Hunderasse · FCI-Gruppe 5

Alaskan Malamute

Kraft, Ausdauer und nordische Eigenständigkeit: Wer einen Malamute holt, muss täglich 90+ Minuten Auslastung, Jagdtrieb-Management und Erfahrung mit selbstständigen Hunden mitbringen.

Größe 58–64 cmGewicht 34–38 kgLebenserwartung 10–12 JahreFCI-Standard Nr. 243
GrossSehr aktiv
Passt diese Rasse zu dir? Schnellcheck →
Foto eines Alaskan Malamute – KI-generiert (Imagen 4) für rundum.dog
KI-generiertes Symbolbild · zeigt einen typischen Vertreter der Rasse, keinen konkreten Hund.

01Einleitung

Was den Alaskan Malamute ausmacht

Einleitung

Der Alaskan Malamute ist ein kräftiger nordischer Schlittenhund aus Alaska, FCI-Gruppe 5, Widerristhöhe 58–64 cm, für kaltes Klima und Ausdauerarbeit gezüchtet.

02Kurzfazit

In einem Absatz

Wenn du nur 30 Sekunden Zeit hast.

Der Alaskan Malamute ist kein Begleithund im klassischen Sinne — er ist ein Lastschlittenhund, der für Ausdauer und schwere Arbeit unter arktischen Bedingungen gezüchtet wurde. Seine Freundlichkeit täuscht über seinen ausgeprägten Jagdtrieb, seine Dominanz gegenüber Artgenossen und seine nordische Eigenständigkeit hinweg. Wer diesen Hund hält, benötigt Struktur, tägliche intensive Auslastung und realistische Erwartungen an seinen Gehorsam.

03Steckbrief

Eckdaten und Eignung

Steckbrief
Herkunft
USA (Alaska)
Ursprüngliche Aufgabe
Lastschlittenhund der Mahlemut-Inuit
FCI
Nr. 243 · Gruppe 5 · Sektion 1: Nordische Schlittenhunde
Schulterhöhe
58–64 cm
Gewicht
34–38 kg
Lebenserwartung
10–12 Jahre
Felltyp
Doppel
Benötigte Bewegung
120 min/Tag
Welpenpreis
1'200–2'500 CHF
Wartezeit
9 Monate
Sportarten
Canicross · Schlittenhundesport · Bikejöring · Skijöring · Gewichtsziehen
Charakter-Profil
Aktivitätslevel 4/5
Freundlichkeit zu Fremden 3/5
Bellneigung 2/5
Jagdtrieb 3/5
Spieltrieb 4/5
Erfahrung nötig 3/5
Hitzetoleranz 1/5
Kältevertraeglichkeit 5/5

04Wesen

So zeigt sich der Alaskan Malamute im Alltag

Im Alltag

Beim Morgenlauf zeigt sich, was den Malamute ausmacht: Er zieht. Nicht weil er schlecht erzogen ist, sondern weil Zugverhalten genetisch tief verankert ist. Wer ihn ohne Zuggeschirr und klares Leinentraining führt, kämpft täglich gegen seine Natur.

Im Alltag

Kommt ein Fremder zu Besuch, begrüßt der Malamute ihn in der Regel neugierig und offen — kein Alarm, kein Misstrauen. Diese externe Reaktion auf Fremde (Achse: Freundlichkeit gegenüber Unbekannten, Wert 3 von 5) ist moderat positiv, aber nicht überschwänglich. Als Wachhund scheidet er aus.

Im Alltag

Intern sieht das anders aus: Der Sozialbedarf ist hoch (Wert 4 von 5). Der Malamute benötigt die Nähe seiner Bezugspersonen, will in Aktivitäten eingebunden sein und reagiert auf längere Isolation mit hörbarem Protest — Heulen gehört zum Repertoire. Diese beiden Achsen auseinanderzuhalten ist wichtig: Ein Hund, der Fremde freundlich begrüßt, ist nicht zwingend ein Hund, der gut allein bleibt.

Kinder

Im Alltag mit Kindern funktioniert er, wenn klare Regeln bestehen und Kinder respektvoll mit ihm umgehen. Seine Körpergröße und Kraft erfordern Aufsicht — nicht wegen Aggression, sondern wegen schlichter Masse.

