Hintergrund zur Region
München riecht nach frisch gemähtem Gras im Englischen Garten, nach Würstelduft an der Isar und nach nassem Fell, wenn dein Hund nach einem Schwumm aus dem Fluss steigt. Die bayerische Landeshauptstadt ist für Hundehaltende weit mehr als eine Großstadt — sie ist ein dichtes Netz aus Grünflächen, Isarauen und Waldrändern, das sich überraschend nah an der Innenstadt entfaltet. Wer hier lebt oder zu Besuch kommt, findet mit Hund eine Umgebung, die täglich Raum für Bewegung, Begegnung und ruhige Schnüffelstunden bietet.
Die Isar ist das Herzstück dieser Stadt. An ihren Kieselbänken zwischen Flaucher und Isarauen liegt München im Sommer auf Decken, grillt, lacht — und die Hunde toben durch das seichte Wasser, das kühl über helle Steine rauscht. Gleichzeitig zeigt München seine andere Seite: enge Radwege, volle Biergärten mit unterschiedlichen Hausregeln und ein öffentlicher Nahverkehr, der klare Bedingungen stellt. Wer diese Stadt mit Hund kennt, weiß: Vorbereitung lohnt sich, und das Belohnungspotenzial ist enorm.
Ob du zum ersten Mal mit deinem Hund nach München fährst oder schon jahrelang hier das Gassigehen deinen Alltag bestimmt — lokale Regeln, saisonale Besonderheiten und die besten Ausflugsziele verdienen einen genauen Blick. Diese Seite fasst zusammen, was du als hundehaltende Person in und rund um München wissen solltest, sachlich und ohne Schnörkel.
Tagesausflüge mit Hund in München
Der Morgentau hängt noch in den Weiden, als die ersten Hunde die Kiesbänke der Isar erreichen. München bietet für Tagesausflüge eine seltene Kombination: urbane Nähe und echte Weite, oft nur wenige U-Bahn-Stationen oder Radminuten voneinander entfernt. Die folgenden Orte gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Anlaufpunkten — prüfe dennoch stets aktuelle Regelungen direkt vor Ort, da sich Zugangs- und Leinenpflichtbestimmungen ändern können.
Englischer Garten — Grün mitten in der Stadt
Der Englische Garten zählt zu den größten Stadtparks Europas und ist für viele Münchner Hundehaltende das tägliche Revier. Auf seinen weitläufigen Wiesen, den geschwungenen Wegen entlang der Eisbach-Kanäle und durch die alten Baumbestände lässt sich stundenlang spazieren, ohne denselben Weg zweimal zu nehmen. Besonders die nördlichen Bereiche rund um den Chinesischen Turm und das Hirschauer Areal bieten ruhigere Zonen abseits des Touristenverkehrs.
Wichtig zu wissen: Im Englischen Garten gilt grundsätzlich Leinenpflicht, auch wenn du in ruhigeren Stunden viele freilaufende Hunde siehst. Die Regeln werden regelmäßig kontrolliert, besonders in der Nähe von Spielplätzen, Liegewiesen und dem Biergarten am Chinesischen Turm. Ob und wo temporäre Ausnahmen oder ausgewiesene Freilaufflächen existieren, erfährst du aktuell über das Baureferat der Stadt München. Futterstellen und Wasserquellen gibt es im Park mehrere — dein Hund bleibt auch an heißen Tagen gut versorgt.
Ein Tipp für den Morgen: Komm früh, bevor der Radverkehr auf den Hauptwegen zunimmt. Die Dämmerungsstunden gehören im Englischen Garten den Hunden und ihren Menschen — still, grün, fast wie auf dem Land.
Isarauen und Flaucher — Kiesbänke und Freiheit am Fluss
Die Isarauen zwischen dem Tierpark Hellabrunn und dem Flaucher-Areal sind das wildeste Stück Natur, das München zu bieten hat. Renaturierte Ufer, breite Kiesbänke, Auwald mit knorrigen Weiden und Pappeln — hier fühlt sich der Ausflug an wie ein Stück Alpenvorland mitten in der Großstadt. Hunde lieben die flachen Einstiege ins Wasser, das im Sommer zwar kalt, aber verlockend blau-grün glänzt.
