Hof (Kreisfreie Stadt)
KI-generiertes Beispielbild für Hof. Du kennst diesen Ort? Schick uns dein Foto – wir tauschen es gerne aus. Hund in Hof (Saale): Was wirklich gilt
Hof ist eine an der Saale gelegene kreisfreie Stadt im Nordosten Bayerns. An der Saale gelegen, ist die Stadt mit ihren knapp 50.000 Einwohnern traditionell das Bindeglied zwischen den Urlaubsregionen Frankenwald und Fichtelgebirge. Wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch ist, sitzt geografisch gut: Wald beginnt oft, wo die Stadtgrenze endet. Die Saale schneidet mitten durch das Stadtgebiet. Vom Bayerischen Landesamt für Umwelt sind fünf Landschaftsschutzgebiete und sechs Geotope ausgewiesen (Stand 2016).
Trotzdem gilt: Bayern lässt den Gemeinden viel Spielraum. Bayern gibt den Städten, Kommunen und Gemeinden in vielen Umsetzungsfragen freie Hand und erlaubt es diesen, nach eigenem Ermessen weitere Hundeverordnungen anzuordnen. Wer mit seinem Hund durch Hof läuft, bewegt sich also auf zwei Rechtsschichten gleichzeitig: dem bayerischen Landesrecht als Rahmen und den städtischen Regelungen als konkreter Alltag.
Leinenpflicht in Hof: Was kommunal gilt
Bayern hat keine landesweite Regelung zur Leinenpflicht. Die Entscheidung liegt bei den einzelnen Gemeinden, auf Basis von Art. 18 des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes (LStVG). Das bedeutet für Hof: Es gibt keine stadtweite Leinenpflicht für alle Hunde. Die Stadt darf sie aber erlassen, und tut es in bestimmten Bereichen.
Stadtgebiet Hof: Anlagen, Parks, Kinderspielplätze
In städtischen Grünanlagen und auf öffentlichem Gelände wird es konkret. Art. 24 Abs. 1 der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern gestattet den Gemeinden, die Benutzung ihres Eigentums und ihrer öffentlichen Einrichtungen, zum Beispiel Kinderspielplätze, Grünanlagen, Parkanlagen, durch Satzungen zu regeln. Darin kann auch ein Leinenzwang angeordnet werden, unabhängig von Rasse oder Größe des Hundes. Für den Theresienstein, die Saaleauen und den Untreusee prüfe die aktuellen Beschilderungen vor Ort oder frage beim Ordnungsamt Hof nach, die Regeln können sich von Zone zu Zone unterscheiden.
Regionale Anleinpflichten bestehen in Bayern zum Beispiel in der Nähe von Schulen und Kindergärten, Kinderspielplätzen, Sport- und Freizeitanlagen, in gekennzeichneten Grün- und Erholungsanlagen sowie auf Märkten und bei Menschenansammlungen. Für Kampfhunde und große Hunde (Schulterhöhe ab 50 cm) kann die Stadt darüber hinaus per Verordnung eine Anleinpflicht auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen verhängen. Bei Hunden, die eine konkrete Gefahr darstellen, kann die Gemeinde eine Leinenpflicht oder einen Maulkorbzwang anordnen.
Wald und Natur: Frankenwald trifft Bayerisches Forstrecht
Hof liegt zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge. Wer in die Wälder rund um die Stadt geht, verlässt das Stadtrecht, und tritt ins Bundeswaldgesetz sowie Bayerisches Waldrecht ein. Im Wald darf dein Hund sich frei bewegen, sofern er keine Wildtiere gefährdet und in Sichtweite bleibt. Während der Brut- und Setzzeit (1. April bis 15. Juli) ist besondere Zurückhaltung angebracht: Wildkitze liegen in dieser Zeit im hohen Gras, oft unsichtbar. Der Hund erschnüffelt sie trotzdem. Leine anlegen ist dann die richtige Entscheidung, nicht nur rechtlich, sondern auch tierschutzrechtlich.
Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzgebiete
In Hof sind vom Bayerischen Landesamt für Umwelt fünf Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. In Landschaftsschutzgebieten gelten Anleinpflichten nicht automatisch, aber Weggebote können bestehen. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten hingegen sind Hunde strikt an der Leine zu führen. Welche Schutzgebietsgrenzen wo verlaufen, siehst du auf der Karte des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Aktuelle Routen-Empfehlungen und Wanderinfos für die Region bekommst du bei Fichtelgebirge Bayern Tourismus oder auf erlebe.bayern.
Listenhunde in Hof: Bayerische Rasseliste und kommunale Schicht
Bayern teilt Kampfhunde in drei Kategorien ein. Die Stadt Hof folgt dieser Landesvorgabe. Bei Hunden der Kategorie I, Pitbull (auch American Pitbullterrier), Bandog, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Tosa-Inu sowie Kreuzungen dieser Rassen, ist eine Genehmigung zum Halten erforderlich. Die Haltung eines Hundes der Kategorie I ist in Bayern von einer besonderen Erlaubnis abhängig, die nur unter äußerst engen Voraussetzungen erteilt wird. Der Halter muss ein berechtigtes Interesse nachweisen. Gegen seine Zuverlässigkeit dürfen keine Bedenken bestehen. Schließlich dürfen auch keine Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz drohen.
