Bundestagswahl 2025: Welche Tierschutzpläne verfolgen die Parteien?
Die Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2025 enthalten kaum konkrete Pläne für Hundehalter – obwohl Millionen Deutsche betroffen wären.
Inhalt
- Qualzuchten: Linke fordert Verbot, andere Parteien bleiben vage
- Härtere Strafen bei Tierschutzvergehen geplant
- Tierversuche: Grüne und Linke wollen drastische Reduktion
- Indirekte Kostensteigerungen für Hundehalter
- Verbandsklagerecht: CDU/CSU erwägen Abschaffung
- Hundespezifische Themen fehlen komplett
- Welche Partei nennt konkrete Hundethemen?
Am 23. Februar 2025 entscheiden wir mit unserer Stimme auch über die Zukunft der Hundehaltung in Deutschland. Die relevanten Punkte für Hundehalter verstecken sich oft tief in den Wahlprogrammen, oder fehlen ganz.
Qualzuchten: Linke fordert Verbot, andere Parteien bleiben vage
Die Linke fordert ein Verbot von Qualzuchten und medizinisch unnötigen Eingriffen. Das würde französische Bulldoggen, Möpse und andere extrem kurznasige Rassen betreffen. Auch das Kupieren von Ohren und Ruten stünde auf dem Prüfstand.
Die Grünen sprechen von „hohen Tierschutzstandards“, ohne Details zu nennen. Bündnis Sahra Wagenknecht will „Tierleid beenden“, bleibt bei der Hundezucht jedoch unkonkret. CDU/CSU erwähnen Tierschutz in ihrem Programm nicht.
Härtere Strafen bei Tierschutzvergehen geplant
Die Linke plant „härtere Strafen bei Tierschutzvergehen“ und eine „umfassende Reform des Tierschutzgesetzes“. Das könnte Welpenhändler und unseriöse Züchter treffen, aber auch Halter, die ihre Tiere vernachlässigen. Alle anderen Parteien äussern sich zu diesem Punkt nicht.
Tierversuche: Grüne und Linke wollen drastische Reduktion
Grüne und Linke wollen Tierversuche durch „tierfreie Methoden“ ersetzen oder auf ein „absolutes Minimum“ beschränken. Das Wagenknecht-Bündnis spricht ebenfalls von drastischen Kürzungen.
Für die Medikamentenentwicklung heisst das: Neue Therapien für Hunde könnten länger auf sich warten lassen oder teurer werden, solange alternative Testmethoden noch nicht ausgereift sind.
Indirekte Kostensteigerungen für Hundehalter
Schärfere Tierschutzstandards treffen zuerst die Landwirtschaft, Futtermittelhersteller geben höhere Kosten weiter. Wenn Fleisch teurer wird, steigen auch die Preise für Hundefutter.
SPD und BSW wollen die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel senken. Ob Tierfutter davon erfasst wird, ist offen.
Verbandsklagerecht: CDU/CSU erwägen Abschaffung
CDU/CSU erwägen, das Verbandsklagerecht für Umweltverbände abzuschaffen. Tierschutzorganisationen nutzen dieses Recht, um gegen Massentierhaltung zu klagen, aber auch gegen Hundezüchter oder Tierheime, die aus ihrer Sicht gegen Auflagen verstossen.
Weniger Klagemöglichkeiten könnten zweierlei bedeuten: schwächere Kontrolle, aber auch weniger Schikanen gegen seriöse Züchter.
Hundespezifische Themen fehlen komplett
Die Analyse des Verbands „Menschen für Tierrechte“ zeigt: Tierschutz wird meist nur im Kontext Landwirtschaft gedacht. Hunde, Katzen und andere Haustiere fallen durchs Raster.
Dabei leben in Deutschland über 10 Millionen Hunde. Konkrete Punkte wie Listenhunde, Wesenstests, Hundesteuer oder Versicherungspflicht erwähnt keine Partei.
Welche Partei nennt konkrete Hundethemen?
Die Linke ist die einzige Partei, die konkrete Punkte für Hundehalter benennt: Qualzucht-Verbot und schärfere Strafen bei Tierschutzvergehen. Die Grünen sprechen vage von „hohen Standards“, ohne das auszuführen.
Bei einer Grossen Koalition aus CDU und SPD sind Verschärfungen im Tierschutzgesetz unwahrscheinlich. Bei einer Regierung mit grüner Beteiligung wären sie denkbar, allerdings mit Fokus auf Landwirtschaft, nicht auf Hundehaltung.