Im Alltag

Auf dem Spaziergang ohne Aufgabe wirkt er oft unruhig, zieht in Richtung Gerüche, reagiert auf Kleintiere mit hoher Aufmerksamkeit. Der Jagdtrieb ist ausgeprägt: Freilauf ohne gesichertes Gelände und stabilen Rückruf ist ein kalkulierbares Risiko — und kein Erziehungsproblem, das sich wegtrainieren lässt. Wer das akzeptiert und mit Zuggeschirr, Longline und strukturierten Aktivitäten arbeitet, erlebt einen Hund mit außergewöhnlicher Ausdauer und echter Kooperationsbereitschaft.

05Bedürfnisse

Was diese Rasse täglich benötigt

Der Alaskan Malamute benötigt täglich mindestens 90 Minuten intensive Bewegung — und damit ist kein gemächlicher Spaziergang gemeint. Zughundesport, Skijöring, Gewichtsziehen, ausgedehnte Wanderungen mit Zuggeschirr oder Bikejöring entsprechen seinem genetischen Profil. Reine Spaziergänge ohne Aufgabe decken seinen Bewegungsbedarf nicht ab.

Sein Bewegungsbedarf liegt bei 5 von 5 — dem Maximum der Skala. Das bedeutet in der Praxis: Wer beruflich stark eingebunden ist oder keinen Zugang zu geeignetem Gelände hat, stößt schnell an Grenzen.

Mentale Auslastung ist ebenso relevant wie körperliche. Der Kopfarbeitsbedarf liegt bei 4 von 5. Nasenarbeit, Suchspiele, strukturiertes Training mit wechselnden Aufgaben und Zughundesport als kombinierte Herausforderung decken diesen Bedarf. Monotone Wiederholungen führen zu Desinteresse.

Alleinbleiben toleriert der Malamute bis zu etwa vier Stunden — mit Training und Gewöhnung. Längere Phasen ohne Bezugsperson führen bei vielen Hunden zu hörbarem Protest oder destruktivem Verhalten. Ein Hundebetreuer oder eine Tagesstruktur mit mehreren Bezugspersonen ist bei Vollzeitberufstätigkeit keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

Sein dichtes Doppelfell benötigt während des Fellwechsels — zweimal jährlich, über mehrere Wochen — tägliches Bürsten. Außerhalb dieser Phasen reicht wöchentliche Pflege. Aufgrund seiner Kälteanpassung ist er für dauerhaft heiße Klimazonen nur eingeschränkt geeignet: Schatten, frisches Wasser und reduzierte Belastung bei Temperaturen über 25 Grad sind Pflicht, nicht Komfort.

Bewegung

Sehr hoch

Kopfarbeit

Viel

Sozialbedarf

Hoch

Erziehung

Anspruchsvoll

06Sport & Auslastung

Wozu sich der Alaskan Malamute sportlich eignet

Realistisch nach Physiologie und Genetik — nicht jede Rasse passt zu jedem Sport.

Strukturell-physiologisch passend: Mantrailing, Dummy-Arbeit, Schweißarbeit geeignet · CaniCross / Bikejöring möglich.

07Schnell-Check

08Eignung

Für wen passt diese Rasse — und für wen nicht

Passt zu

Der Alaskan Malamute passt zu Haltern, die täglich mindestens 90 Minuten aktive Bewegung mit dem Hund einplanen können — nicht als gelegentliche Ausnahme, sondern als feste Tagesstruktur. Zughundesport, Wandern oder vergleichbare Aktivitäten sollten zum Alltag gehören oder ernsthaft angestrebt werden.

Erfahrung mit eigenständigen oder nordischen Rassen ist eine realistische Voraussetzung. Wer bereits einen Hund mit ausgeprägtem Eigensinn geführt hat und weiß, dass Kooperation auf Gegenseitigkeit beruht, findet im Malamute einen verlässlichen Partner.

Familien mit Kindern ab etwa acht Jahren, in denen klare Regeln für den Umgang mit dem Hund gelten und Aufsicht gewährleistet ist, kommen ebenfalls in Frage. Der Hund benötigt dabei eine erwachsene Bezugsperson mit Führungskompetenz.

