Mit deinem Vierbeiner die Schweiz geniessen, es gibt so viel zu entdecken
Die Schweiz mit Hund ist teurer als gedacht, aber machbar. Mit den richtigen Bergbahnen, hundefreundlichen Unterkünften und Höhen-Akklimatisierung wird's unvergesslich.
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Du stehst am Brienzersee und dein Hund schnüffelt aufgeregt an der Leine. Der Zugschaffner auf der Rothorn Bahn ruft: „Hunde fahren gratis!“ – und plötzlich weisst du, dass sich die Anfahrt gelohnt hat. Die Schweiz kann teuer werden, aber mit der richtigen Vorbereitung entdeckst du Orte, die deinen Hund genauso begeistern wie dich.
Kosten einer Schweiz-Reise mit Hund
Ein Hund zahlt in Schweizer Bergbahnen meist 50 % des Erwachsenentarifs. Bei der Jungfraubahn sind das 34 Franken statt 68. Anders die Brienz Rothorn Bahn: Hier fährt dein Hund tatsächlich kostenlos mit.
Die meisten Unterkünfte verlangen zwischen 15 und 35 Franken pro Nacht für deinen Vierbeiner. Viele Chalets in Graubünden haben eingezäunte Gärten, dort kann dein Hund morgens frei laufen, während du Kaffee trinkst.
Buche hundefreundliche Hotels direkt, nicht über Buchungsportale. Die meisten Schweizer Gastgeber mögen Hunde, wollen aber vorher wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Bergbahnen mit Gratis-Transport für Hunde
Acht Bahnunternehmen befördern Hunde gratis: Jungfraubahnen (nur bestimmte Strecken), Bergbahnen Engelberg-Titlis, Corvatsch-Bahn, Diavolezza-Bahn, Bergbahnen Flims-Laax, Scuol-Motta Naluns, Samnaun und die komplette Brienz Rothorn Bahn.
Die Gornergratbahn zum Matterhorn kostet für Hunde extra, fährt aber langsam genug, dass auch ängstliche Hunde entspannt bleiben. Lass deinen Hund am Fenster sitzen, nicht am Gang.
Hunde in grossen Höhen
Dein Hund spürt Höhenunterschiede genauso wie du. Ab 2500 Metern kann die dünne Luft Probleme machen, besonders bei kurznasigen Rassen oder älteren Hunden.
Achte auf übermässiges Hecheln, Unruhe oder verlangsamte Bewegungen. Dann sofort absteigen. Auf der Schynige Platte machte ein Bernhardiner nach 200 Höhenmetern schlapp, der Besitzer musste umkehren.
Plane die Akklimatisierung bewusst: erste Nacht auf 1000 Meter, dann auf 1500 Meter, erst danach die Bergtouren. Nimm mehr Wasser mit als du denkst, dein Hund dehydriert in der Höhe schneller.
Hundeauslaufzonen in Schweizer Städten
Zürich hat 26 offizielle Hundeauslaufzonen. Der Irchelpark ist eingezäunt, schattig, und andere Hundehalter geben gerne lokale Tipps.
In Bern führt der Weg entlang der Aare zu versteckten Badestellen. Dein Hund kann schwimmen, während du die Altstadt im Blick behältst. Pass auf: Die Strömung ist stärker als sie aussieht.
Basel überrascht mit dem Kannenfeldpark, einem riesigen, eingezäunten Areal mitten in der Stadt. Schweizer Hundehalter treffen sich hier zum Feierabend-Gassi.
Museen und Sehenswürdigkeiten mit Hund
Das Château de Chillon am Genfersee nimmt Hunde mit, allerdings nur im Burghof und auf den Wehrgängen. Die Innenräume bleiben tabu.
Das Verkehrshaus Luzern erlaubt Hunde im Aussenbereich und in der Halle der Strassenfahrzeuge. Dein Hund kann historische Autos beschnüffeln.
Am Rheinfall stehen Hunde oft näher an der Gischt als ihre Besitzer. Sie spüren die Vibration des Wassers durch die Pfoten. Die Aussichtsplattform Känzeli ist für Hunde zugänglich, das Schlösschen Wörth nur teilweise.
Hundefreundliche Restaurants finden
Schweizer Restaurants mit Terrassen nehmen meist Hunde mit. Frag aber immer nach, bevor du dich setzt. Ein „Darf mein Hund mit auf die Terrasse?“ öffnet mehr Türen als stummes Hinsetzen.
In Zermatt serviert das Restaurant Findlerhof Hundekuchen als Amuse-Bouche. In Grindelwald haben Berggasthäuser oft Wassernäpfe bereitstehen.
Meide Restaurants in Bahnhofsnähe: zu viel Trubel, zu wenig Platz. Such dir Lokalitäten in Seitengassen oder am Stadtrand.
Einreise-Papiere für die Schweiz
Dein Hund benötigt einen EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung, mindestens 21 Tage vor Reiseantritt verabreicht. Die Schweiz gehört nicht zur EU, akzeptiert aber EU-Ausweise.
Kontrolliert wird selten, aber wenn doch: Ohne gültige Papiere kostet es 200 Franken Strafe plus Rückreise. Lass den Ausweis von deinem Tierarzt noch einmal prüfen, ein abgelaufenes Datum übersehen selbst erfahrene Hundehalter.
Pack eine Kopie separat ein. Falls das Original verloren geht, akzeptieren Schweizer Behörden Kopien für die Rückreise nach Deutschland.
Kann mein Hund mit dem Glacier Express fahren?
Ja, aber er zahlt 50 % des regulären Tarifs, das sind etwa 35 Franken für die Panoramastrecke. Reserviere einen Fensterplatz: Hunde schauen gerne raus, besonders in den Tunnels entspannen sie sich.
Sind Schweizer Hunde aggressiver als deutsche?
Nein, aber viele Schweizer Hunde sind territorial erzogen. Lass deinen Hund nicht ungefragt auf eingezäunte Grundstücke, auch wenn kein Schild steht. Schweizer Hundehalter schätzen Distanz.
Was passiert, wenn mein Hund in der Schweiz krank wird?
Tierarztkosten können in der Schweiz deutlich höher ausfallen als in Deutschland. Eine Notfallbehandlung schlägt schnell mit 300 bis 500 Franken zu Buche. Prüf deine Tierkrankenversicherung vor der Reise, manche decken EU-Ausland ab, die Schweiz aber nicht.
Darf mein Hund in Schweizer Seen baden?
In den meisten Seen ja, aber nicht überall. Am Vierwaldstättersee existieren ausgewiesene Hundebadestrände bei Weggis und Brunnen. Der Lac Léman (Genfersee) ist fast überall zugänglich, pass nur auf den Bootsverkehr auf.
Welche Wanderwege sind für Hunde ungeeignet?
Klettersteige und Wanderwege mit Leitern sind tabu. Die berühmte Hängebrücke bei Zermatt erlaubt keine Hunde, die Gitterroste verletzen Pfoten. Prüf die Wegbeschreibung vorher: „T4″ oder „schwarz markiert“ bedeutet meist, dass dein Hund nicht mitkann.