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Angeborene Lerndispositionen

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Angeborene Lerndispositionen
Definition

Angeborene Lerndispositionen sind die genetisch verankerten Lernvorlieben eines Hundes – das bedeutet, bestimmte Verhaltensweisen fallen ihm von Natur aus leichter als andere.

Inhalt
  1. Welche Lerndispositionen haben verschiedene Rassen?
  2. Wie erkennst du die Lerndispositionen deines Hundes?
  3. Warum macht das Training leichter?
  4. Was bedeutet das für problematisches Verhalten?

Angeborene Lerndispositionen sind die genetisch verankerten Lernvorlieben eines Hundes – das bedeutet, bestimmte Verhaltensweisen fallen ihm von Natur aus leichter als andere.

Ein Border Collie lernt das Hüten nicht, weil er besonders intelligent ist. Er bringt bereits das Grundprogramm mit: den intensiven Blick, das Umkreisen, das Kontrollieren von Bewegungen. Du musst ihm nur noch beibringen, wann und wie er diese Fähigkeiten einsetzen soll.

Welche Lerndispositionen haben verschiedene Rassen?

Jagdhunde wie Beagle oder Weimaraner folgen Spuren instinktiv – sie müssen lernen, damit aufzuhören, nicht anzufangen. Apportierhunde wie Golden Retriever tragen von sich aus Gegenstände herum. Herdenschutzhunde bewachen ihr Territorium, ohne dass jemand es ihnen beigebracht hätte.

Diese Dispositionen entstehen durch jahrzehntelange oder jahrhundertelange Zucht. Züchter haben gezielt Hunde verpaart, die bestimmte Verhaltensweisen zeigten. Das Ergebnis: Welpen, die diese Neigungen bereits mitbringen.

Wie erkennst du die Lerndispositionen deines Hundes?

Beobachte, was dein Hund freiwillig macht. Ein Hund mit starker Apportierdisposition bringt dir Spielzeug – ohne Aufforderung. Einer mit Hüteverhalten kontrolliert Kinder beim Spielen oder versucht, Fahrradfahrer zu „sammeln“.

Manche Dispositionen zeigen sich erst in bestimmten Situationen. Ein Terrier ignoriert monatelang andere Tiere – bis er den ersten Maulwurfshügel sieht. Dann erwacht sein Jagdinstinkt.

Warum macht das Training leichter?

Du schwimmst mit dem Strom statt gegen ihn. Einem Pointer das Vorstehen beizubringen dauert Wochen. Ihm beizubringen, damit aufzuhören, wenn Wild in der Nähe ist – das ist die eigentliche Herausforderung.

Meiner Erfahrung nach frustrieren sich Halter unnötig, wenn sie gegen die Disposition ihres Hundes arbeiten. Ein Basset Hound wird nie die Aufmerksamkeit eines Malinois entwickeln. Dafür hat er andere Stärken.

Was bedeutet das für problematisches Verhalten?

Viele „Probleme“ sind eigentlich normale Ausdrücke angeborener Dispositionen. Ein Husky, der ausbüchst, folgt seinem Laufinstinkt. Ein Beagle, der an der Leine zieht, seiner Nase.

Die Lösung ist nicht, diese Bedürfnisse zu unterdrücken. Du gibst ihnen kontrollierte Ausdrucksmöglichkeiten: Mantrailing für den Beagle, Canicross für den Husky, Dummytraining für den Retriever.