Studie zeigt: Haustiere sind Social Media Stars – aber wie sicher ist ihr Wohl?
Ein Viertel aller Hundehalter haben Instagram-Profile für ihre Vierbeiner. Was harmlos beginnt, kann schnell zu Tierleid führen – hier erfährst du, wie du verantwortlich postest.
Inhalt
Hund liegt auf dem Sofa, du hältst kurz drauf, ein Foto – und schon sind 200 Likes da. Klingt nach harmlossem Spass, oder? Tatsächlich haben laut einer Studie von ManyPets mittlerweile rund ein Viertel aller Hundehalter eigene Social-Media-Profile für ihre Vierbeiner angelegt. Manche dieser Accounts haben mehr Follower als die Besitzer selbst. Was klein und niedlich anfängt, kann eine ziemlich schiefe Richtung einschlagen.
Warum erstellen Hundehalter Instagram-Profile für ihre Hunde?
35 % wollen ihren Hund schlicht „der Welt zeigen“ – weitere 34 % geniessen die positiven Reaktionen, die Herzchen, die Kommentare, das Gefühl, dass andere den eigenen Hund genauso toll finden wie man selbst. Durchschnittlich 925 Follower pro Hunde-Account sprechen eine deutliche Sprache: Vierbeiner sind längst echte Social-Media-Stars. Und der Rummel rund ums Tier wächst weiter – 42 % der Hundehalter füllen ihre Feeds hauptsächlich mit Hundefotos, zwei von fünf haben mehr Bilder ihres Hundes online als von sich selbst. Ein Drittel organisiert sogar Geburtstagspartys für den Vierbeiner, natürlich perfekt inszeniert fürs Foto.
Wann wird Social Media für Hunde problematisch?
Der Punkt, an dem es kippt, ist eigentlich gut erkennbar – wenn man ehrlich hinschaut. Sobald der Content wichtiger wird als das Wohlbefinden des Tieres, läuft etwas schief. Kostüme, in denen sich der Hund sichtlich unwohl fühlt. Situationen, die einzig und allein fürs perfekte Foto konstruiert werden. Stundenlange Shooting-Sessions, weil das Licht noch nicht stimmt. Auf Facebook und Instagram häufen sich solche Videos, in denen Hunde in unangenehmen oder schlicht würdelosen Szenarien gezeigt werden – Hauptsache, die Klickzahlen passen. Das macht Tierschutzorganisationen zunehmend unruhig, und das zu Recht.
Wie erkenne ich tierschutzwidriges Verhalten in Social Media?
Ein paar Warnsignale, auf die es sich lohnt zu achten: Hecheln ohne körperliche Anstrengung, eine eingezogene Rute, Meideverhalten gegenüber der Kamera oder dem Besitzer – das sind keine „süssen“ Reaktionen, sondern klassische Stresssignale. Ebenso problematisch sind Videos, in denen Hunde in unnatürliche Positionen gezwungen werden oder Kostüme tragen, die ihre Bewegungsfreiheit oder Atmung einschränken.
Besonders heikel: Clips, in denen Hunde „lustige“ menschliche Verhaltensweisen nachahmen sollen. Ein Hund, der auf zwei Beinen läuft oder in Menschenkleidung steckt, ist gestresst – auch wenn er nicht bellt, nicht knurrt, nichts. Hunde sind Meister darin, Unbehagen still auszuhalten.
Was kann ich tun, wenn ich Tierleid in sozialen Medien entdecke?
Erst mal: nicht kommentieren, nicht teilen – auch nicht aus kritischer Absicht. Beides erhöht nur die Reichweite und füttert den Algorithmus. Stattdessen lieber die plattformeigenen Meldefunktionen nutzen und den Inhalt direkt melden. Und dann: Accounts folgen, die Hunde so zeigen, wie sie wirklich sind. Das eigene Engagement entscheidet mit darüber, welche Inhalte der Algorithmus nach oben spült. Die Kampagne #keinlikefürtierleid bietet dazu konkrete Handlungsschritte – ein guter Einstieg.
Wie poste ich verantwortlich über meinen Hund?
Beobachte deinen Hund beim Fotografieren wirklich – nicht durch den Bildschirm, sondern mit offenen Augen. Zeigt er auch nur ansatzweise Unwohlsein, ist Schluss. Keine Kostüme, die natürliche Verhaltensweisen einschränken. Keine Posen, die seinem Körperbau schaden könnten.
Die schönsten Hundefotos entstehen sowieso meistens zufällig: beim Spaziergang, wenn er in einer Pfütze stapft, beim Spielen im Park, beim Schlafen auf seinem Lieblingsplatz. Diese echten, ungestellten Momente berühren die meisten Menschen viel mehr als jede aufwendige Inszenierung – und dein Hund bleibt dabei einfach er selbst.
Lass auch Clickbait-Titel wie „Du glaubst nicht, was mein Hund gemacht hat!“ lieber bleiben. Sie ziehen die falsche Aufmerksamkeit an und befeuern genau die Trends, die dem Tierwohl schaden.
Wo finde ich weitere Informationen zu Tierschutz in sozialen Medien?
- Der hohe Preis des Klicks: Wenn Menschen Tierleid für Likes in Kauf nehmen
- Gemeinsam gegen Tierleid in sozialen Netzwerken
- #keinlikefürtierleid: Tiere im Internet schützen