Gesundheit & Pflege

Häufige Hundekrankheiten: Die Bindehautentzündung

Rotes, tränendes Auge beim Hund? Die häufigste Ursache ist eine Bindehautentzündung, die sich bei früher Erkennung gut behandeln lässt.

3 Min Lesezeit
Häufige Hundekrankheiten: Die Bindehautentzündung
Inhalt
  1. Wie entsteht eine Bindehautentzündung beim Hund?
  2. Woran erkenne ich eine Bindehautentzündung?
  3. Ist Bindehautentzündung ansteckend?
  4. Was kann ich als Erste Hilfe tun?
  5. Wann muss ich zum Tierarzt?
  6. Wie wird eine Bindehautentzündung behandelt?
  7. Wie kann ich vorbeugen?
  8. Häufige Fragen zur Bindehautentzündung

Dein Hund kneift das Auge zu, tränt vermehrt und die Bindehaut ist gerötet? Das sind die klassischen Anzeichen einer Bindehautentzündung – der mit Abstand häufigsten Augenerkrankung bei Hunden. Früh erkannt, lässt sich eine Konjunktivitis meist gut behandeln.

Wie entsteht eine Bindehautentzündung beim Hund?

Die Bindehaut reagiert auf jeden Reiz mit Entzündung. Zugluft aus dem offenen Autofenster, Pollen während der Gräserblüte oder ein winziges Sandkorn – all das kann die empfindliche Schleimhaut zum Anschwellen bringen.

Besonders tückisch sind Bakterien und Viren, die sich im warmen, feuchten Milieu des Auges explosionsartig vermehren. Hier wird aus einer harmlosen Reizung schnell eine eitrige Infektion.

Manche Hunde haben anatomische Nachteile: Bei Möpsen und anderen Rassen mit hervortretenden Augen trocknet die Bindehaut schneller aus. Bei Cockern verstopfen die Tränenkanäle leichter.

Woran erkenne ich eine Bindehautentzündung?

Das betroffene Auge ist gerötet und tränt stärker als gewöhnlich. Anfangs ist der Ausfluss meist klar und wässrig – bei bakteriellen Infektionen wird er schleimig bis gelblich-eitrig.

Dein Hund blinzelt häufiger und kneift das Auge zusammen. Die Lider können geschwollen sein. Bei Juckreiz reibt er sich das Gesicht am Boden oder mit der Pfote – was die Entzündung verschlimmert.

Ansteckende Formen beginnen meist an einem Auge und springen nach ein bis drei Tagen auf das andere über.

Ist Bindehautentzündung ansteckend?

Ja, wenn Bakterien oder Viren die Ursache sind. Das eitrige Sekret überträgt die Erreger bei direktem Kontakt – auf andere Hunde, aber auch auf Menschen.

Deshalb: Nach dem Berühren des kranken Auges sofort Hände waschen. Getrennte Handtücher verwenden. Den kranken Hund vorübergehend von anderen Tieren fernhalten.

Allergische oder mechanisch bedingte Bindehautentzündungen sind nicht ansteckend.

Was kann ich als Erste Hilfe tun?

Spüle das Auge vorsichtig mit lauwarmem Wasser oder Kochsalzlösung aus der Apotheke. Verwende dafür ein fusselfreies Tuch – für jedes Auge ein separates.

Entferne Verkrustungen durch vorsichtiges Aufweichen mit feuchten Kompressen. Wische dabei immer vom inneren zum äusseren Augenwinkel.

Verhindere, dass dein Hund sich das Auge reibt. Notfalls hilft ein Trichter oder Body – aber nur kurzzeitig.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Bei eitrigem Ausfluss, starker Rötung oder wenn sich die Symptome nach 24 Stunden nicht bessern. Auch wenn dein Hund das Auge komplett geschlossen hält oder Schmerzen zeigt.

Der Tierarzt führt einen Schirmer-Test durch: Ein Papierstreifen misst die Tränenproduktion. Mit dem Fluoreszin-Test prüft er, ob die Tränenkanäle frei sind – dazu träufelt er Farbstoff ins Auge, der nach wenigen Minuten aus der Nase austreten sollte.

Bei Verdacht auf Fremdkörper untersucht er das Auge unter Vergrösserung und entfernt störende Partikel sofort.

Wie wird eine Bindehautentzündung behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei bakteriellen Infektionen verschreibt der Tierarzt antibiotikahaltige Augentropfen oder -salbe. Diese werden meist zwei- bis dreimal täglich für 7–10 Tage angewendet.

Allergische Entzündungen behandelt er mit cortisonhaltigen Präparaten. Bei trockenen Augen helfen künstliche Tränen.

Unkomplizierte Bindehautentzündungen heilen bei konsequenter Behandlung binnen einer Woche ab. Chronische Fälle können Wochen dauern.

Wie kann ich vorbeugen?

Halte die Augenpartie sauber und trocken. Bei Hunden mit Gesichtsfalten täglich kontrollieren und reinigen.

Vermeide Zugluft beim Autofahren. Fenster nur einen Spalt öffnen oder Schutzbrille verwenden.

Bei Allergikern zur Pollensaison die Augen nach dem Spaziergang mit klarem Wasser spülen. Das reduziert die Allergenbelastung deutlich.

Häufige Fragen zur Bindehautentzündung

Ist mein Hund nach einer Bindehautentzündung immun?

Nein, eine überstandene Bindehautentzündung schützt nicht vor erneuten Erkrankungen. Manche Hunde neigen aufgrund ihrer Anatomie zu wiederholten Episoden.

Können sich Menschen bei ihrem Hund anstecken?

Bei bakteriellen Bindehautentzündungen ist eine Übertragung möglich, aber selten. Gründliches Händewaschen nach dem Kontakt reicht als Schutz.

Darf ich Augentropfen für Menschen verwenden?

Nein, verwende ausschliesslich tierärztlich verordnete Präparate. Menschliche Augentropfen können schädliche Konservierungsstoffe enthalten.