Halter, die in gemäßigten bis kühlen Klimazonen leben und Zugang zu gesichertem Gelände oder Zughundsport-Infrastruktur haben, profitieren von seinen Stärken. Ein Haus mit sicher eingezäuntem Garten erleichtert das Management — ist aber keine Pflichtvoraussetzung, wenn die tägliche Auslastung anderweitig gesichert ist.

Wer bereit ist, Jagdtrieb-Management aktiv zu betreiben — Longline, gesichertes Gelände, kein ungesicherter Freilauf in offenem Gelände — und die externe Reaktion des Hundes auf Kleintiere realistisch einschätzt, kann mit diesem Hund sicher und befriedigend arbeiten.

×Passt nicht zu

Der Alaskan Malamute passt nicht zu Haltern, die weniger als 90 Minuten täglich für intensive Bewegung aufwenden können oder wollen. Wer auf einen ruhigen Begleithund für kurze Spaziergänge hofft, wird von diesem Hund dauerhaft überfordert sein.

Erstbesitzer ohne Vorerfahrung mit eigenständigen Rassen sollten den Malamute nicht als Einstiegshund wählen. Seine Bereitschaft, Führung zu hinterfragen, und sein ausgeprägter Jagdtrieb verlangen Konsequenz und Erfahrung — nicht Strenge, aber Klarheit.

Wer einen Wachhund oder einen Hund mit hohem Gehorsamkeitsniveau sucht, ist bei dieser Rasse falsch. Der Malamute ist freundlich gegenüber Fremden und prüft Anweisungen auf ihren Sinn — beides ist genetisch verankert, nicht wegtrainierbar.

Haushalte, in denen der Hund regelmäßig länger als vier Stunden allein bleibt und kein Betreuungskonzept besteht, sind ungeeignet. Wer den hohen Sozialbedarf des Malamute mit seiner Offenheit gegenüber Fremden verwechselt und glaubt, er komme gut allein zurecht, weil er „ja so unkompliziert" wirkt, unterschätzt seine interne Bindungsintensität.

In dauerhaft heißen Klimazonen — Mittelmeerraum, tropische Regionen — ist die Haltung tierschutzrelevant eingeschränkt. Wer keinen Zugang zu Schatten, Klimatisierung und reduzierter Belastung bei Hitze sicherstellen kann, sollte eine andere Rasse wählen.

10Linien-Realität

Show-Linie, Arbeitslinie, Vermehrer-Markt

Der Alaskan Malamute wird heute in zwei funktionalen Kontexten gehalten: als Zughundsport-Hund und als Begleithund bzw. Ausstellungshund. Eine formale Linientrennung wie bei manchen Retrievern oder Hütehunden existiert nicht in gleichem Ausmaß, dennoch sind die Unterschiede in der Praxis spürbar.

Hunde aus aktiven Zughundsport-Linien zeigen in der Regel höhere Arbeitsmotivation, ausgeprägteres Zugverhalten und stärkere physische Belastbarkeit. Sie sind für Halter konzipiert, die den Hund tatsächlich im Sport einsetzen. Ihr Bewegungsbedarf ist noch ausgeprägter als der des durchschnittlichen Malamute.

Hunde aus Ausstellungs- oder Begleitlinien sind häufig etwas ruhiger im Alltag, behalten aber den grundlegenden Charakter der Rasse: Eigenständigkeit, Jagdtrieb und hohen Bewegungsbedarf. Wer einen solchen Hund als reinen Familienhund hält, muss dennoch täglich intensive Auslastung sicherstellen.

Beim Welpenkauf lohnt es sich, gezielt nach dem Verwendungszweck der Elterntiere zu fragen. Ein Züchter, der seine Hunde aktiv im Zughundsport einsetzt, produziert in der Regel Welpen mit höherem Arbeitstrieb. Das ist weder besser noch schlechter — es muss zum Alltag des Halters passen.

Regionale Unterschiede in der Zucht sind vorhanden: In Skandinavien und Nordamerika liegt der Fokus stärker auf Arbeitseigenschaften, in Mitteleuropa überwiegt die Begleithund- und Ausstellungszucht. Der FCI-Standard gilt für beide Kontexte als verbindliche Grundlage.

