Telemedizin für Haustiere? Ein Trend, den viele Tierbesitzer nicht nutzen

Hund stützt Kopf auf Laptop der auf Schoss der Halterin liegt, Telemedizin bei Haustieren

Die Vorteile der Telemedizin für Haustiere sind unbestreitbar: Sie erleichtert den Zugang zu Spezialisten, spart Zeit und ist besonders bei Nachsorgeterminen eine wertvolle Unterstützung. Doch trotz dieser klaren Vorteile zögern viele Haustierbesitzer, diese digitale Option tatsächlich zu nutzen. Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigt, dass nur sehr wenige Haustierbesitzer bisher von der Telemedizin Gebrauch machen. Obwohl viele die Chancen erkennen, bleibt der Gang zum Tierarzt die bevorzugte Wahl. Doch was hält die Tierbesitzer davon ab, diesen digitalen Schritt zu gehen? Wir werfen einen genaueren Blick auf die Ergebnisse der Studie und beleuchten, warum der direkte Kontakt mit dem Tierarzt auch in Zukunft oft die sicherere Wahl bleibt.

Telemedizin für Haustiere – Gibt es das wirklich?

Telemedizin für Haustiere bezeichnet die Möglichkeit, tierärztliche Konsultationen und Diagnosen über digitale Kommunikationsmittel wie Videoanrufe, Telefon oder spezielle Apps durchzuführen. Dabei können Tierbesitzer ihre Tiere einem Tierarzt oder Spezialisten vor Ort nicht direkt vorstellen, sondern erhalten Unterstützung aus der Ferne. Dies ist besonders praktisch, wenn eine schnelle Beratung erforderlich ist oder wenn der Zugang zu einem spezialisierten Tierarzt schwer zu erreichen ist.

In der Regel beginnt die telemedizinische Konsultation damit, dass der Tierbesitzer den Kontakt zu einem Anbieter aufnimmt – entweder über eine App, eine Website oder per Telefon. Je nach Anbieter gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie etwa Video-Anrufe, eine rein telefonische Beratung, spezielle Apps oder Plattformen mit Foren, auf denen Fotos und Aufnahmen (die zur Diagnose dienen sollen) hochgeladen werden können.

Der Trend zur Telemedizin für Haustiere hat sich besonders in den USA etabliert, wo zahlreiche Plattformen und Anbieter digitale tierärztliche Beratung ermöglichen. In der DACH-Region gibt es zwar auch zunehmend Anbieter, die Telemedizin in Form von Videokonsultationen oder telefonischer Beratung anbieten, jedoch sind solche Services noch nicht so weit verbreitet und werden meist direkt von Tierarztpraxen oder Kliniken angeboten.

Telemedizin setzt sich bei Haustierbesitzern nicht durch – Ergebnisse der Studie

Eine kürzlich durchgeführte Studie („Seeing the benefits, but not taking advantage of them: Dog and cat owners‘ beliefs about veterinary telemedicine“, veröffentlicht hier) zeigt interessante Einsichten in die Wahrnehmung und Nutzung von Telemedizin durch Haustierbesitzer. Obwohl die Mehrheit der Tierhalter die potenziellen Vorteile der Telemedizin erkennt – insbesondere in Bezug auf die Verbesserung des Zugangs zu Spezialisten und die Nützlichkeit bei Nachsorgeterminen – bleibt die tatsächliche Nutzung dieser digitalen Gesundheitsversorgung gering.

Nur 12% der Hundebesitzer und 6% der Katzenbesitzer haben bisher telemedizinische Services überhaupt in Anspruch genommen.

Trotz der niedrigen Nutzung gibt es eine Bereitschaft, diese Option in Zukunft zu nutzen: Etwa 25% derjenigen, die den digitalen Service noch nicht ausprobiert haben, wären grundsätzlich bereit, dies bei einem zukünftigen Bedarf zu tun. Besonders Tierbesitzer, die in der Vergangenheit häufiger tierärztliche Besuche hatten, zeigten eine höhere Bereitschaft, die digitale Beratung zu nutzen.

Risiken einer rein digitalen Konsultation

Ein wichtiger Punkt, der in der Studie hervorgehoben wird, ist das Bewusstsein der Besitzer für die Risiken der Telemedizin. Viele sind sich bewusst, dass bei einer rein digitalen Konsultation möglicherweise wichtige Symptome übersehen werden könnten.

Dennoch sehen sie grosses Potenzial in dem Service, besonders für einfachere Konsultationen oder Nachsorgeuntersuchungen, bei denen keine persönliche Untersuchung des Tieres notwendig ist.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass Telemedizin bei Haustieren eher als ergänzende Option wahrgenommen und von den meisten Besitzern eine persönliche Untersuchung bevorzugt wird – vor allem aus Sorge, dass Symptome nur bei direkter Beobachtung durch den Tierarzt korrekt erkannt werden können.

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Ich habe schon geschrieben, noch bevor Computer selbstverständlich wurden. Schon als Kind habe ich mir die Schreibmaschine meiner Eltern geschnappt und drauflos getippt: Geschichten, Beobachtungen, Gedanken. Hauptsache Worte. Mein Zugang zu Hunde-Themen ist kein klassischer. Lange Zeit war ich eher skeptisch, geprägt von weniger guten Erfahrungen. Umso mehr hat es mich überrascht, als ich – dank Roger – erlebt habe, wie verantwortungsvoll und bewusst gute Hundehaltung funktionieren kann. Dieser Perspektivwechsel begleitet meine Arbeit bis heute. Bei rundum.dog bin ich als Content Managerin an vielen Stellen beteiligt, an denen aus Ideen fertige Beiträge werden. Ich recherchiere Themen, plane Inhalte, schreibe Artikel, begleite Gastbeiträge redaktionell, veröffentliche Texte und betreue die Social-Media-Kanäle. Mein Blick richtet sich dabei immer auf das grosse Ganze: Welche Themen sind relevant? Welche Fragen stehen dahinter? Und wie lassen sich Inhalte so aufbereiten, dass sie verständlich, fundiert und für unsere Leser wirklich hilfreich sind? Ich glaube, dass Emotionen allein nicht ausreichen. Gute Entscheidungen entstehen dort, wo Information, Selbstreflexion und Bereitschaft zum Hinterfragen zusammenkommen. Mit meinen Texten möchte ich genau dazu beitragen.