Auf dem Hinterrutschen: Warum macht Dein Hund das?
Wenn dein Hund mit dem Hinterteil über den Boden rutscht, stecken meist verstopfte Analdrüsen oder Würmer dahinter. Was die Ursachen unterscheidet und wann du zum Tierarzt musst.
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Dein Hund setzt sich hin und rutscht mit dem Hinterteil über den Boden – als wollte er sich kratzen, wo er nicht hinkommt. Dieses „Schlittenfahren“ sieht komisch aus, ist aber meist ein Hilferuf. Etwas juckt, brennt oder drückt im Bereich seines Afters.
Sind verstopfte Analdrüsen der Grund für das Rutschen?
Ja, in 80 % der Fälle stecken Analdrüsenprobleme dahinter. Jeder Hund hat zwei erbsengrosse Drüsen rechts und links neben dem After. Sie produzieren ein öliges Sekret, das normalerweise beim Kotabsetzen automatisch mit herausgedrückt wird.
Bei kleinen Hunden, weichem Kot oder schwachen Schliessmuskel funktioniert das nicht. Das Sekret staut sich, wird zähflüssig und juckt stark. Dein Hund versucht durch das Rutschen, Druck aufzubauen und die Drüsen zu entleeren.
Erkennst du zusätzlich einen fischigen Geruch, oder leckt dein Hund ständig am After, sind die Analdrüsen der wahrscheinlichste Verursacher.
Können Würmer das Porutschen verursachen?
Bandwürmer sind die zweithäufigste Ursache. Die Segmente dieser Parasiten wandern aus dem Darm und bleiben am After kleben – wie kleine, bewegliche Reiskörner. Das juckt extrem.
Schau nach dem Rutschen auf den Boden: Siehst du weissliche, reiskorngrosse Stücke? Das sind Bandwurmglieder. Auch im Kot oder am Hinterteil deines Hundes kannst du sie manchmal entdecken.
Spulwürmer verursachen seltener Porutschen, können aber bei starkem Befall den Afterbereich reizen.
Welche anderen Ursachen gibt es für das Schlittenfahren?
Fremdkörper wie Grashalme, kleine Ästchen oder Dornen können sich im Fell um den After verfangen. Beim Kotabsetzen drücken sie gegen die empfindliche Haut – unangenehm genug, um das Rutschen auszulösen.
Hautreizungen durch Futtermittelallergien zeigen sich manchmal zuerst am After. Die Haut ist gerötet, eventuell geschwollen. Manche Hunde reagieren auch auf chemische Reiniger oder parfümiertes Toilettenpapier, wenn du ihnen damit den Po abwischst.
Kleine Verletzungen nach zu aggressivem Trimmen der Afterhaare können ebenfalls die Ursache sein.
Wann muss ich sofort zum Tierarzt?
Ruf heute noch an, wenn dein Hund zusätzlich zum Rutschen folgende Symptome zeigt: Blut am After oder im Kot, starke Schwellung neben dem After, Fieber oder vollständige Futterverweigerung. Das deutet auf eine Analdrüsenentzündung oder einen Abszess hin – beides ist ein Notfall.
Bei normalem Befinden reicht ein Termin in den nächsten Tagen. Der Tierarzt kann die Analdrüsen fachgerecht entleeren, eine Kotprobe auf Würmer untersuchen oder Verletzungen behandeln.
Versuche nie, die Analdrüsen selbst auszudrücken. Falscher Druck kann die empfindlichen Drüsengänge verletzen.
Wie verhindere ich, dass mein Hund wieder rutscht?
Füttere ballaststoffreiches Futter oder ergänze etwas Kürbispüree (ungewürzt). Fester Kot drückt beim Absetzen besser gegen die Analdrüsen und entleert sie auf natürlichem Weg. Das funktioniert besonders bei kleinen Hunden gut.
Kontrolliere nach dem Gassigehen das Afterfell auf Fremdkörper. Bei langhaarigen Hunden solltest du die Afterregion regelmässig kürzen – aber vorsichtig und nicht zu nah an der Haut.
Hunde mit wiederkehrenden Analdrüsenproblemen benötigen alle 4–6 Wochen eine professionelle Entleerung beim Tierarzt oder Hundefriseur.
Ist das Porutschen beim Welpen anders zu bewerten?
Welpen rutschen oft nach dem Kotabsetzen, weil ihre Analdrüsen noch nicht vollständig funktionieren. Das ist normal und legt sich meist von selbst. Parasiten sind bei jungen Hunden aber häufiger – lass eine Kotprobe untersuchen.
Kann ich die Analdrüsen selbst kontrollieren?
Nein, lass das den Tierarzt machen. Die Drüsen liegen innen und lassen sich nur durch rektale Untersuchung beurteilen. Falsches Drücken von aussen schadet mehr als es hilft.
Wie oft ist Porutschen normal?
Einmal im Monat ist kein Grund zur Sorge. Mehrmals pro Woche oder täglich deutet auf ein Problem hin, das behandelt werden sollte.