Der Flaucher im Süden der Stadt ist besonders bei Familien und Gruppen beliebt, die am Wochenende grillen. Das bedeutet: Trubel, viele Begegnungen und manchmal enge Verhältnisse auf den Wegen. An Werktagen ist die Stimmung ruhiger und das Spazieren entspannter. Entlang der Isar führt der Isaruferweg auf beiden Seiten des Flusses weit nach Norden und Süden — ideal für längere Touren, bei denen du selbst bestimmst, wie weit ihr geht.
Beachte, dass in bestimmten Abschnitten der Isarauen Naturschutzgebiete ausgewiesen sind, in denen Leinenpflicht besteht oder das Betreten mit Hunden eingeschränkt sein kann. Halte Ausschau nach den entsprechenden Hinweisschildern vor Ort und informiere dich vorab beim Bayerischen Landesamt für Umwelt.
Forstenrieder Park — Stille Wälder im Südwesten
Wer den städtischen Lärm hinter sich lassen möchte, fährt in den Forstenrieder Park. Das rund 2.500 Hektar große Waldgebiet im Südwesten Münchens gehört zu den größten zusammenhängenden Wäldern im Münchner Umland und bietet ein weitverzweigtes Netz aus breiten Forstwegen und schmaleren Pfaden. Hier trifft man auf Rehe, Wildschweine und Greifvögel — ein Grund mehr, deinen Hund im Wald an der Leine zu halten und auf die Brut- und Setzzeiten Rücksicht zu nehmen.
Die Wege sind größtenteils unbefestigt und nach Regenfällen matschig — feste Schuhe für dich, ein Handtuch für deinen Hund sind Pflicht. Im Winter liegt hier Schnee länger als in der Stadt, was Spaziergänge zu einem echten Erlebnis macht. Parkmöglichkeiten gibt es an mehreren Einstiegspunkten entlang der Münchner Straße und der Forstenrieder Allee, sodass du auch ohne Auto mit der S-Bahn bis Buchenhain oder Deisenhofen anreisen und von dort zu Fuß einsteigen kannst.
Forstenrieder Park eignet sich besonders für ruhige, lange Touren unter der Woche. Am Wochenende ist auch hier mehr Betrieb — vor allem Mountainbiker teilen sich die Wege mit Hundespaziergängern. Ein freundlicher Umgangston und gegenseitige Rücksicht machen die Begegnungen angenehm.
Dachauer Moos und Umland — Weite nördlich der Stadt
Nördlich von München öffnet sich das Dachauer Moos, eine flache, windoffene Moorlandschaft mit langen geraden Wegen, vereinzelten Baumgruppen und einem weiten Himmel, der das Auge entspannt. Diese Landschaft ist das Gegenteil von Englischem Garten — wenig Trubel, viel Stille, gelegentlich ein Traktor in der Ferne. Für Hunde, die gerne schnüffeln und in Ruhe explorieren, ist das Moos ein Paradies.
Wichtig: Im Dachauer Moos und den angrenzenden Schutzgebieten gelten teils strenge Betretungsregeln zum Schutz von Wiesenvögeln und Moorfauna. In ausgewiesenen Schutzzonenbereichen darf das Wegenetz nicht verlassen werden, und Hunde müssen an der Leine bleiben. Prüfe vor deinem Besuch die geltenden Regeln über die Website des Landkreises Dachau. Für eine unkomplizierte Tour empfiehlt sich der Bereich entlang des Glonn-Radwegs oder die Wege rund um Dachau-Ost, die weniger restriktiv sind und dennoch echtes Landschaftsgefühl bieten.
Mit der S-Bahn (Linie S2) erreichst du Dachau direkt aus der Münchner Innenstadt in etwa 25 Minuten — ein Tagesausflug ohne Auto ist also gut machbar. Kleiner Hunde reisen in der S-Bahn in einer Transportbox, größere an der Leine mit Maulkorb; mehr dazu im Regelkapitel weiter unten.
