Welpenkrankheiten
Quelle: pixabay · Pixabay Content License Welpenkrankheiten bezeichnet häufige Erkrankungen und gesundheitliche Probleme, die bei jungen Hunden während der ersten Lebensmonate auftreten können.
Inhalt
Die ersten Lebensmonate sind für Hunde eine wichtige Entwicklungsphase. Welpen wachsen schnell, ihr Immunsystem befindet sich noch im Aufbau und sie müssen sich erst an ihre neue Umwelt anpassen. Dadurch reagieren sie empfindlicher auf Krankheitserreger, Futterumstellungen oder Belastungen als erwachsene Hunde.
Viele Welpenkrankheiten sind gut behandelbar, wenn sie früh erkannt werden. Einige Infektionen können jedoch besonders bei ungeimpften oder sehr jungen Hunden einen schweren Verlauf nehmen.
Nicht jede Auffälligkeit ist automatisch eine Krankheit. Gerade nach dem Einzug in ein neues Zuhause können Stress, eine ungewohnte Umgebung oder eine Futterumstellung vorübergehend zu Verdauungsproblemen oder Verhaltensänderungen führen. Gleichzeitig sollten anhaltende oder starke Symptome immer tierärztlich abgeklärt werden, da Welpen aufgrund ihres geringen Körpergewichts schneller Flüssigkeit verlieren und geschwächt werden.
Infektionskrankheiten bei Welpen
Welpen verfügen noch nicht über das vollständig entwickelte Immunsystem erwachsener Hunde. Besonders in den ersten Lebensmonaten verlaufen bestimmte Infektionskrankheiten deshalb schwerer.
Parvovirose
Die Parvovirose gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten bei jungen Hunden. Das hochansteckende Virus befällt vor allem schnell teilende Zellen im Darm und kann zu starkem Erbrechen, wässrigem Durchfall, Flüssigkeitsverlust und einer schweren Schwächung des Immunsystems führen.
Besonders gefährdet sind ungeimpfte Welpen. Die Erkrankung kann über infizierten Kot oder verunreinigte Gegenstände übertragen werden.
Eine konsequente Impfung gehört deshalb zu den wichtigsten Schutzmassnahmen.
Staupe
Die Staupe ist eine Virusinfektion, die verschiedene Organsysteme betreffen kann. Möglich sind Beschwerden der Atemwege, des Verdauungstrakts oder des Nervensystems. Symptome können unter anderem Fieber, Husten, Nasenausfluss, Durchfall oder neurologische Auffälligkeiten sein.
Durch den heute üblichen Impfschutz ist die Erkrankung deutlich seltener geworden. Bei ungeimpften Hunden kann sie jedoch weiterhin schwer verlaufen.
Zwingerhusten
Der Begriff Zwingerhusten bezeichnet eine ansteckende Erkrankung der oberen Atemwege. Verschiedene Viren und Bakterien können daran beteiligt sein. Typisch ist ein trockener, bellender Husten, der besonders nach Aufregung oder Belastung auftritt.
Die Erkrankung ist meist nicht lebensbedrohlich, für junge Hunde aber belastend.
Häufig tritt sie dort auf, wo viele Hunde zusammenkommen, beispielsweise in Hundeschulen, Tierheimen oder Pensionen.
Leptospirose
Leptospirose wird durch Bakterien verursacht und kann über verunreinigtes Wasser oder den Kontakt mit infiziertem Urin übertragen werden. Die Erkrankung kann verschiedene Organe, insbesondere die Nieren und die Leber, schädigen.
Leptospirose gehört zu den Krankheiten, gegen die Hunde geimpft werden können.
Da einige Erreger auch Menschen infizieren können, ist die Erkrankung ebenfalls aus Sicht des Gesundheitsschutzes relevant.
Parasiten bei Welpen
Parasiten gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen im Welpenalter. Einige Welpen kommen bereits mit Parasiten auf die Welt, andere infizieren sich über die Umgebung, andere Tiere oder verunreinigtes Futter.
Würmer
Darmwürmer wie Spulwürmer, Hakenwürmer oder Bandwürmer können bei Welpen auftreten. Besonders Spulwürmer sind häufig, da Welpen sich bereits über die Mutterhündin anstecken können.
Ein stärkerer Befall kann zu Durchfall, aufgeblähtem Bauch, Gewichtsverlust oder einer verzögerten Entwicklung führen.
Deshalb gehören regelmässige Kotuntersuchungen oder eine tierärztlich abgestimmte Entwurmungsstrategie zur Gesundheitsvorsorge bei Welpen.
Giardien
Giardien sind einzellige Darmparasiten, die vor allem bei jungen Hunden häufig vorkommen. Sie können wiederkehrenden oder anhaltenden Durchfall verursachen.
