Gesundheit & Pflege

Hunde und Blaualgen: Unterschätzte Gefahr im Wasser

2 Min Lesezeit
Hunde und Blaualgen: Unterschätzte Gefahr im Wasser
Inhalt
  1. Was sind Blaualgen und sind sie für Hunde gefährlich?
  2. Wie erkenne ich Blaualgen im Wasser?
  3. Wie schütze ich meinen Hund vor Blaualgen?
  4. Was tun im Notfall?

Immer wieder warnen Behörden und Medien vor Blaualgen in Schweizer Gewässern. Die Gefahr für Hunde ist real und kann innerhalb von Minuten lebensbedrohlich werden.

Was sind Blaualgen und sind sie für Hunde gefährlich?

Blaualgen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien. Sie leben im Wasser, betreiben Photosynthese und sondern dabei Moleküle ab, die sowohl für Menschen als auch für Hunde giftig sind.

Die von Blaualgen produzierten Giftstoffe lösen ein breites Spektrum von Symptomen aus. Reiner Hautkontakt führt zu Hautreizungen. Gelangt das Gift in den Körper – etwa wenn Hunde im See schwimmen oder aus kleinen Gewässern trinken –, sind die Folgen gravierend. Zu den häufigsten Symptomen zählen Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Atemwegsbeschwerden, Krämpfe, Lähmungserscheinungen, Bindehautentzündungen und Leberschäden.

Viele dieser Symptome treten binnen weniger Minuten nach Kontakt bzw. Aufnahme auf.

Trauriger Blaualgen-Vorfall am Greifensee

Die in der Schweiz kursierenden Warnungen haben einen traurigen Hintergrund. „Züriost“ berichtete im Mai, dass zwei Hunde nach einem Spaziergang am Greifensee – vermutlich inklusive kurzem Bad – an einer Blaualgen-Vergiftung starben. Auch in den letzten Jahren gab es ähnliche Vorfälle am Neuenburgersee und in der Gemeinde Schmerikon.

Wie erkenne ich Blaualgen im Wasser?

Blaualgen siedeln bevorzugt in stehenden Gewässern, vor allem in Seen. Aber auch in kleineren Tümpeln und Wasserpfützen können sie vorkommen. Typische Erkennungszeichen sind ölige Schlieren oder ein Ölfilm auf der Wasseroberfläche. Auch schaumige Flocken sind ein Indiz für Blaualgen. Das Wasser wirkt zudem trüber, manchmal sind bläuliche Verfärbungen sichtbar.

Es gibt auch ungefährliche Algen im Wasser. Das Verwechslungsrisiko ist allerdings hoch. Diverse rote, gelbe oder grüne Algen bilden einen ähnlich öligen Schmierfilm auf der Wasseroberfläche. Im Zweifel gilt: Vorsicht.

Wie schütze ich meinen Hund vor Blaualgen?

  • Lass deinen Hund nicht in unbekannten Gewässern baden.
  • Prüfe die Wasserbeschaffenheit genau, bevor dein Hund ins Wasser geht. Achte auf Warn- und Hinweisschilder in der Umgebung.
  • Klares Wasser ist ein gutes Zeichen. Idealerweise kannst du den Grund unter deinen Füssen erkennen, wenn dein Hund badet.
  • Lass deinen Hund nicht aus potenziell riskanten Gewässern trinken. Versuche generell zu vermeiden, dass er aus Pfützen trinkt.

Was tun im Notfall?

Manchmal springt der Hund schneller in den See, als man reagieren kann. Oder die Zunge steckt bereits in der Pfütze.

  • Verdacht auf Körperkontakt mit Blaualgen: Bringe deinen Hund nach Hause, wasche ihn gründlich (in der Badewanne oder mit dem Schlauch) und trockne ihn gut ab. Versuche zu verhindern, dass er sich vorher selbst ableckt. Beobachte, ob Symptome auftreten.
  • Verdacht auf Verschlucken/Verzehr von Blaualgen: Warte nicht ab. Bringe deinen Hund unverzüglich zum nächsten Tierarzt. In vielen Städten und Gemeinden gibt es auch einen Tiernotruf.

Weitere nützliche Informationen gibt es im Blaualgen-Merkblatt vom Kanton Zürich oder in unserem Wikiartikel zu Blaualgen.