Achte auch im Winter auf Zecken bei deinem Vierbeiner
Inhalt
- Warum Zecken keine Winterpause machen
- Die Buntzecke – ein relevanter Winter-Parasit
- Risiko Babesiose – warum Winter nicht ungefährlich ist
- Ganzjähriger Zeckenschutz – sinnvoll angepasst
- Kontrolle nach dem Spaziergang
- Zeckenschutzmittel gezielt einsetzen
- Was sich durch den Klimawandel verändert
- Wie du mit dem Winterrisiko umgehst
Viele Hundehalter verbinden Zecken mit Frühling und Sommer. In der Praxis sieht es anders aus: Auch in den Wintermonaten bleiben Zecken aktiv, besonders in milden Phasen.
Warum Zecken keine Winterpause machen
Zecken reagieren auf Temperatur und Feuchtigkeit. Schon bei wenigen Grad über dem Gefrierpunkt werden sie aktiv: Ab etwa 4–7 °C suchen sie wieder nach Wirten. Kurze Kälteperioden überdauern sie geschützt in der Laubschicht oder im Boden. An milden Wintertagen kommen sie zurück.
Nach unserer Erfahrung werden Zecken im Winter vor allem dann übersehen, wenn mehrere milde Tage aufeinanderfolgen.
Die Buntzecke – ein relevanter Winter-Parasit
Eine Art fällt besonders auf: die Buntzecke (Dermacentor reticulatus). Sie bleibt auch bei niedrigen Temperaturen aktiv, trägt ein auffälliges gemustertes Rückenschild und tritt vermehrt in offenen Landschaften und an Waldrändern auf. Hunde befällt sie bevorzugt, und sie hat sich in vielen Regionen des deutschsprachigen Raums etabliert.
Risiko Babesiose – warum Winter nicht ungefährlich ist
Die Buntzecke kann Babesiose übertragen, eine Erkrankung, die beim Hund ernst verlaufen kann. Typische Anzeichen sind Fieber, Mattigkeit und blasse Schleimhäute, auch ohne Auslandsaufenthalt.
Bei solchen Veränderungen gehört der Hund umgehend in tierärztliche Abklärung.
Ganzjähriger Zeckenschutz – sinnvoll angepasst
Ein saisonales An- und Abschalten des Zeckenschutzes führt häufig zu Lücken. Praxistauglicher ist es, den Schutz über das ganze Jahr zu planen, die Intensität je nach Region und Wetter anzupassen und die Wirkung regelmässig zu überprüfen. Gerade in Regionen mit milden Wintern bleibt das Risiko konstant bestehen.
Kontrolle nach dem Spaziergang
Die einfachste und gleichzeitig wirksamste Massnahme bleibt die manuelle Kontrolle: Fell systematisch absuchen, besonders Kopf, Hals und Bauch prüfen, Zecken sofort entfernen. Im Winter fällt dieser Schritt oft weg, und genau dort entstehen vermeidbare Risiken.
Zeckenschutzmittel gezielt einsetzen
Je nach Hund und Lebensumfeld kommen unterschiedliche Präparate infrage: Spot-on-Lösungen, Halsbänder oder Kautabletten. Nicht jedes Produkt passt zu jedem Hund. Eine tierärztliche Beratung hilft, die passende Lösung zu finden.
Was sich durch den Klimawandel verändert
Mildere Winter verlängern die Aktivitätsphasen der Zecken, erhöhen ihre Dichte in bestimmten Regionen und begünstigen das Auftreten neuer oder bisher seltener Arten. Der klassische «Zeckenkalender» verliert damit zunehmend an Bedeutung.
Wie du mit dem Winterrisiko umgehst
Zecken ganzjährig im Blick behalten, Kontrollen nach jedem Spaziergang durchführen, Schutzmassnahmen anpassen statt aussetzen. Wer das zur Routine macht, hält das Risiko auch in der kalten Jahreszeit klein.