Hund und lokale Regeln in München
Das leise Klackern von Hundekrallen auf Münchner Pflaster, das Rascheln in Laubhaufen, das Geräusch einer zugehenden Leintasche — München ist eine Stadt, die Hunde kennt und akzeptiert, aber klare Erwartungen stellt. Wer die Regeln versteht, lebt und bewegt sich entspannter. Wer sie ignoriert, riskiert Bußgelder und Konflikte. Hier die wichtigsten Punkte, sachlich zusammengefasst.
Leinenpflicht in München — wo und wann gilt sie
In München besteht nach der städtischen Sicherheitssatzung eine allgemeine Anleinpflicht in der Öffentlichkeit — auf Straßen, Wegen, in Parks und Grünanlagen, soweit keine ausdrücklichen Ausnahmen ausgewiesen sind. Das bedeutet konkret: Im Englischen Garten, in den Isarauen und in allen städtischen Grünanlagen muss dein Hund grundsätzlich an der Leine gehen. Ausgenommen sind lediglich offiziell ausgewiesene Hundefreilaufflächen, von denen es in München eine wachsende Zahl gibt.
Die Leinenpflicht gilt zusätzlich ganzjährig in Naturschutzgebieten und während der Brut- und Setzzeit (grob März bis Juli) in Waldgebieten und an Gewässerufern, wo Wildtiere besonderen Schutz genießen. Auch in Bereichen mit Vogelschutz kann das Wegelassen des Hundes eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Die jeweils gültigen Regelungen sind an Hinweisschildern vor Ort ausgewiesen — lies sie, auch wenn du die Strecke schon kennst, denn Regelungen können sich ändern. Aktuelle Informationen findest du direkt auf der offiziellen Website der Landeshauptstadt München.
Auf dem Gebiet Münchens gibt es ausgewiesene Hundefreilaufflächen in verschiedenen Stadtteilen, zum Beispiel im Westpark, im Olympiapark (in bestimmten Zonen) und in einigen Bezirkssportanlagen. Diese Flächen sind in der Regel eingezäunt oder klar markiert. Erkundige dich bei deinem Bezirksausschuss oder beim städtischen Servicezentrum nach der nächstgelegenen Freilauffläche in deinem Viertel.
Hundesteuer und Anmeldung — was München von Hundehaltenden erwartet
Wer in München einen Hund hält, ist verpflichtet, diesen beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) anzumelden und Hundesteuer zu entrichten. Die Anmeldung muss innerhalb eines Monats nach der Anschaffung des Hundes erfolgen. Die Höhe der Hundesteuer ist in der städtischen Hundesteuersatzung geregelt — konkrete Beträge können sich ändern, weshalb du die aktuellen Zahlen direkt beim KVR oder auf der städtischen Website nachschlägst. Für als gefährlich eingestufte Hunde (sogenannte Listenhunde) gelten erhöhte Steuersätze und zusätzliche Auflagen.
Nach der Anmeldung erhältst du eine Hundemarke, die dein Hund am Halsband tragen muss. Diese dient als Nachweis der ordnungsgemäßen Anmeldung und erleichtert im Verlustfall die Identifikation. Die Nichtanmeldung oder das Nichtmitführen der Marke kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Die Höhe möglicher Bußgelder ist in der Satzung festgelegt — auch hier gilt: defensive Planung schützt vor unangenehmen Überraschungen.
Hund im Münchner ÖPNV — MVV-Regeln kennen
Der Münchner Verkehrsverbund (MVV) lässt Hunde in U-Bahn, S-Bahn, Tram und Bus zu, knüpft das aber an Bedingungen. Kleine Hunde, die in einer geschlossenen Transportbox Platz finden, reisen kostenlos als Gepäck mit. Größere Hunde benötigen ein eigenes Ticket (in der Regel zum Kinderpreis), müssen an der kurzen Leine geführt werden und im MVV grundsätzlich einen Maulkorb tragen.
Zu Hauptverkehrszeiten — werktags morgens und abends — kann die Mitnahme von Hunden eingeschränkt oder untersagt sein; prüfe die aktuellen Beförderungsbedingungen auf der MVV-Website, bevor du eine Tour planst. Nicht alle Fahrzeuge und Linien handhaben die Regelung identisch, und das Fahrpersonal hat einen gewissen Ermessensspielraum. Ein freundliches Auftreten und ein ordentlich gesicherter Hund helfen in der Praxis erheblich.
