Coburg (Kreisfreie Stadt)
Hund in Coburg: Was wirklich gilt
Coburg liegt im nördlichen Oberfranken, direkt an der Grenze zu Thüringen. Die Itz schneidet die Stadt, der Callenberger Forst schiebt sich von Westen heran, und über allem thront die Veste. Für rund 41.000 Einwohner und, laut Stadtratsdaten, 2.035 registrierte Hundehalter ist Coburg eine kompakte Stadt mit viel Grün. Das klingt gut. Was tatsächlich gilt, ist aber differenzierter als es auf den ersten Blick scheint: Bayern hat kein landesweites Leinenpflichtgesetz. Es gibt keine allgemeine, landesweit einheitliche Leinenpflicht für alle Hunde. Der Freistaat gibt den rechtlichen Rahmen vor; die konkreten Vorgaben entstehen auf kommunaler Ebene, also durch Städte und Gemeinden, durch Satzungen für Grünanlagen oder durch besondere Regeln für einzelne öffentliche Bereiche.
Wer mit Hund nach Coburg zieht oder die Stadt besucht, braucht deshalb nicht nur den Bayern-Überblick, sondern die kommunale Schicht. Die ist in Coburg eindeutiger geregelt als in vielen Nachbarkommunen.
Leinenpflicht in Coburg: Was kommunal gilt
Bayern hat keine landesweite Regelung zur Leinenpflicht. Die Entscheidung liegt bei den einzelnen Gemeinden, gestützt auf das Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG) unter Art. 18. Coburg nutzt diesen Rahmen: Die Stadt hat eigene Regelungen für Parks, Grünanlagen und die Innenstadt erlassen.
Stadt Coburg: Parks, Innenstadt und öffentliche Flächen
Der Hofgarten am Morgen – Kastanienblätter auf dem Kiesweg, der Geruch von feuchtem Laub, Hunde ziehen ihre Besitzer Richtung Veste. Genau hier gilt Leinenpflicht. In allen Parks und Grünanlagen Coburgs herrscht Leinenzwang. Spiel- und Bolzplätze sind für Hunde strikt verboten, egal ob mit oder ohne Leine. Im übrigen Stadtbereich dürfen Hunde auch ohne Leine ausgeführt werden, solange dadurch niemand belästigt oder gefährdet wird. Das sind die offiziellen Angaben des Coburger Ordnungsamts.
Eine Ausnahme gibt es im Hofgarten: Es gibt eine extra ausgeschilderte Hundewiese im Hofgarten, auf der Hunde ohne Leine herumtoben können. Die Hundewiese im Hofgarten unterhalb des Naturkundemuseums bleibt dauerhaft bestehen. Zusätzlich plant die Stadt eine weitere eingezäunte Freilauffläche im Stadtteil Bertelsdorf. Im Stadtteil Bertelsdorf entsteht eine weitere offizielle und umzäunte Hundewiese; dazu soll ein Großteil der bisherigen Hundesportfläche des Hundeclub e.V. allen Hundehaltern zugänglich gemacht werden. Ob diese Fläche bereits in Betrieb ist, prüfst du auf der offiziellen Seite der Stadt Coburg.
Hundekot-Pflicht: Hundehalter sind verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners unmittelbar zu entfernen. Wer dagegen verstößt, kann mit einem Bußgeld bestraft werden. An sechs Standorten in Coburg befinden sich Spender für Hundekottüten, darunter am Hofgarten und an der Itzanlage.
Wald: Bayerisches Jagdrecht gilt
Der Callenberger Forst liegt direkt an Coburg. Aufgepasst: In Wäldern und Jagdrevieren in Bayern besteht keine allgemeine Leinenpflicht. Das unbeaufsichtigte Freilaufenlassen von Hunden in Jagdrevieren kann jedoch als Ordnungswidrigkeit gelten. Jäger dürfen auf unbeaufsichtigte, wildernde Hunde schießen, wenn diese das Wild gefährden oder ihm nachstellen. Voraussetzung für einen Abschuss ist, dass der Hund ohne Aufsicht ist, Wild gefährdet und ihm nachstellt, bereits das Aufnehmen der Fährte reicht hierfür aus. Im Wald also: Hund im Blick behalten und jederzeit abrufbar führen.
In der Brut- und Setzzeit (etwa März bis Juli) ist besondere Rücksicht angebracht. Nicht erlaubt ist das Laufenlassen von Hunden in der freien Natur, wenn ein Hundebesitzer zulässt, dass sein frei laufender Hund dem Wild oder geschützten Tierarten nachstellt.
Naturschutzgebiete im Stadtgebiet
Coburg hat kleinere Schutzgebiete innerhalb und am Stadtrand. Ob ein konkreter Bereich als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und welche Regeln dort gelten, erfährst du beim Ordnungsamt der Stadt Coburg. Beschilderung vor Ort beachten, die Regeln können saisonal wechseln.