Hunde der Kategorie II, darunter Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquin und Rottweiler, gelten dann nicht als Kampfhunde, wenn im Einzelfall durch Sachverständigengutachten nachgewiesen wird, dass das Tier keine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit aufweist. In diesem Fall wird ein sogenanntes Negativzeugnis erteilt.
Eine unzulässige Kampfhundehaltung kann mit einem Bußgeld bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Alle Genehmigungsanträge laufen über das Ordnungsamt der Stadt Hof. Mehr zur bayernweiten Rasseliste findest du in der Übersicht Bayern.
Hundesteuer und Anmeldung in Hof
Hof erhebt Hundesteuer. Das Halten eines über vier Monate alten Hundes im Stadtgebiet unterliegt einer gemeindlichen Jahresaufwandsteuer nach Maßgabe der Hundesteuersatzung.
Der Steuersatz für den ersten Hund beläuft sich auf 75 Euro pro Jahr, für jeden weiteren Hund auf 100 Euro. Für jeden Kampfhund sind 600 Euro pro Jahr fällig. Die Steuer wird jeweils am 15. März des Jahres fällig. Du meldest deinen Hund direkt bei der Stadtkämmerei Hof an, online oder persönlich. Wer einen über vier Monate alten Hund hält, muss ihn innerhalb eines Monats nach Anschaffung unter Angabe von Herkunft, Alter und Rasse bei der Gemeinde anmelden.
Nach der Anmeldung bekommst du eine Hundesteuermarke. Diese trägt der Hund außerhalb der Wohnung des Hundehalters oder seines umfriedeten Grundbesitzes stets. Verlierst du die Marke, meldest du das umgehend der Stadtkämmerei. Die Steuermarke ist kein Schmuck, sie ist Nachweis bei Kontrollen.
Die besten Routen in Hof, mit korrekter Rechtslage
Bürgerpark Theresienstein – Gras, Geschichte und ein 16-Meter-Turm
Früh morgens, wenn der Theresienstein noch leer ist, riecht die Luft nach feuchtem Laub und Rosenerde. Der Park wurde 2003 zum schönsten Park Deutschlands gewählt. Der Park ist über 70 Hektar groß. Der Rundweg führt am Botanischen Garten, dem Rosarium und dem Aussichtsturm am Labyrinthberg vorbei. Im Park gibt es eine Hundeauslaufzone.
Ob Hunde im Theresienstein auf allen Wegen frei laufen dürfen oder nicht, richtet sich nach der aktuellen Satzungslage der Stadt. Prüfe die Beschilderung vor Ort. Die offizielle Parkseite der Stadt Hof findest du unter hof.de/theresienstein.
Untreusee – Kiesufer, Wassergeruch und ein 5-km-Rundweg
Im Süden der Stadt. Der Stausee liegt tief eingebettet, die Ufer wechseln zwischen Schilf und kurz gemähtem Gras. Im Sommer knirscht der Kies unter jedem Schritt, im Herbst liegt Nebel über der Wasseroberfläche, bevor die Sonne ihn auflöst. Das 60 Hektar große Naherholungsgebiet Untreusee bietet rund ums Jahr Natur- und Freizeiterlebnisse. Der angelegte Rundwanderweg führt ohne große Steigungen rund um den See und beschert auf jeder Uferseite neue Eindrücke. Die Runde misst rund 5 km.
Ob und wo Hunde am Untreusee konkret an die Leine müssen oder welche Badebereiche für Hunde gelten, klärst du über die offizielle Seite der Stadt Hof oder direkt beim Seewärter vor Ort.
Saaleauen – Flussgefühl mitten in der Stadt
Die Saale ist der größte Fluss in Hof. Sie durchfließt die Stadt von Süden nach Norden. Die Saaleauen ziehen sich linksufrig entlang, flache Wiesen, Weidenbäume, Bänke. Im Mai summt es überall. Im Oktober liegt Frost auf den Grashalmen, und die Pfoten des Hundes hinterlassen Abdrücke im weichen Boden. Die Saaleauen gehörten zur Landesgartenschau 1994. Der Weg folgt der Uferböschung, Querverbindungen führen in die Innenstadt. Hunde gehören hier an die Leine, sobald Schilder das anzeigen, insbesondere auf Liegewiesen und Spielbereichen.
Rosenbühl und Bismarckturm – Wälder im Westen
Wer Hof nach Westen verlässt, steigt leicht an. Der Faunapark, der Rosenbühl und die Wege rund um den Bismarckturm führen durch Mischwald. Der Turm besteht aus Granitquadern; auf 20 Metern befindet sich die Aussichtsplattform. Der Wald hier gehört zum Übergang ins Fichtelgebirger Vorland. Die Runde um den Bismarckturm hat eine Länge von rund 8 km mit mäßigen Steigungen und einer Gehzeit von zwei bis zweieinhalb Stunden. Im Frühling liegen Wildkitze im Unterholz. Leine anlegen, und zwar bevor der Hund schon auf Spur ist.