Für Tagestouren ins Umland — etwa nach Dachau, ins Isartal oder in den Münchner Süden — ist die S-Bahn die praktischste Option. Plane etwas Pufferzeit ein, falls du deinen Hund vor der Einfahrt noch kurz ausführen willst — viele S-Bahnhöfe haben kleine Grünflächen in der Nähe.
Listenhunde und Maulkorbpflicht in Bayern
Bayern hat eine eigene Kampfhundeverordnung, die bestimmte Rassen und Kreuzungen als potenziell gefährlich einstuft und für sie besondere Auflagen vorsieht. Dazu zählen unter anderem American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen. Für diese Hunde gelten in Bayern grundsätzliche Leinenpflicht und Maulkorbpflicht im öffentlichen Raum, außerdem ein Sachkundenachweis des Halters und weitere Voraussetzungen.
Wichtig: Die genaue Liste der betroffenen Rassen, die Bedingungen für Ausnahmen und die Nachweispflichten können sich ändern. Informiere dich zwingend vor dem Besuch oder der Anschaffung eines solchen Hundes beim zuständigen Veterinäramt oder über das offizielle bayerische Behördenportal. Aktuelle und rechtsverbindliche Informationen zur Kampfhundeverordnung findest du beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Unwissenheit schützt nicht vor Konsequenzen — das gilt in Bayern besonders für Halter von Hunden, die unter die Verordnung fallen könnten.
Für alle anderen Hunde gilt: Auch wenn kein formaler Maulkorb vorgeschrieben ist, sind Halter für das Verhalten ihrer Tiere verantwortlich. Kommt es zu einem Beißvorfall, kann die Behörde nachträgliche Auflagen erlassen. Ein gut sozialisierter, sicher geführter Hund ist in München die beste Grundlage für einen entspannten Alltag — in der Stadt wie auf dem Ausflug.
Praktisches vor Ort in München
München hat ein dichtes Netz an tiermedizinischer Versorgung, Hundeschulen und Betreuungsangeboten. Wer neu in die Stadt zieht oder nur zu Besuch kommt, findet schnell Orientierung — wenn man weiß, wo man sucht.
Tierärzte und tierärztlicher Notfalldienst
In München gibt es in nahezu allen Stadtbezirken niedergelassene Tierarztpraxen. Für Notfälle außerhalb der Sprechzeiten ist die Tierärztliche Klinik München-Pasing (Verdistr. 65) eine der bekanntesten Anlaufstellen mit Notaufnahme rund um die Uhr. Die Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München betreibt ebenfalls eine Tierklinik, die auch als Überweisungsklinik für komplexe Fälle fungiert — erreichbar über die offizielle Seite der LMU München. Halte die Nummer des Veterinäramts der Stadt München griffbereit: Es ist erste Anlaufstelle bei Fragen zu amtlichen Tiergesundheitsthemen. Den aktuellen Notdienstplan für praktizierende Tierärzte findest du über die Stadt München – Veterinäramt.
- Suche dir frühzeitig eine Praxis in deinem Stadtbezirk.
- Speichere die Notfallnummer deiner Klinik direkt im Telefon.
- Bei Vergiftungsverdacht: Sofort zum Notfalldienst, keine Zeit verlieren.
Hundeschulen und Trainingsangebote
Das Angebot an Hundeschulen in München ist groß und reicht von klassischen Welpenspielstunden über Begleithundeprüfungen bis zu Sportarten wie Agility oder Mantrailing. Besonders in Stadtrandlagen wie Schwabing-West, Laim oder Pasing findet man Schulen mit eigenem Trainingsgelände. Achte beim Auswahlprozess auf zertifizierte Trainer — der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) listet anerkannte Vereine und Schulen auf seiner Website. Viele Schulen bieten auch Einzel-Coaching für Hunde mit Verhaltensauffälligkeiten an, was gerade in einer Großstadt mit viel Reiz von außen sinnvoll ist. Informiere dich außerdem, ob in deinem Stadtbezirk Hundesport-Vereine aktiv sind — die kombinieren Training mit sozialem Austausch unter Hundehaltern.
