapfel versorgt und seine Form erhält. Wird dieses Kammerwasser nicht mehr ausreichend abgeleitet, steigt der Augeninnendruck (intraokularer Druck). Beim Glaukom ist dieser Druck dauerhaft oder schubweise zu hoch – und schädigt so die empfindlichen Strukturen im Auge, insbesondere Netzhaut und Sehnerv.

Formen des Glaukoms beim Hund

Man unterscheidet:

  • Primäres Glaukom: Veranlagungsbedingt (genetisch) – häufig bei bestimmten Rassen
  • Sekundäres Glaukom: Folge anderer Augenerkrankungen wie Linsenluxation, Entzündungen, Tumoren oder Verletzungen
  • Akutes Glaukom: Plötzlich auftretender Druckanstieg – medizinischer Notfall
  • Chronisches Glaukom: Langsamer Verlauf mit schleichender Erblindung

Rassedispositionen

Einige Hunderassen sind genetisch besonders gefährdet für ein primäres Glaukom, darunter:

  • Basset Hound
  • Cocker Spaniel (American & English)
  • Siberian Husky
  • Chow-Chow
  • Shiba Inu
  • Samojede
  • Shar Pei
  • Jack Russell Terrier

Symptome – Wie erkenne ich ein Glaukom?

Ein Glaukom kann sich plötzlich oder schleichend entwickeln. Gerade bei akuten Formen zählt jede Stunde – das Auge kann innerhalb weniger Stunden dauerhaft erblinden. Typische Anzeichen sind:

  • Starke Schmerzen (Hund reibt Auge, zeigt Unruhe, zieht sich zurück)
  • Rötung der Bindehaut
  • Tränende oder matte Augen
  • Vergrösserung des Augapfels (Buphthalmus)
  • Trübung der Hornhaut (milchiger Schleier)
  • Erweiterte, lichtstarre Pupille
  • Orientierungslosigkeit, plötzlicher Sehverlust

Achtung: Ein akutes Glaukom ist ein Notfall. Ohne Behandlung kann das Auge innerhalb von Stunden dauerhaft erblinden.

Diagnose beim Tierarzt

Die wichtigste Untersuchung ist die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie). Der normale Druck liegt beim Hund bei ca. 10–25 mmHg. Werte über 30 mmHg gelten als verdächtig – bei akuten Glaukomen sind 60 mmHg und mehr möglich. Ergänzend werden durchgeführt:

  • Augenspiegelung (Funduskopie)
  • Ultraschall des Auges (v. a. bei Trübung)
  • Gonioskopie (Beurteilung des Kammerwinkels bei Glaukom-Risikorassen)

Behandlung eines Glaukoms

Die Therapie hängt von Ursache, Verlauf und Schweregrad ab. Ziel ist die Senkung des Augeninnendrucks und – wenn möglich – die Erhaltung der Sehfähigkeit:

  • Medikamentös: Augentropfen (z. B. Carboanhydrase-Hemmer, Prostaglandin-Analoga), systemische Medikamente zur Drucksenkung
  • Chirurgisch: Laserbehandlung, Drainage-Implantate, Entfernung des Glaskörpers
  • Enukleation (Entfernung des Auges): In schweren, schmerzhaften Fällen ohne Aussicht auf Heilung

Viele Hunde müssen lebenslang behandelt und augenärztlich überwacht werden – regelmässige Kontrollen sind daher fester Bestandteil der Langzeitversorgung.

Prognose

Wird ein Glaukom früh erkannt und behandelt, kann das Sehvermögen erhalten werden – insbesondere bei sekundären Glaukomen, wenn die Grunderkrankung behandelbar ist. Bei chronischem oder spät diagnostiziertem Glaukom ist die Erblindung oft unumkehrbar. Auch schmerzbedingte Verhaltensänderungen sind möglich.

Vorbeugung und Früherkennung

  • Regelmässige Augenuntersuchung bei gefährdeten Rassen – auch ohne Symptome
  • Sofortiger Tierarztbesuch bei Augentrübung, Schmerzen oder Pupillenstörung
  • Beobachtung nach Operationen, Augenentzündungen oder Linsenproblemen
  • Zuchtverzicht bei betroffenen Hunden (genetische Belastung vermeiden)