Was in Hof anders ist als im Rest Bayerns
Hof ist keine Tourismusstadt. Hier zieht kein Bergsee Massen an, keine Alpenkulisse. Das ist ein Vorteil. Die Wege am Untreusee und im Theresienstein sind selbst an warmen Augustsonntagen überschaubar belegt. Wer aus München oder Nürnberg anreist, merkt schnell: Die Abstände sind größer, die Begegnungen auf Wegen sind seltener, das Ordnungsamt kontrolliert nüchtern-praktisch.
Hof lag Jahrzehnte an einer Grenze, erst geteilt, dann wiedervereint. Seit Öffnung der Grenzen punktet Hof als Standort mit seiner wiedergewonnenen Nähe zum Thüringer und Sächsischen Vogtland sowie zum Westböhmischen Bäderdreieck. Das merkt man beim Wandern: Die Wege aus der Stadt heraus führen oft über ehemalige Grenzstreifen. Der Grüne Band, an dem hier zwei Jakobswege enden, verbindet Hof mit dem Kulturweg der Vögte; der Jean-Paul-Weg verläuft auf rund 200 Kilometern von Joditz über Hof, Schwarzenbach an der Saale, Wunsiedel und Bayreuth bis zum Felsengarten Sanspareil. Für Hundhalter heißt das: mehr Streckenpotenzial als man der Stadt auf den ersten Blick zutrauen würde.
Die Hundesteuer liegt in Hof mit 75 Euro pro Hund im unteren Mittelfeld bayerischer Städte vergleichbarer Größe. Für Kampfhunde sind 600 Euro jährlich fällig. Das schmerzt, und soll offenbar auch schmerzen. Wer einen Kategorie-I-Hund in Hof halten will, braucht gute Nerven und ein wasserdichtes berechtigtes Interesse.
Häufig gestellte Fragen
Gilt in Hof generell Leinenpflicht für alle Hunde?
Nein. Bayern schreibt keine landesweite Leinenpflicht vor. In Hof gilt Leinenpflicht in bestimmten städtischen Bereichen, zum Beispiel auf Kinderspielplätzen, in Parkanlagen mit entsprechender Beschilderung und im Bereich von Kampfhunden und großen Hunden (Schulterhöhe ab 50 cm) auf öffentlichen Wegen. Für deinen konkreten Aufenthaltsort gilt: Schilder lesen, im Zweifel Leine anlegen. Aktuelle Regelungen beim Ordnungsamt Hof erfragen.
Wie hoch ist die Hundesteuer in Hof und wann muss ich zahlen?
Der erste Hund kostet 75 Euro pro Jahr, jeder weitere 100 Euro. Für einen Kampfhund sind 600 Euro jährlich fällig. Die Steuer wird am 15. März des Jahres fällig. Du meldest deinen Hund innerhalb eines Monats nach Anschaffung bei der Stadtkämmerei Hof an, das geht auch online über hof.de. Stand: Januar 2024.
Ich habe einen Rottweiler, was muss ich in Hof beachten?
Der Rottweiler steht auf der bayerischen Rasseliste als Kategorie-II-Hund. Für ihn wird zunächst vermutet, dass er Kampfhund-Eigenschaften hat. Diese Vermutung kannst du durch ein Sachverständigengutachten widerlegen, dann wird ein Negativzeugnis erteilt. Das Gutachten kostet je nach Anbieter 250 bis 300 Euro. Mit Negativzeugnis hältst du deinen Rottweiler ohne Erlaubnispflicht. Ohne Negativzeugnis gelten die strengen Kampfhund-Auflagen. Zuständig ist das Ordnungsamt der Stadt Hof.
Darf mein Hund am Untreusee frei laufen?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Am Untreusee gibt es verschiedene Zonen. Ob und wo Hunde frei laufen dürfen, richtet sich nach der aktuellen Satzungslage und der Beschilderung vor Ort. Prüfe die Schilder am Seeufer. Für offizielle Auskünfte wende dich direkt an die Stadt Hof.
Was gilt im Wald rund um Hof während der Brut- und Setzzeit?
Im Wald gilt während der Brut- und Setzzeit (1. April bis 15. Juli) erhöhte Vorsicht. Wildkitze liegen versteckt im Gras und werden vom Hund erschnüffelt, noch bevor du sie siehst. Jagdrechtlich können Hunde, die Wild hetzen oder reißen, erschossen werden, das Forstrecht erlaubt das explizit. Halte deinen Hund in dieser Zeit an der Leine oder nahe bei dir. Im Fichtelgebirge und Frankenwald ist Wild dicht. Es lohnt sich, das ernst zu nehmen.
Quellen
- Stadt Hof – Erlaubnis zum Halten von Hunden mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit
- Stadt Hof – Änderungen Hundesteuer (Stand: Januar 2024)
- Stadt Hof – Hundesteuersatzung, An- und Abmeldung
- Bayerische Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit (BayHundAgressV)
- Bayerisches Landesamt für Umwelt – Schutzgebiete
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Sommer|Herbst