Ausgewiesene Hundeauslaufzonen in München
Die Stadt München unterhält mehrere offiziell ausgewiesene Hundeauslaufzonen, in denen Hunde legal ohne Leine laufen dürfen. Diese Zonen sind auf der interaktiven Karte des städtischen Geoportals eingetragen. Bekannte Auslaufzonen befinden sich unter anderem im Englischen Garten (Bereich nördlich des Aumeister), im Luitpoldhain, an Teilen der Isarauen südlich der Stadt sowie auf der Theresienwiese außerhalb der Veranstaltungszeiten. Außerhalb dieser ausgeschilderten Zonen gilt in Grünanlagen in der Regel Leinenpflicht — prüfe die aktuelle Beschilderung vor Ort, da sich Regelungen ändern können. Die offizielle Übersicht der Auslaufzonen findest du beim Stadtportal München – Hunde.
- Englischer Garten (Norden): Weitläufige Wiesenflächen, gut geeignet für energiereiche Hunde.
- Luitpoldhain: Kompakter, aber gut erreichbar mit U-Bahn.
- Isarauen Süd: Naturnah, viel Wasser, ideal für wasserbegeisterte Hunde.
- Theresienwiese: Nur außerhalb der Saison nutzbar — Vorplanung nötig.
Hundepensionen, Tagesbetreuung und Gassiservices
Wer beruflich eingespannt ist oder mit dem Hund verreist und keine geeignete Unterkunft findet, braucht verlässliche Betreuungsangebote. In München gibt es eine wachsende Zahl an Hundepensionen — sowohl in Privatform als auch als gewerbliche Einrichtungen mit eigenem Gelände. Besonders gefragt sind Tagesbetreuungen (Hundetagesstätten), die den Hund tagsüber beschäftigen, während Halter arbeiten. Gassiservices sind über Plattformen und lokale Anbieter buchbar; prüfe dabei immer, ob der Anbieter haftpflichtversichert ist und Erfahrung im Umgang mit deinem Hundetyp hat. Für Reisende mit Hund stehen auf rundum.dog bereits Unterkünfte in und um München gelistet — stöbere in den Einträgen und gleiche die Konditionen direkt mit dem Anbieter ab.
Saisonal in München
München hat vier klar ausgeprägte Jahreszeiten — und jede bringt eigene Chancen und Tücken für Hundehalter mit sich. Wer das Stadtleben mit dem Hund gut plant, ist im Januar genauso vorbereitet wie im August.
Frühling: Brutzeit, blühende Parks und Leinenpflicht in Schutzgebieten
Wenn im März und April die Temperaturen steigen, erwacht München schnell zum Leben. Der Englische Garten und die Isarauen füllen sich mit Spaziergängern — und mit Wildtieren, die jetzt besonders sensibel auf Störungen reagieren. In der Brut- und Setzzeit von März bis Juli gelten entlang der Isar und in Naturschutzgebieten verschärfte Regelungen: Hunde müssen auch in sonst offeneren Bereichen an der Leine bleiben, um bodenbrütende Vögel und Jungtiere zu schützen. Achte auf die Beschilderung an Zugangspunkten zu Schutzgebieten — diese Regeln sind keine Empfehlung, sondern geltendes Naturschutzrecht. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz informiert auf seiner Website zu den geltenden Schutzgebietsverordnungen: StMUV Bayern – Naturschutz.
Für Hundehalter ist der Frühling trotzdem eine der schönsten Jahreszeiten in München. Zecken werden bereits ab Temperaturen um die 7 Grad aktiv — überprüfe deinen Hund nach jedem Ausgang in der Natur sorgfältig. Die Isarauen und der Perlacher Forst sind bevorzugte Zecken-Habitate. Spreche mit deiner Tierarztpraxis rechtzeitig über geeigneten Zeckenschutz, bevor die Saison in Fahrt kommt.
Sommer: Hitze, Isar und Abkühlung mit Köpfchen
München kann im Sommer heiß werden — Temperaturen über 30 Grad sind in Juli und August keine Seltenheit mehr. Für Hunde, besonders für brachyzephale Rassen wie Mops oder Französische Bulldogge, wird Hitze schnell gefährlich. Verlegere intensive Aktivitäten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Der Asphalt in der Innenstadt heizt sich stark auf und kann Pfoten verbrennen — teste mit dem Handrücken, ob der Boden für den Hund erträglich ist.