11Gesundheit · Realität

Was du beim Alaskan Malamute medizinisch einplanen musst

Der Alaskan Malamute gilt als robuste Rasse mit einer Lebenserwartung von etwa 10 bis 14 Jahren. Dennoch existieren rassetypische Gesundheitsrisiken, die vor dem Kauf bekannt sein sollten.

Hüftdysplasie (HD) ist die am häufigsten dokumentierte orthopädische Erkrankung. Laut Auswertungen des OFA (Orthopedic Foundation for Animals, Stand 2023) zeigen etwa 19–22 % der untersuchten Malamutes eine HD-Einstufung von „mild" bis „schwer". Seriöse Züchter legen HD-Röntgenbefunde beider Elterntiere vor — das ist kein Bonus, sondern Mindeststandard.

Erbliche Augenerkrankungen, insbesondere progressive Retinaatrophie (PRA) und Katarakt, sind in der Rasse dokumentiert. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) empfiehlt jährliche Augenuntersuchungen durch einen Fachtierarzt für Ophthalmologie. DNA-Tests auf bekannte PRA-Varianten sind bei verantwortungsvollen Züchtern Standard.

Hereditäre Polyneuropathie (HPN) ist eine rassetypische neurologische Erkrankung, die zu Muskelschwäche und Koordinationsstörungen führt. Ein DNA-Test auf den bekannten Defekt ist verfügbar und sollte bei Zuchttieren nachgewiesen sein.

Übergewicht ist ein unterschätztes Risiko: Der Malamute neigt bei unzureichender Auslastung und übermäßiger Fütterung zur Gewichtszunahme, was orthopädische Probleme verstärkt. Eine sportangepasste Fütterung — orientiert an tatsächlichem Aktivitätsniveau — ist keine Kür.

Vorsorgeuntersuchungen: HD-Röntgen (ab 12 Monate), jährliche Augenuntersuchung, HPN-DNA-Test bei Zuchttieren, regelmäßige Gewichtskontrolle beim Tierarzt.

12Strukturdaten

Gesundheit nach Zahlen

Gesundheit

Anfällige Erkrankungen

Hüftdysplasie, Ellbogendysplasie, Chondrodysplasie, Polyneuropathie, Augenprobleme

Empfohlene Gesundheitstests

Hüft- und Ellbogenröntgen, Augenuntersuchung, DNA-Test auf Chondrodysplasie

13Mythen ↔ Realität

Was über diese Rasse oft falsch erzählt wird

Fünf Mythen, fünf Realitäten, fünf Quellen.

1

„Der Alaskan Malamute ist wie ein Wolf — gefährlich und unberechenbar.

Der FCI-Standard beschreibt den Malamute ausdrücklich als anhänglichen, freundlichen Hund, der kein Ein-Mann-Hund ist. Sein Erscheinungsbild erinnert an einen Wolf, sein Wesen jedoch nicht. Gegenüber Menschen — auch Fremden — zeigt er sich in der Regel offen. Als Schutzhund ist er ungeeignet. Aggressivität gegenüber Menschen gilt im Standard als schwerer Fehler.

rundum.dog

2

„Malamutes sind Huskys — nur größer.

Alaskan Malamute und Siberian Husky sind eigenständige Rassen mit unterschiedlicher Zuchtgeschichte und Funktion. Der Malamute wurde für Kraft und schwere Lasten gezüchtet, der Husky für Geschwindigkeit über mittlere Distanzen. Körperbau, Gewicht und Temperament unterscheiden sich deutlich. Der FCI-Standard betont explizit, dass der Malamute kein Renn-Schlittenhund ist.

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3

„Ein großer Garten ersetzt die tägliche Auslastung.

Ein Garten bietet dem Malamute Bewegungsfreiheit, ersetzt jedoch keine strukturierte Auslastung. Ohne Aufgabe — Zughundesport, Wandern mit Zuggeschirr, Gewichtsziehen — entwickeln viele Malamutes Verhaltensprobleme wie Graben, Heulen oder destruktives Verhalten. Der Hund benötigt täglich mindestens 90 Minuten aktive Beschäftigung mit körperlicher und mentaler Komponente.

www.sknh.ch

4

„Malamutes sind wegen ihrer Freundlichkeit einfach zu erziehen.

