Doppelfell
Doppelfell besteht aus zwei verschiedenen Haarschichten: einer dichten, weichen Unterwolle und längeren, gröberen Deckhaaren.
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Doppelfell besteht aus zwei Haarschichten: einer dichten, weichen Unterwolle und längeren, gröberen Deckhaaren. Die Unterwolle isoliert gegen Kälte, indem sie warme Luft einschliesst. Das Deckhaar darüber stösst Wasser ab und schützt vor UV-Strahlung. Das Fell reguliert die Temperatur in beide Richtungen, nicht nur gegen Kälte.
Doppelfell erkennen
Du erkennst Doppelfell, wenn du mit den Fingern gegen die Haarrichtung durch das Fell fährst und zwei Schichten spürst. Die Unterwolle fühlt sich weich und dicht an, die Deckhaare sind fester und länger.
Bei Rassen wie Golden Retriever oder Australian Shepherd siehst du verschiedene Haarlängen: kürzere, flauschige Haare nahe der Haut und längere Schutzhaare an der Oberfläche. Während des Fellwechsels verlieren diese Hunde büschelweise Unterwolle.
Häufige Fehler beim Bürsten
Nur die Oberfläche zu bürsten ist der häufigste Fehler. Standard-Hundebürsten erreichen die Unterwolle nicht. Das Resultat sind Filzplatten direkt auf der Haut, die du erst merkst, wenn sie bereits fest sind.
Ein Unterwollrechen mit rotierenden Zinken (wie der FURminator) entfernt lose Unterwolle effektiv. Bei Huskys oder Malamutes ziehst du während des Fellwechsels täglich handvollweise Haare heraus. Eine normale Bürste schiebt diese losen Haare nur hin und her.
Zweiter Fehler: zu selten bürsten. Ein Australian Shepherd braucht mindestens zweimal wöchentlich intensive Fellpflege, bei Fellwechsel täglich. Deutsche Schäferhunde mit dichter Unterwolle ebenso.
Scheren schadet dem Doppelfell
Geschorenes Doppelfell wächst oft ungleichmässig nach. Die Unterwolle spriesst schneller als das Deckhaar. Der Hund bekommt ein wolliges, unstrukturiertes Fell, das schlechter isoliert.
Ohne Deckhaar erreicht UV-Strahlung direkt die Haut. Geschorene Huskys bekommen häufiger Sonnenbrand und überhitzen paradoxerweise schneller als ungeschorene. Das Fell braucht bis zu zwei Jahre, um seine ursprüngliche Struktur zurückzugewinnen.
Die Ausnahme: medizinisch notwendige Schur bei Hautkrankheiten oder Operationen. Dann aber nur von erfahrenen Hundefriseuren, die wissen, wie viel Fell stehen bleiben muss.
Rassen mit Doppelfell
Nordische Rassen haben das ausgeprägteste Doppelfell: Siberian Husky, Alaskan Malamute, Samojede. Ihre Unterwolle ist so dicht, dass Schnee nicht bis zur Haut durchdringt.
Hütehunde entwickelten Doppelfell für den Ausseneinsatz: Deutscher Schäferhund, Australian Shepherd, Border Collie. Ihr Fell ist weniger extrem, aber immer noch zweischichtig.
Auch Golden Retriever, Labrador und manche Spitze haben Doppelfell. Bei Retrievern war das wasserabweisende Deckhaar für die Wasserjagd entscheidend.
Fellwechsel bei Doppelfell
Zweimal jährlich (meist im Frühjahr und Herbst) stösst dein Hund die gesamte Unterwolle ab. Diese Phase dauert drei bis sechs Wochen.
Ein Husky verliert während des Fellwechsels genug Haare, um einen zweiten Hund zu polstern. Tägliches Bürsten reduziert die Haarmenge in der Wohnung, stoppt sie aber nicht vollständig.
Der Fellwechsel folgt der Tageslänge, nicht der Temperatur. Hunde in beheizten Wohnungen wechseln trotzdem im März und September das Fell.
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