Der Chow-Chow ist eine alte Hunderasse mit Ursprung in China. Sie sind für ihr dichtes, plüschiges Fell und ihre charakteristische blaue oder schwarze Zunge bekannt. Chow-Chows sind stolze und unabhängige Hunde, die oft als ruhig und reserviert beschrieben werden.

Entstehung der Rasse und Geschichte

Der Chow-Chow zählt zu den ältesten Hunderassen der Welt und lässt sich genetisch bis zu den Ureinwohnern Zentralchinas vor etwa 8 300 Jahren zurückverfolgen. Historisch wurden sie als vielseitige Arbeitshunde eingesetzt: zum Ziehen von Schlitten, als Wach- und Jagdhunde und sogar im Kloster oder auf dem Bauernhof . In einer chinesischen Legende hiess es, ein Herrscher besitze 5 000 Chow-Chows – ein Anzeichen für ihren Stellenwert.

Im 18. und 19. Jahrhundert gelangten erste Exemplare nach Europa. 1906 wurde auf der Basis eines importierten Hundes der erste Rassestandard in Grossbritannien erarbeitet.

Während des Zweiten Weltkriegs dienten Chow-Chows in einigen Ländern als Wach- und Meldehunde, gleichzeitig wurden sie seltener als Nahrungsquelle genutzt – in einigen Regionen Chinas war das früher üblich, heute aber tabu.

Berühmte Hunde dieser Rasse

  • Sigmund Freud soll von 1928 bis 1937 einen Chow-Chow gehalten haben. Angeblich erhielt Freud den Hund (deren Name übrigens „Jofi“ war) nach dem Tod der Geschwisterhündin. Jofi nahm eine zentrale Rolle in Freuds häuslichem Leben ein, spielte aber auch eine Rolle in seinem beruflichen Umfeld: Jofi begleitete Patienten in Freuds Therapiesitzungen. Deshalb gilt sie sogar als frühe Erscheinung tiergestützter Therapien. Nachdem die Hündin 1937 starb, machte Freud seine Trauer öffentlich: er sagte, es sei schwer, „sich nach sieben Jahren intensiver Nähe zu trennen.
  • Martha Stewart übernahm 2010 einen Chow-Chow namens Genghis Khan (vielfach einfach nur mit „GK“ abgekürzt). Seitdem soll sie immer wieder Hunde der Rasse auf ihrem Bauernhof in Bedford, New York, gehalten haben. 2012 gewann sie mit GK sogar den Titel „Best of Breed“ bei der Westminster Kennel Club Dog Show. Genghis Khan war Nachkomme einer renommierten und preisgekrönten Zuchtlinie.

Charakter des Chow-Chow

Der Chow-Chow ist eine aussergewöhnliche, aber anspruchsvolle Hunderasse, die zwar eindrucksvoll wirkt, aber nicht „einfach so“ zu halten ist.

  • Distanziert & reserviert: Chow-Chows sind keine Kuscheltiere (obwohl ihr Fell eindeutig einen Knuddelfaktor hat). Sie wählen ihre Bezugsperson(en) sehr bewusst aus und zeigen ihre Zuneigung auf ruhige, oft subtile Weise. Fremden begegnen sie meist mit Misstrauen – Nähe wird nicht einfach gewährt.
  • Selbstständig & stolz: Diese Hunde denken gern selbst mit. Sie reagieren sensibel auf Druck oder unsichere Führung. Wer einen „will-to-please“-Hund sucht, ist hier an der falschen Adresse.
  • Wachsam & schützend: Der Chow-Chow ist von Natur aus territorial. Er beobachtet gern aus dem Hintergrund und meldet zuverlässig – aber ohne ständiges Gebell. Als Wachhund eignet er sich deshalb sehr gut.
  • Ruhig & gelassen: In der Wohnung ist er meist angenehm unauffällig. Sein Bewegungsdrang ist eher gering – kurze Spaziergänge mit klarem Rahmen genügen den meisten Vertretern dieser Rasse.
  • Unabhängig – aber treu: Hat der Chow einmal Vertrauen gefasst, bleibt er seiner Bezugsperson loyal. Aber: Unterordnung muss man sich bei ihm verdienen – sie wird nicht „einfach so“ gewährt.