Die Isar ist im Sommer das größte Geschenk für wasserbegeisterte Hunde. An mehreren Abschnitten — vor allem südlich des Stadtzentrums zwischen Thalkirchen und Großhesselohe — können Hunde ins Wasser. Prüfe aber aktuelle Hinweisschilder vor Ort, da einzelne Abschnitte zum Baden gesperrt sein können. Vermeide es, deinen Hund nach starken Regenfällen in die Isar steigen zu lassen, da die Strömung dann gefährlich stark ansteigen kann. Halte auch Wasser und einen klappbaren Napf immer griffbereit — Trinkpausen alle 30 Minuten sind bei Hitze Pflicht.
- Gassirunde vor 9 Uhr oder nach 19 Uhr planen.
- Pfotenpflege nach Stadttouren auf Asphalt nicht vergessen.
- Hund nie im parkenden Auto zurücklassen — auch nicht kurz.
- Zeichen von Hitzschlag erkennen: starkes Hecheln, Taumeln, Bewusstlosigkeit → sofort zum Tierarzt.
Herbst: Perlacher Forst, Pilzsaison und das Oktoberfest
Der Münchner Herbst bringt kühleres Wetter, goldene Wälder und deutlich mehr Luft in den beliebten Parks. Der Perlacher Forst und der Forstenrieder Park im Süden der Stadt sind im Oktober und November eine Pracht — weite Laubwälder, kaum Touristen, viel Platz für Mensch und Hund. Denke aber daran, dass in Staatswäldern Leinenpflicht gilt und Jagdbetrieb stattfindet; informiere dich über Flatterbänder und Absperrungen, die auf aktiven Jagdbetrieb hinweisen.
Das Oktoberfest auf der Theresienwiese ist für Hunde tabu — die Wiesn ist offiziell nicht hundefreundlich, und der Lärm sowie die Menschenmassen wären für die meisten Hunde ohnehin eine starke Stressbelastung. Plane für diese Wochen alternative Routen, da auch die umliegenden Straßen stark frequentiert sind. Pilze im Wald können für Hunde gefährlich sein — einige hochgiftige Arten wie der Knollenblätterpilz wachsen auch im Perlacher Forst. Halte deinen Hund mit guter Abrufbarkeit davon fern und reagiere bei Verdacht auf Vergiftung sofort mit einem Tierarztbesuch.
Winter: Schnee, Streusalz und Kälteschutz
Münchner Winter können schneereich und kalt sein — manchmal liegt bereits im November Schnee, und Temperaturen unter minus 10 Grad sind in strengen Wintern möglich. Für viele Hunde ist das kein Problem, für kurzhaarige oder kleine Rassen aber schon. Ein gut sitzender Hundemantel ist keine Modeerscheinung, sondern echter Schutz. Beim Kauf lohnt es sich, auf wasserabweisende Materialien und gute Bewegungsfreiheit zu achten.
Das größte unterschätzte Risiko im Winter ist Streusalz auf städtischen Gehsteigen und Straßen. Es reizt die Pfoten, kann bei Aufnahme giftig wirken und bildet chemische Verbindungen, die Fellpflege erschweren. Spüle die Pfoten deines Hundes nach jedem Stadtspaziergang mit lauwarmem Wasser ab und massiere anschließend etwas Pfotenbalsam ein. Alternativ bieten Hundeschuhe guten Schutz — die Gewöhnung daran sollte aber vor dem ersten Schneefall beginnen. In Parks und Grünanlagen liegt im Winter oft unbehandelter Schnee, der deutlich weniger problematisch ist. Der Englische Garten im Schnee ist ein echtes Erlebnis — ruhig, weitläufig, kaum besucht, und der Hund kann in den ausgewiesenen Zonen frei laufen.
- Pfoten nach jedem Stadtgang reinigen und eincremen.
- Kurzhaarige Hunde: Mantel bei Temperaturen unter 5 Grad anziehen.
- Dunkelheit im Winter: Reflexhalsband oder LED-Clip sichtbar machen.
- Frostgefahr für Wassernapf im Freien beachten — regelmäßig tauschen.
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