Gesundheit & Pflege

Hundeshampoo selber machen ohne Chemie

Natürliches Hundeshampoo selber machen funktioniert – aber nur mit sicheren Rezepten und richtiger Dosierung. Falsche Zutaten können Hundefell und Haut schädigen.

3 Min Lesezeit
Hundeshampoo selber machen ohne Chemie
Inhalt
  1. Vorteile von selbstgemachtem Hundeshampoo
  2. Geeignete Zutaten für Hundefell
  3. Zwei erprobte Rezepte
  4. Richtige Anwendung
  5. Häufigkeit des Waschens
  6. Lagerung und Haltbarkeit

Kommerzielle Hundeshampoos enthalten oft Sulfate, Parfüm und Zusatzstoffe, die empfindliche Hundehaut reizen können. Selbstgemachte Shampoos sind eine sanfte Alternative, bei der du alle Zutaten kontrollierst.

Vorteile von selbstgemachtem Hundeshampoo

Du bestimmst selbst, welche Zutaten ins Shampoo kommen. Keine Sulfate, die das natürliche Hautfett angreifen. Kein Parfüm, das sensible Nasen reizt.

Du kannst das Shampoo auf deinen Hund abstimmen. Ein Collie mit dichtem Fell braucht andere Pflege als ein Whippet mit dünner Haut.

Selbstgemachtes Shampoo kostet etwa ein Viertel eines hochwertigen Kaufprodukts.

Geeignete Zutaten für Hundefell

Die Haut von Hunden hat einen anderen pH-Wert als menschliche Haut: etwa 6,2 bis 7,4 statt 4,5 bis 6,5. Nicht alle Zutaten, die für Menschen gut sind, verträgt dein Hund.

Sichere Basiszutaten:

  • Kokosöl (fest oder flüssig)
  • Mildes, sulfatfreies Babyshampoo
  • Warmes Wasser
  • Apfelessig (stark verdünnt)

Diese Zutaten meiden: Backpulver kann die Haut austrocknen und den pH-Wert stören. Teebaumöl ist für Hunde giftig. Normales Shampoo für Menschen ist zu aggressiv.

Zwei erprobte Rezepte

Diese beiden Rezepte vertragen auch empfindliche Hunde:

Rezept 1: Kokosöl-Shampoo für trockene Haut
1 Esslöffel flüssiges Kokosöl, 200 ml lauwarmes Wasser, 50 ml mildes Babyshampoo mischen. In einer Flasche gut schütteln. Haltbarkeit: 2 Wochen im Kühlschrank.

Rezept 2: Apfelessig-Spülung gegen Juckreiz
1 Esslöffel Apfelessig auf 500 ml lauwarmes Wasser. Nach dem normalen Shampoo als Spülung verwenden, nicht ausspülen. Bei offenen Wunden nicht anwenden.

Vor der ersten Anwendung: Teste das Shampoo an einer kleinen Stelle am Bauch deines Hundes. Warte 24 Stunden. Bei Rötungen oder Juckreiz nicht verwenden.

Richtige Anwendung

Selbstgemachte Shampoos sind milder als kommerzielle Produkte, brauchen aber etwas länger zum Einwirken.

Das Fell vorher gründlich mit lauwarmem Wasser anfeuchten. Das Shampoo in den Handflächen verreiben, dann sanft ins Fell massieren. Zwei Minuten einwirken lassen, damit sich der Schmutz löst.

Gründlich ausspülen. Shampoo-Reste im Fell können Hautreizungen verursachen. Besonders gründlich an Bauch, Achseln und zwischen den Zehen spülen.

Nach dem Baden: Ein vorgewärmtes Handtuch (kurz auf die Heizung legen) hilft deinem Hund, sich schneller zu entspannen.

Häufigkeit des Waschens

Höchstens alle zwei Wochen, ausser dein Hund wälzt sich in etwas Unaussprechlichem.

Die Hundehaut produziert natürliche Öle, die das Fell schützen. Zu häufiges Waschen zerstört diese Schutzschicht, auch mit mildem Shampoo. Die Haut wird dann trocken und anfällig für Bakterien.

Ein Hund, der hauptsächlich drinnen lebt, braucht seltener ein Bad als ein Hund, der täglich durch Wald und Wiesen tobt. Manche Gerüche verschwinden nach ein paar Stunden von selbst.

Lagerung und Haltbarkeit

Maximal zwei Wochen im Kühlschrank in einer sauberen, verschliessbaren Flasche. Ohne Konservierungsstoffe wird selbstgemachtes Shampoo schnell ranzig oder entwickelt Bakterien.

Vor jeder Anwendung riechen und ansehen. Bei seltsamen Gerüchen oder Verfärbungen nicht mehr verwenden. Eine neue Charge anzurühren ist günstiger als eine Hautentzündung behandeln zu lassen.

Am besten kleine Mengen herstellen. Ein Shampoo für 2 bis 3 Anwendungen reicht.

Wann kommerzielles Shampoo nötig ist

Bei Hautkrankheiten, Pilzbefall oder starkem Parasitenbefall reichen Hausmittel nicht aus. Dann brauchst du medizinisches Shampoo vom Tierarzt.

Ätherische Öle im Hundeshampoo

Nein. Viele ätherische Öle sind für Hunde giftig oder reizen die Haut. Auch Lavendel birgt Risiken, die den möglichen Nutzen überwiegen.

Wenn dein Hund das Baden nicht mag

Kleine Schritte helfen. Erst nur die Pfoten, dann langsam mehr. Leckerlis während des Badens wirken positiv. Manche Hunde baden lieber in der Badewanne als unter der Dusche, weil der Wasserdruck geringer ist.

Eignung für verschiedene Rassen

Nicht alle Rassen vertragen dieselbe Pflege. Pudel und andere Rassen mit kontinuierlich wachsendem Fell brauchen speziellere Produkte. Hunde mit Hautfalten wie Bulldoggen oder Shar Peis können empfindlicher reagieren.

Bei allergischen Reaktionen

Sofort mit klarem Wasser abspülen. Bei anhaltenden Rötungen, Schwellungen oder starkem Juckreiz zum Tierarzt. Allergien können sich schnell verschlimmern.