Listenhunde in Coburg: Bayerische Rasseliste und städtische Bewilligungspflicht
Bayern hat eine eigene Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit. Zwei Kategorien sind relevant:
- Kategorie 1 (unwiderlegbare Vermutung): Pit-Bull, Bandog, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Tosa-Inu sowie deren Kreuzungen. Für diese gilt die Vermutung der Gefährlichkeit ohne Ausnahme.
- Kategorie 2 (widerlegbare Vermutung): Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquin und Rottweiler gelten dann nicht als Kampfhunde, wenn im Einzelfall durch Sachverständigengutachten nachgewiesen wird, dass das Tier keine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit aufweist. In diesem Fall wird ein sogenanntes Negativzeugnis erteilt.
Für gefährliche Hunde der Kategorie 1 und Kategorie 2 sowie deren Kreuzungen beträgt die Hundesteuer in Coburg 610,00 €. Die Haltung eines Kampfhundes ist zusätzlich erlaubnispflichtig. Antrag und Ablauf findest du auf der Seite der Stadt Coburg zum Kampfhunde-Erlaubnis-Verfahren.
Mehr zur bayernweiten Rasseliste, zur Haftpflichtpflicht und zum Wesenstest findest du in der Übersicht Bayern.
Hundesteuer und Anmeldung in Coburg
Die Stadt Coburg erhebt für das Halten eines über vier Monate alten Hundes eine Hundesteuer. Dieser muss unverzüglich der Stadt gemeldet werden.
Die aktuellen Sätze laut Hundesteuersatzung der Stadt Coburg:
- Die Steuer beträgt für jeden Hund jährlich 80,00 €.
- Für Hunde der Kategorien 1 und 2 (Kampfhunde) sowie deren Kreuzungen beträgt die Hundesteuer 610,00 €.
- Werden mindestens zwei Zuchthunde gleicher Rasse gehalten, wird auf Antrag des Züchters eine Pauschalsteuer von jährlich 160,00 € pro Rasse erhoben.
- Für Hunde, die in Einöden oder Weilern gehalten werden, sowie für Hunde von Forstbediensteten, Berufsjägern oder Inhabern eines Jagdscheines, die den Hund ausschließlich oder überwiegend zur Ausübung der Jagd halten, wird die Steuer um die Hälfte ermäßigt.
Die Hundesteuersatzung verpflichtet den Hundehalter, den Hund unverzüglich nach Beginn der Haltereigenschaft der Gemeinde zu melden. Die Anmeldung funktioniert auch online über das städtische Serviceportal. Aktuelle Tarife und Satzungsdetails: Stadt Coburg, Hundesteuer An- und Abmeldung.
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Callenberger Forst: Kiefernnadeln unter den Pfoten
Westlich der Stadt, zehn Minuten vom Marktplatz. Im November liegt Nebel zwischen den Stämmen, der Boden gibt nach, der Geruch nach feuchtem Moos und Erde liegt im Wald. Der Callenberger Forst ist das größte zusammenhängende Waldgebiet direkt an Coburg. Wege ziehen sich durch das Gelände, es gibt Steigungen, Täler, naturbelassene Abschnitte. Für Hunde: Im Callenberger Forst führen kilometerlange Wege durch die Natur; es gibt genügend Platz, damit sich ein Hund richtig austoben kann. Kein gesetzlicher Leinenzwang im Wald, aber das Bayerische Jagdrecht gilt. Hund abrufbar führen, vor allem in der Brut- und Setzzeit. Aktuelle Wegempfehlungen und Toureninfos findest du bei Erlebe Bayern.
Itztal: Flussnebel im Oktober
Die Itz fließt durch das Stadtgebiet. Ihre Ufer sind flach, das Gras wächst im Sommer hoch, Reiher stehen reglos im Schilf. Der Weg entlang der Itzanlage gehört zu den beliebtesten Gassigebieten der Stadt, an der Itzanlage auf Höhe der Berufsschule Kanalstraße befindet sich ein städtischer Tüttenspender. Die Itzufer bieten längere Abschnitte zum Spazieren außerhalb der Park- und Grünanlagenregeln. Welche Abschnitte als öffentliche Grünanlage gelten und damit der Leinenpflicht unterliegen, entnimmst du der Beschilderung vor Ort oder fragst beim Ordnungsamt nach.
Hofgarten: Grün zwischen Innenstadt und Veste
Der Hofgarten liegt zwischen Schlossplatz und Veste Coburg, eine zentrale Parkverbindung. Nachmittags, wenn das Licht tief steht und die Buchenwege im Gegenlicht leuchten, ist er kaum mit dem Stadttrubel unten zu vergleichen. Hier gilt Leinenpflicht, mit einer wichtigen Ausnahme: Im Hofgarten gibt es eine ausgeschilderte Hundewiese, auf der Hunde ohne Leine herumtoben dürfen. Die Hundewiese befindet sich unterhalb des Naturkundemuseums. Den Weg hoch zur Veste kannst du mit dem Hund an der Leine gehen. Ob Hunde in die Veste selbst mitdürfen, klärst du auf der offiziellen Seite der Bayerischen Schlösserverwaltung.
