Häufige Hundekrankheiten: Das Lipom (Fettgeschwulst)
Weiche Knubbel unter der Hundehaut sind meist harmlose Lipome – aber nicht immer. Ab 5 cm Durchmesser oder bei Bewegungseinschränkung ist eine OP nötig.
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Du tastest deinen Hund ab und findest einen weichen Knubbel unter der Haut. Dein erster Gedanke: Tumor. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein harmloses Lipom handelt, liegt bei etwa 80% aller Hautveränderungen bei Hunden über 8 Jahren.
Ein Lipom ist eine gutartige Ansammlung von Fettzellen, die sich verkapselt unter der Haut bildet. Bei älteren Hündinnen treten sie doppelt so oft auf wie bei Rüden. Übergewichtige Hunde entwickeln sie 30% häufiger als normalgewichtige.
Wie erkenne ich ein Lipom beim Hund?
Lipome fühlen sich weich und verschiebbar an. Du kannst sie meist gut von der umliegenden Haut abgrenzen. Sie wachsen langsam – ein typisches Lipom vergrößert sich um etwa 1-2 mm pro Monat.
Typische Stellen sind Brust, Bauch und die Innenseiten der Oberschenkel. Aber sie können überall auftreten. Ein Lipom von 2-3 cm Durchmesser spürt der Hund meist noch nicht. Problematisch wird es ab etwa 5 cm Durchmesser oder wenn es an Gelenken reibt.
Vorsicht bei harten, schnell wachsenden Knoten. Die können auf ein Liposarkom hindeuten – einen bösartigen Fetttumor, der in 15% der Fälle Metastasen bildet.
Wann muss ein Lipom operiert werden?
Eine OP ist nötig, wenn das Lipom größer als 5 cm wird oder die Bewegung einschränkt. Auch wenn es an Gelenken scheuert oder der Hund Schmerzen zeigt.
Infiltrative Lipome sind ein Sonderfall. Sie wachsen zwischen Muskeln und können sogar Knochen erreichen. Diese müssen immer entfernt werden, da sie schwer abgrenzbar sind und oft nachwachsen. Bei etwa 20% der operierten infiltrativen Lipome kommt es zum Rezidiv.
Die OP-Kosten liegen zwischen 200-800 Euro, je nach Größe und Lage. Bei älteren Hunden über 12 Jahren wägen Tierärzte Narkoserisiko gegen Nutzen ab.
Wie unterscheide ich gefährliche von harmlosen Knoten?
Harmlose Lipome wachsen langsam und sind weich verschiebbar. Gefährlich wird es bei schnellem Wachstum (mehr als 1 cm pro Monat), harter Konsistenz oder wenn der Knoten mit der Unterlage verwachsen ist.
Eine Feinnadelaspiration bringt in 90% der Fälle Klarheit. Der Tierarzt sticht mit einer dünnen Nadel in den Knoten und untersucht die Zellen unter dem Mikroskop. Das dauert meist nur wenige Minuten und ist für den Hund kaum spürbar.
Bei unklaren Befunden folgt eine Biopsie. Hier wird ein kleines Gewebestück entnommen und histologisch untersucht.
Können Lipome verhindert werden?
Eine direkte Vorbeugung gibt es nicht. Aber Normalgewicht senkt das Risiko um etwa ein Drittel. Übergewichtige Hunde entwickeln nicht nur häufiger Lipome, sondern auch größere.
Regelmäßiges Abtasten hilft bei der Früherkennung. Ein Lipom, das bei 2 cm Durchmesser entdeckt wird, ist einfacher zu operieren als eines mit 8 cm.
Muss jedes Lipom zum Tierarzt?
Ja. Auch wenn 80% der Knoten harmlos sind, kann nur der Tierarzt sicher unterscheiden. Liposarkome sehen anfangs aus wie normale Lipome.
Wachsen Lipome nach der OP nach?
Bei normalen Lipomen passiert das in etwa 10% der Fälle. Infiltrative Lipome kommen zu 20% zurück, da sie schwer vollständig zu entfernen sind.
Können Lipome platzen?
Nein. Lipome sind verkapselt und platzen nicht. Wenn ein Knoten aufbricht, handelt es sich um eine andere Erkrankung – meist einen Abszess.