Herzklappen
Herzklappen beim Hund sind vier Ventile im Herzen, die dafür sorgen, dass das Blut nur in eine Richtung fließt.
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Herzklappen sind beim Hund genau das, was sie beim Menschen auch sind: vier kleine Ventile, die dafür sorgen, dass das Blut immer brav in eine Richtung fließt. Bei jedem Herzschlag öffnen und schließen sie sich – und genau dadurch verhindern sie, dass das Blut zwischen Herzkammern und großen Gefäßen hin- und herpendelt. Klingt simpel, ist aber eine erstaunlich präzise Mechanik.
Welche Herzklappen hat ein Hund?
Vier Stück – genauso wie beim Menschen. Da wäre zunächst die Mitralklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer. Sie ist die Problemklappe schlechthin, vor allem bei älteren Hunden. Auf der rechten Seite übernimmt die Trikuspidalklappe dieselbe Aufgabe.
Dann gibt es noch zwei Ausgangsventile: Die Aortenklappe schickt sauerstoffreiches Blut in den Körper, die Pulmonalklappe leitet das sauerstoffarme Blut weiter zur Lunge. Alle vier arbeiten im Takt – so lange, bis Verschleiß oder ein angeborener Defekt dazwischenfunkt.
Wie funktionieren die Herzklappen?
Rein passiv, gesteuert über Druckunterschiede. Steigt der Druck hinter einer Klappe, öffnet sie sich. Fällt er ab, schließt sie sich sofort wieder. Kein Motor, keine Steuerung von außen – nur Physik.
Die Mitralklappe hat dazu noch kleine Halteseile aus Bindegewebe. Bei älteren Hunden können diese Seile erschlaffen oder sogar reißen – und dann wird es problematisch. Ein gesundes Herz bleibt dabei komplett lautlos. Hört man ein Rauschen oder Pfeifen aus der Brust des Hundes, ist das ein klares Zeichen: mindestens eine Klappe arbeitet nicht mehr sauber.
Welche Hunderassen bekommen häufiger Herzklappenprobleme?
Kleine Rassen sind hier klar im Nachteil. Cavalier King Charles Spaniel sind statistisch zu rund 50 % von einer Mitralklappenschwäche betroffen – eine erschreckend hohe Zahl. Bei Chihuahuas und Maltesern liegt das Risiko bei etwa 30 %. Wer also einen dieser Hunde hält, sollte das von Anfang an auf dem Schirm haben.
Große Rassen hingegen neigen eher zu angeborenen Verengungen, besonders an der Aorten- oder Pulmonalklappe. Bulldoggen, Boxer und Deutsche Schäferhunde bringen häufiger eine Aortenstenose mit – eine Verengung, die das Herz dauerhaft überbelastet. Bei diesen Rassen lohnt ein Herzscreening bereits beim Welpen, bevor überhaupt Symptome auftreten.
Woran erkenne ich Herzklappenprobleme bei meinem Hund?
Das erste Zeichen entdeckt meist der Tierarzt – ein Herzgeräusch beim Abhören, das dem Halter selbst nie aufgefallen wäre. Erst danach zeigen sich die Symptome, die man zu Hause beobachten kann: Husten nach dem Trinken, schnellere Erschöpfung beim Spaziergang, unruhiges Atmen nachts. Manche Hunde werden einfach ruhiger und schlafen mehr – was leicht als Altersmüdigkeit abgetan wird.
Ein aufgeblähter Bauch kann auf Flüssigkeitsansammlungen hinweisen und ist ein Zeichen für fortgeschrittene Herzschwäche. Und falls der Hund beim Spielen kollabiert: Das ist ein Notfall, sofort zum Tierarzt. Kein Abwarten.
Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?
Es beginnt mit dem guten alten Stethoskop – der Tierarzt hört das Herz ab und bewertet, ob und wie ausgeprägt ein Geräusch ist. Ein Herzultraschall zeigt dann genauer, welche Klappe betroffen ist und wie stark die Funktion bereits eingeschränkt ist. Röntgenbilder des Brustkorbs geben Aufschluss darüber, ob das Herz vergrößert ist oder sich bereits Wasser in der Lunge angesammelt hat.
Für die Herzrhythmusstörungen kommt ein EKG dazu. Wie oft Kontrollen nötig sind, hängt vom Schweregrad ab: Manche Hunde brauchen nur einmal im Jahr einen Check, andere sollten alle drei Monate vorstellig werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Medikamente stehen ganz oben auf der Liste. ACE-Hemmer senken den Blutdruck und entlasten das Herz, Entwässerungstabletten helfen gegen Flüssigkeitsansammlungen. In schweren Fällen kann eine Operation nötig sein – allerdings nur in spezialisierten Kliniken, das ist kein Routineeingriff beim Haustierarzt.
Genauso wichtig sind die Anpassungen im Alltag: salzarmes Futter, moderate Bewegung statt intensivem Sport, konsequente Gewichtskontrolle. Stress sollte so weit wie möglich vermieden werden. Ein ruhiger, strukturierter Tagesablauf tut einem herzkranken Hund tatsächlich gut – das klingt banal, macht aber einen spürbaren Unterschied.
Kann mein Hund trotz Herzklappenerkrankung alt werden?
Durchaus. Viele Hunde leben mit der richtigen Behandlung noch jahrelang gut – vorausgesetzt, die Erkrankung wird früh erkannt und konsequent therapiert. Das „früh“ ist dabei das Entscheidende: Wer wartet, bis die Symptome offensichtlich sind, verschenkt wertvolle Zeit.
Sind Herzklappenerkrankungen vererbbar?
Ja, besonders bei Cavalier King Charles Spaniel und anderen kleinen Rassen ist eine erbliche Komponente gut belegt. Zuchttiere sollten deshalb regelmäßig herzgeprüft werden – ein Standard, der in seriösen Zuchten längst gilt, aber leider noch nicht überall.
Darf mein Hund mit Herzklappenproblemen noch schwimmen?
Moderate Bewegung ist nicht nur erlaubt, sondern sogar sinnvoll. Schwimmen belastet das Herz-Kreislauf-System weniger als Laufen – der entscheidende Punkt ist jedoch: Der Hund darf dabei nicht außer Atem kommen. Solange er entspannt paddelt, ist das in Ordnung. Sobald er keucht, war es zu viel.
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