Freundlichkeit und Trainierbarkeit sind zwei verschiedene Achsen. Der Malamute ist sozial und menschenbezogen, prüft jedoch den Sinn von Aufgaben und entscheidet situativ selbst. Wiederholungen ohne Abwechslung führen zu Desinteresse. Inkonsistente Führung wird von ihm konsequent ausgenutzt. Erfahrung mit eigenständigen Rassen ist eine realistische Voraussetzung, keine Empfehlung.

www.sknh.ch

5

„Der Malamute versteht sich mit allen Hunden gut, weil er so sozial ist.

Der Malamute zeigt gegenüber gleichgeschlechtlichen Hunden häufig Dominanzverhalten. Sein hoher Sozialbedarf bezieht sich primär auf Menschen und seine Bezugsgruppe — nicht auf beliebige Artgenossen. Ohne frühe, konsequente Sozialisation können Konflikte entstehen, besonders in Mehrhundehaushalten mit Rüden. Die Unterscheidung zwischen Sozialbedarf und allgemeiner Hundefreundlichkeit ist entscheidend.

www.sknh.ch

Mehr zur Realität dieser Rasse — und warum sie überdurchschnittlich häufig in Tierheimen landet.Zur Tierschutz-Perspektive →

14Tierschutz

Die Tierschutz-Perspektive

Vermehrer-Markt, Designer-Versionen, Tierheim-Realität — was niemand auf der Welpen-Anzeige schreibt.

Der Alaskan Malamute gehört zu den Rassen, die überdurchschnittlich häufig in Tierheimen und bei Rasseschutzorganisationen landen. Der Grund ist fast immer derselbe: unterschätzter Bewegungsbedarf, Überforderung durch nordische Eigenständigkeit und die Erwartung eines gehorsamen Familienhundes.

Vermehrer-Markt: Malamutes sind optisch eindrucksvoll und erzielen auf Kleinanzeigenplattformen hohe Preise. Das zieht Vermehrer an, die weder HD-Röntgen noch Augenuntersuchungen noch HPN-DNA-Tests durchführen. Welpen aus solchen Quellen kosten oft weniger als 1.000 Euro — die Folgekosten durch Gesundheitsprobleme übersteigen diese Ersparnis regelmäßig. Ein Preis unter 1.500 Euro ohne Gesundheitsnachweise der Elterntiere ist ein konkretes Warnsignal.

Designer-Versionen: „Wooly Malamutes" — Hunde mit übermäßig langem Fell — werden als besonders attraktiv vermarktet. Das überlange Fell ist im FCI-Standard als Fehler eingestuft und führt zu erhöhtem Pflegeaufwand und Überhitzungsrisiko. Kein seriöser Züchter bewirbt diese Variante als Qualitätsmerkmal.

Haltungsbedingte Probleme: Der Malamute ist für dauerhaft heiße Klimazonen nicht geeignet. Dennoch werden Hunde in Regionen mit Sommertemperaturen über 30 Grad gehalten, ohne dass Schatten, Klimatisierung oder Aktivitätsreduktion konsequent umgesetzt werden. Das ist kein Randproblem — es ist ein strukturelles Haltungsrisiko, das mit dem Klimawandel zunimmt.

Vermittlung als gleichwertige Option: Malamute-Rettungsorganisationen und Tierheime vermitteln regelmäßig erwachsene Hunde, deren Charakter und Gesundheitsstatus bereits einschätzbar sind. Ein erwachsener Malamute aus der Vermittlung ist keine Notlösung — er ist für erfahrene Halter oft die realistischere Wahl als ein Welpe, dessen Entwicklung noch offen ist. Der Schweizerische Klub für nordische Hunde (SKNH) und der Alaskan Malamute Club e.V. verfügen über Vermittlungskontakte.

15Kosten · Transparenz

Was diese Rasse realistisch kostet

Ein Malamute-Welpe aus seriöser Zucht kostet in der DACH-Region zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Angebote unter 1.000 Euro ohne Gesundheitsnachweise der Elterntiere sind kein Schnäppchen — sie verlagern Kosten in die Zukunft.

