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Epiphora (übermäßiger Tränenfluss)

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Epiphora (übermäßiger Tränenfluss)
Inhalt
  1. Mögliche Ursachen für Epiphora
  2. Behandlung von Epiphora bei Hunden

Epiphora bezeichnet den Zustand, bei dem Tränenflüssigkeit nicht nur über die Augenoberfläche verteilt wird, sondern über den Augenrand hinausläuft. Bei Hunden tritt das Phänomen vergleichsweise oft auf, die Ursachen reichen von anatomischen Besonderheiten über Entzündungen bis zu Infektionen.

Mögliche Ursachen für Epiphora

Anatomische Probleme, Entzündungen und Infektionen kommen als Auslöser gleichermassen in Frage:

  • Tränenabflussstörungen / Verstopfung der Tränenkanäle: Die Tränenkanäle, die normalerweise die Tränenflüssigkeit vom Auge ableiten, sind verstopft oder verengt. Die Tränen können nicht richtig abfliessen und sammeln sich über dem Augenlid an.
  • Anatomische Anomalien, Tränennasenkanal-Fehlbildungen: Einige Rassen wie Mops, Chihuahua oder Shih Tzu haben eine anatomische Veranlagung, die die Entwässerung der Tränenflüssigkeit erschwert und zu wiederholtem Überlauf führt.
  • Entzündliche oder infektiöse Erkrankungen
    • Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Entzündungen der Augenoberfläche erhöhen die Tränenproduktion. Stört die Entzündung den normalen Tränenabfluss, zeigt sich die überschüssige Flüssigkeit als Epiphora.
    • Keratokonjunktivitis sicca (trockenes Auge): Diese Erkrankung geht typischerweise mit verminderter Tränenproduktion einher, kann aber in späteren Stadien zu einer Reaktion führen, bei der die Augen in bestimmten Situationen übermässig tränen.
  • Fremdkörper im Auge oder Irritationen: Kleine Partikel, Staub oder Haare, die ins Auge gelangen, reizen das Auge und lösen eine Reflextränensekretion aus, was ebenfalls in übermässigem Tränenfluss münden kann.
  • Allergien und Umwelteinflüsse: Allergische Reaktionen auf Pollen, Staub oder chemische Stoffe können zu übermässigem Tränenfluss führen. Betroffene Hunde zeigen oft auch Juckreiz oder gerötete Augen.

Weitere Symptome

Epiphora ist bereits ein eigenständiges Symptom. Häufig treten jedoch weitere Anzeichen auf:

  • Dadurch, dass die Tränen über den Augenrand hinauslaufen, wirkt das Fell unter und um die Augenpartie feucht und teilweise verfärbt.
  • Die Augenpartie kann durch den ständigen Kontakt mit überschüssiger Tränenflüssigkeit gerötet oder gereizt sein.
  • Verkrustung um die Augen, da die Tränenflüssigkeit an der Haut entlangläuft und dort trocknet.
  • Häufiges Blinzeln oder Reiben der Augen, wenn das Tier durch den Tränenfluss irritiert wird.

Diagnose

Um die genaue Ursache von Epiphora zu bestimmen, ist eine tierärztliche Untersuchung nötig. Mögliche diagnostische Schritte:

  • Schirmer-Tränentest (STT): Dieser Test misst die Menge der Tränenproduktion und hilft, Abweichungen im normalen Tränenfluss zu erkennen.
  • Untersuchung der Tränenkanäle: In einigen Fällen werden die Tränenkanäle mit speziellen Techniken wie einer Kontrastmitteluntersuchung oder einer Tränenkanalspülung überprüft.
  • Ophthalmologische Untersuchung: Eine umfassende Augenuntersuchung, einschliesslich des Einsatzes von Fluorescein-Färbung, um Hornhautschäden oder Fremdkörper zu identifizieren.

Behandlung von Epiphora bei Hunden

Medikamentöse Therapie

Antibiotische oder entzündungshemmende Medikamente helfen bei bakteriellen Infektionen oder Entzündungen der Augenoberfläche. Tränenersatzmittel werden bei Augenreizungen oder einem unzureichenden Tränenfilm eingesetzt, um die Symptome zu lindern.

Chirurgische Eingriffe

Liegt eine Verstopfung der Tränenkanäle vor, kann eine Tränenkanalspülung oder ein chirurgischer Eingriff nötig sein, um die Kanäle zu öffnen oder die Ursache der Verstopfung zu beheben.

Augenlidkorrekturen: Bei Hunden mit anatomischen Fehlbildungen, etwa einem Kollaps der Augenlider oder zu engen Tränennasenkanälen, kann eine chirurgische Korrektur nötig sein.

Pflege und Hygiene

Regelmässige Reinigung der Augenpartie mit speziellen Augentüchern oder milden Lösungen entfernt Verkrustungen und beugt Hautreizungen vor. Bei starker Sonneneinstrahlung oder Rauch, die die Tränenproduktion beeinträchtigen können, sind entsprechende Schutzmassnahmen sinnvoll.

Prognose

Wie gut Epiphora behandelbar ist, hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Lässt sich die Grunderkrankung therapieren, geht der übermässige Tränenfluss in vielen Fällen deutlich zurück oder verschwindet ganz. Bei bestimmten Rassen oder chronischen Erkrankungen kann Epiphora jedoch ein langfristiges Problem darstellen, das regelmässige Pflege und mitunter chirurgische Eingriffe erfordert.