Für Anfänger geeignet?

Eindeutig nein – Chow-Chows gehören nicht in Anfängerhände. Der Chow-Chow ist ein Hund mit starkem Eigenwillen, tiefer Loyalität – aber auch mit einem ausgeprägten Unabhängigkeitsdrang, der oft mit Katzen verglichen wird. Seine Haltung erfordert Verständnis für seine Persönlichkeit und eine konsequente, aber faire Erziehung. Ihre Kombination aus Eigensinn, dem hohen Grad an Wachsamkeit und empfindlichem Wesen stellt hohe Anforderungen an die Halter. Diese Hunde benötigen viel Erfahrung im Lesen von Körpersprache, eine ruhige, aber konsequente Führung, klare Regeln und Routine sowie Geduld in der Erziehung. Fehlt diese Balance, kann dieser Hund durchaus stur, zurückgezogen oder in Einzelfällen auch unberechenbar reagieren.

Durchschnittliche Größe und Lebenserwartung der Rasse
Größe
46-56 cm
Gewicht
20-32 kg
Alter
9-15 Jahre
Gehört zu
Fellfarbe
  • Orange / Mahagoni
  • Blau / Silber
  • Creme
  • Sandfarben
Fellmuster
Einheitsfarbe
Eigenschaften
Trainierbarkeit
Bewertet mit 2 von 5
Energie
Bewertet mit 2 von 5
Haarausfall
Bewertet mit 4 von 5
Sabbermenge
Bewertet mit 2 von 5
Wachhund
Bewertet mit 4 von 5
Mit andere Hunde
Bewertet mit 3 von 5
Mit Kindern
Bewertet mit 2 von 5
Chow-Chows benötigen eine konsequente Erziehung und Sozialisierung von klein auf. Sie sind keine hyperaktive Rasse, benötigen aber tägliche Spaziergänge und mentale Stimulation. Chow-Chows bevorzugen ein ruhiges Umfeld und sind oft nicht die beste Wahl für Familien mit kleinen Kindern.
Das dichte Fell des Chow-Chows erfordert regelmäßiges Bürsten, um Verfilzungen zu vermeiden. Sie haaren stark, besonders während des Fellwechsels. Die Augen, Ohren und Zähne sollten regelmäßig gereinigt und gepflegt werden.
Leider gilt der Chow-Chow, besonders wenn er aus einer sog. „Showlinie“ kommt, nicht als besonders robuste Rasse. Wer sich für einen gesunden Chow-Chow interessiert, sollte bei Auswahl einer verantwortungsvollen Zuchtlinie auf folgende Punkte achten: – Nachweis über HD-/ED-Freiheit der Elterntiere – Augenuntersuchung bei anerkanntem Fachtierarzt (wg. Lidfehlstellungen) Der Chow-Chow ist keine unkomplizierte Rasse in Sachen Gesundheit. Viele Probleme sind zuchtbedingt, einige können durch gute Pflege und regelmässige tierärztliche Kontrollen gut in Schach gehalten werden. Seriöse Zucht, gesundes Gewicht, richtige Bewegung und vorausschauendes Management (z. B. im Sommer) sind entscheidend für ein möglichst beschwerdefreies Hundeleben.
Chow-Chows benötigen eine ausgewogene und hochwertige Ernährung, die ihrem Alter, Gewicht und Aktivitätslevel entspricht. Es ist wichtig, die Futtermenge zu kontrollieren, da Chow-Chows zur Gewichtszunahme neigen.
Chow-Chows sind keine besonders aktiven Hunde, aber sie geniessen Spaziergänge und moderate Bewegung. Sie können auch Spass an Aktivitäten wie Hundesportarten, Gehorsamstraining oder Nasenarbeit haben.
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