Aortenklappen
Die Aortenklappe ist eine von vier Herzklappen beim Hund und fungiert als Ventil zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader.
Inhalt
Die Aortenklappe ist eine von vier Herzklappen beim Hund. Sie funktioniert als Ventil zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader (Aorta). Beim Pumpen öffnet sie sich, danach schliesst sie sich wieder und verhindert so den Rückfluss von Blut.
Tierärzte entdecken Aortenklappenprobleme häufig über Herzgeräusche bei Routineuntersuchungen. Ein Herzgeräusch weist nicht zwingend auf eine schwere Erkrankung hin – die genaue Ursache muss aber abgeklärt werden.
Funktion der Aortenklappe beim Hund
Die Aortenklappe besteht aus drei halbmondförmigen Taschen, die sich passiv durch Druckveränderungen öffnen und schliessen. Wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht, öffnet der Druck die Klappentaschen und sauerstoffreiches Blut strömt in die Aorta.
Sobald der Herzmuskel sich entspannt, fällt der Druck ab und die Taschen schliessen sich. Dadurch kann kein Blut zurück ins Herz fliessen.
Häufige Erkrankungen der Aortenklappe
Aortenstenose ist das häufigste Problem. Dabei ist die Klappe verengt oder der Bereich darunter (subaortal) zu eng. Das Herz muss gegen einen erhöhten Widerstand pumpen, was die linke Herzkammer belastet.
Bei einer Aortenklappeninsuffizienz schliesst die Klappe nicht vollständig. Blut fliesst zurück in die linke Herzkammer, die dadurch mehr arbeiten muss. Boxer, Golden Retriever und Deutsche Schäferhunde sind überdurchschnittlich oft betroffen.
Bakterielle Endokarditis (Entzündung der Klappe) kommt seltener vor. Sie entsteht meist durch Infektionen an anderen Körperstellen, etwa bei fortgeschrittener Parodontitis.
Symptome von Aortenklappenproblemen
Betroffene Hunde ermüden schneller, besonders nach Bewegung oder längeren Spaziergängen. Manche Hunde entwickeln einen trockenen Husten oder zeigen erschwerte Atmung.
Kollaps oder kurzzeitige Orientierungslosigkeit während oder nach Anstrengung sind Warnsignale. Sie entstehen, wenn zu wenig Blut ins Gehirn gelangt.
Herzgeräusche sind ohne Stethoskop nicht hörbar. Manche Hunde haben lebenslang harmlose funktionelle Geräusche, andere entwickeln sie erst im Verlauf einer Erkrankung.
Diagnostik beim Tierarzt
Der erste Schritt ist das Abhören (Auskultation). Herzgeräusche werden nach einem Schweregrad von 1 bis 6 eingeteilt – ab Grad 3 ist das Geräusch oft durch Auflegen der Hand auf den Brustkorb spürbar.
Röntgenaufnahmen zeigen, ob sich das Herz vergrössert hat. Eine Herzvergrösserung tritt auf, wenn das Herz über längere Zeit gegen einen erhöhten Widerstand arbeitet.
Der Herzultraschall (Echokardiografie) ist der Goldstandard. Er ermöglicht die direkte Beurteilung der Klappenbewegung und die Messung von Verengungen. Ein Doppler-Ultraschall misst zusätzlich die Blutflussgeschwindigkeit und den Druckgradienten über der Klappe.
Behandlungsmöglichkeiten
Leichte Fälle erfordern häufig nur regelmässige Kontrollen. Körperliche Belastung sollte angepasst werden, um das Herz nicht zu überlasten.
Bei fortgeschrittenen Problemen kommen Medikamente zum Einsatz: Betablocker senken die Herzfrequenz und reduzieren den Sauerstoffbedarf des Herzens, ACE-Hemmer entlasten das Herz, Diuretika verhindern Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge.
Chirurgische Eingriffe sind möglich, aber in der Veterinärmedizin selten. Bei der Ballonvalvuloplastie wird eine Stenose gedehnt – Rezidive sind allerdings häufig. Ein Klappenersatz bleibt Einzelfällen an spezialisierten Kliniken vorbehalten.
Prognose
Die Prognose hängt vom Schweregrad ab. Hunde mit leichten Veränderungen leben oft ohne Einschränkungen – manche zeigen nie Symptome.
Bei schweren Stenosen oder Insuffizienzen steigt das Risiko für Synkopen (Kollaps) oder Herzinsuffizienz. Mit konsequenter medikamentöser Therapie können betroffene Hunde aber oft noch Jahre leben.
Frühe Diagnose ist entscheidend. Regelmässige kardiologische Kontrollen sind besonders bei Risikorassen (Boxer, Golden Retriever, Neufundländer, Rottweiler) oder bei Auftreten von Symptomen sinnvoll.
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