Die jährlichen Lebenshaltungskosten liegen je nach Aktivitätsniveau und Region bei etwa 2.500 bis 4.500 Euro. Futter für einen ausgewachsenen Malamute (34–39 kg, aktiv) schlägt mit 80–150 Euro pro Monat zu Buche, abhängig von Qualität und Fütterungsform. Fellpflege — insbesondere während des Fellwechsels — kann bei professioneller Unterstützung 200–400 Euro pro Jahr kosten.

Tierarztkosten im Durchschnitt: Grundversorgung (Impfungen, Parasitenvorsorge, jährliche Kontrolle) liegt bei 300–600 Euro pro Jahr. Orthopädische Behandlungen bei HD können je nach Schweregrad 2.000–8.000 Euro erreichen. Eine Tierkrankenversicherung kostet für einen Malamute je nach Anbieter und Leistungsumfang zwischen 60 und 150 Euro pro Monat — bei einer Rasse mit dokumentierten HD- und Augenrisiken eine ernstzunehmende Option.

Zughundsport-Ausrüstung (Zuggeschirr, Leine, Schlitten oder Bike-Attachment) ist eine einmalige Investition von 200–600 Euro, die sich über Jahre amortisiert. Wer den Hund ohne diese Infrastruktur hält, unterschätzt den Aufwand für adäquate Auslastung.

16Welpensuche

Worauf du bei der Zuchtwahl achten musst

  • Ein seriöser Züchter legt vor dem Verkauf Gesundheitsnachweise beider Elterntiere vor: HD-Röntgenbefund (OFA oder A/B-Einstufung), aktuelle Augenuntersuchung durch einen Fachtierarzt und HPN-DNA-Test.
  • Wer diese Unterlagen nicht zeigt oder als unnötig bezeichnet, scheidet als Quelle aus.
  • Besichtigungen beim Züchter — mit Mutter und idealerweise Vater vor Ort — sind Pflicht, keine Kür.
  • Welpen, die außerhalb des Zuchtbetriebs übergeben werden, oder Angebote ohne persönlichen Kontakt sind ein konkretes Warnsignal.
  • Der Kaufpreis für einen Malamute-Welpen aus seriöser Zucht liegt in der DACH-Region typischerweise zwischen 1.500 und 2.500 Euro.
  • Deutlich günstigere Angebote ohne Gesundheitsnachweise signalisieren fehlende Zuchtstandards.
  • Vermittlung ist eine gleichwertige Option: Erwachsene Malamutes aus Tierheimen oder Rasseschutzorganisationen kommen häufig aus Haltungen, die mit dem Bewegungsbedarf überfordert waren.
  • Ihr Charakter ist einschätzbar, ihr Gesundheitsstatus dokumentierbar.
  • Der SKNH (sknh.ch) und der Alaskan Malamute Club e.V.
  • verfügen über Vermittlungskontakte und können weiterhelfen.
  • Keine namentliche Züchter-Empfehlung: Aktuelle Züchterlisten führen die offiziellen Rasseclubs — diese sind die verlässlichere und aktuellere Quelle als jede redaktionelle Empfehlung.

FAQ

Häufige Fragen zum Alaskan Malamute

Ist Alaskan Malamute ein Familienhund?

Alaskan Malamute gilt bei guter Sozialisierung und artgerechter Haltung als familientauglich.

Wie hoch ist der Bewegungsbedarf von Alaskan Malamute?

Mindestens rund 120 Minuten Bewegung pro Tag. Als aktive Rasse eher mehr — plus geistige Auslastung.

Welche Grösse und welches Gewicht hat Alaskan Malamute?

Ausgewachsen erreicht Alaskan Malamute etwa 58–64 cm Widerristhöhe und wiegt rund 34–38 kg.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von Alaskan Malamute?

Die Lebenserwartung von Alaskan Malamute liegt bei etwa 10–12 Jahren.

Welche Krankheiten treten bei Alaskan Malamute häufig auf?

Hüftdysplasie, Ellbogendysplasie, Chondrodysplasie, Polyneuropathie, Augenprobleme

17Rasseclubs

Offizielle Rasseclubs in DACH

FCI-Rassestandard (PDF)

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Fazit

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Kraftvoller Arbeitshund für aktive Familien mit viel Platz. Verträgt keine Hitze und braucht tägliche intensive Bewegung. Dominant gegenüber anderen Hunden.