Goldbergsee: Wasser im Sommer
Am Goldbergsee findest du Wasser und Grünflächen mit ausgewiesenen Spazierwegen direkt am Wasser. Im Juli, wenn die Hitze die Innenstadt flimmern lässt, ist der See ein Ziel. Welche Bereiche für Hunde zugänglich sind und ob Leinenpflicht am Ufer gilt, prüfst du vor Ort anhand der Beschilderung oder direkt bei der Stadtverwaltung. Badebereiche haben häufig eigene Hunderegeln, geh nicht davon aus, dass überall dasselbe gilt.
Was in Coburg anders ist als im Rest Bayerns
Coburg ist eine oberfränkische Kleinstadt mit direkter Thüringen-Nähe. Das prägt den Charakter: keine Weltstadt-Dichte, kein Massentourismus, aber auch keine tiefe Provinz. Die Hundepolitik ist entsprechend moderat. Bayern hat keine landesweite Leinenpflicht, das gibt Coburg Spielraum. Und Coburg nutzt ihn pragmatisch: Parks und Grünanlagen haben klare Leinenpflicht, der Stadtbereich außerhalb ist freigehalten, der Wald hat keine Pflicht, aber das Jagdrecht gilt wie überall in Bayern.
Was Coburg von Großstädten wie München oder Nürnberg unterscheidet: Die Stadtverwaltung hat auf Antrag von Stadträten die bestehenden Hundefreilaufflächen im Hofgarten aufzuwerten und neue eingezäunte Areale zu prüfen begonnen. Das zeigt, dass der Druck von Hundehaltern ernst genommen wird. Die Debatte über eine zusätzliche Hundewiese im Rahmen der Itz-Belebung läuft noch.
Ein Hinweis für Zuzügler aus anderen Bundesländern: Bayern differenziert stärker nach Hundegröße als viele andere Länder. Gemeinden können nach Art. 18 Abs. 1 LStVG das freie Umherlaufen von großen Hunden (ab einer Schulterhöhe von mindestens 50 cm) und Kampfhunden in öffentlichen Anlagen sowie auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen einschränken. Kleine Hunde unter 50 cm Schulterhöhe sind von vielen kommunalen Leinenpflichten ausgenommen, in Coburg gilt aber in Parks und Grünanlagen Leinenzwang für alle Hunde, unabhängig von Größe und Rasse.
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Häufig gestellte Fragen
Gilt in Coburg generell Leinenpflicht?
Nein, nicht überall. In allen Parks und Grünanlagen gilt Leinenzwang. Im übrigen Stadtbereich dürfen Hunde auch ohne Leine ausgeführt werden, solange dadurch niemand belästigt oder gefährdet wird. Spiel- und Bolzplätze sind für Hunde komplett gesperrt. Im Wald gibt es keine gesetzliche Leinenpflicht, aber das Bayerische Jagdrecht schreibt vor, den Hund unter Kontrolle zu halten.
Wo darf mein Hund in Coburg ohne Leine laufen?
Im Hofgarten gibt es eine ausgeschilderte Hundewiese, auf der Hunde ohne Leine laufen dürfen. Diese befindet sich unterhalb des Naturkundemuseums. Außerdem ist eine weitere eingezäunte Hundewiese in Bertelsdorf in Planung. Ob diese bereits geöffnet ist, prüfst du auf der Stadtseite Coburg. Im Wald, z. B. im Callenberger Forst, gibt es keine Leinenpflicht, der Hund muss aber jederzeit abrufbar sein.
Was kostet die Hundesteuer in Coburg?
Die Hundesteuer beträgt für jeden normalen Hund jährlich 80,00 €. Für Kampfhunde der Kategorien 1 und 2 sowie deren Kreuzungen beträgt die Steuer 610,00 €. Du meldest deinen Hund unverzüglich nach der Anschaffung an, online oder beim städtischen Amt. Aktuelle Tarife und Formulare: Stadt Coburg, Hundesteuer.
Welche Rassen gelten in Coburg als Kampfhunde?
Bayern teilt in zwei Kategorien. Kategorie 1 (Pit-Bull, Bandog, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Tosa-Inu) und Kategorie 2 (u. a. American Bulldog, Bullmastiff, Rottweiler, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff und weitere) unterliegen besonderen Regeln. Kategorie-2-Hunde können durch ein Sachverständigengutachten ein Negativzeugnis erhalten. Antrag bei der Stadt Coburg stellen.
Quellen
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Sommer
Bild: Wikimedia Commons –