Manche Hunde zeigen jedoch trotz Infektion kaum Symptome.
Die Übertragung erfolgt über infektiöse Ausscheidungen, beispielsweise über verschmutztes Wasser, Gegenstände oder den Kontakt mit anderen Hunden.
Flöhe und Milben
Flöhe können starken Juckreiz verursachen und bei starkem Befall insbesondere bei kleinen Welpen zu Blutverlust führen. Milben können verschiedene Hautprobleme auslösen. Dazu gehören beispielsweise Ohrmilben oder Erkrankungen mit Haarausfall und Hautreizungen.
Entwicklungsprobleme bei Welpen
Während des Wachstums durchläuft der Hund wichtige körperliche Veränderungen. Fehler in der Entwicklung können langfristige Folgen haben.
Zahnwechsel-Probleme
Zwischen dem dritten und siebten Lebensmonat wechseln Welpen ihr Milchgebiss gegen das bleibende Gebiss. Dabei kann es vorkommen, dass einzelne Milchzähne nicht ausfallen und die nachwachsenden Zähne behindern. Besonders häufig betrifft dies die Eckzähne.
Eine Kontrolle des Gebisses während des Zahnwechsels hilft, Fehlstellungen frühzeitig zu erkennen.
Wachstumsstörungen
Welpen wachsen je nach Rasse unterschiedlich schnell. Besonders bei grossen Hunderassen kann eine unausgewogene Ernährung oder eine Überversorgung mit Energie und bestimmten Mineralstoffen die Entwicklung von Knochen und Gelenken beeinflussen.
Eine bedarfsgerechte Ernährung und angepasste Bewegung sind deshalb wichtige Faktoren für eine gesunde Entwicklung.
Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogendysplasie
Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) sind Entwicklungsstörungen der Gelenke. Dabei passen Gelenkflächen nicht optimal zusammen, wodurch langfristig Schmerzen und Arthrose entstehen.
Die Ursachen sind vielfältig. Neben genetischen Faktoren spielen auch Wachstum, Gewicht und Belastung eine Rolle. Grosse Hunderassen sind häufiger betroffen.
Nabelbruch
Ein Nabelbruch entsteht, wenn sich die Bauchwand im Bereich des ehemaligen Nabels nicht vollständig verschliesst. Kleine Nabelbrüche sind bei Welpen nicht selten und oft unproblematisch.
Grössere Brüche oder Veränderungen sollten tierärztlich kontrolliert werden, da in seltenen Fällen Gewebe eingeklemmt werden kann.
Häufige akute Probleme bei Welpen
Neben typischen Krankheiten treten bei Welpen auch akute gesundheitliche Probleme vermehrt auf. Ursache ist die natürliche Neugier: Welpen erkunden ihre Umgebung mit dem Maul und nehmen dabei Dinge auf, die nicht für sie geeignet sind.
Durchfall und Erbrechen
Durchfall gehört zu den häufigsten Beschwerden bei Welpen. Auslöser können unter anderem Futterwechsel, Stress, Parasiten oder Infektionen sein.
Bei jungen Hunden sollte Durchfall nicht unterschätzt werden, da sie schneller Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe verlieren. Besonders bei zusätzlichem Erbrechen, Teilnahmslosigkeit oder Blut im Kot ist eine tierärztliche Abklärung unerlässlich.
Fremdkörperaufnahme
Welpen kauen und schlucken häufig Gegenstände, die sie interessant finden. Dazu gehören beispielsweise Spielzeugteile, Steine, Socken oder andere kleine Gegenstände.
Ein verschluckter Fremdkörper kann zu einem Darmverschluss führen und einen Notfall darstellen. Warnzeichen sind unter anderem Erbrechen, fehlender Kotabsatz, Bauchschmerzen oder starke Unruhe.
Vergiftungen
Viele alltägliche Lebensmittel und Pflanzen können für Hunde giftig sein. Besonders neugierige Welpen sind gefährdet, da sie neue Dinge durch Aufnehmen und Kauen erkunden.
Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte möglichst schnell tierärztlicher Rat eingeholt werden. Wichtig sind Informationen darüber, was der Hund aufgenommen hat und in welcher Menge.
Vorbeugung von Welpenkrankheiten
Viele gesundheitliche Probleme lassen sich durch gute Vorsorge reduzieren. Dazu gehören:
- altersgerechte Impfungen
- regelmässige tierärztliche Kontrollen
- angepasste Parasitenkontrolle
- hochwertige und passende Ernährung
- sichere Umgebung ohne gefährliche Gegenstände
- kontrollierte Kontakte mit anderen Hunden
- angemessene Bewegung während der Wachstumsphase
Eine gute Vorsorge verhindert nicht jede Erkrankung, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass gesundheitliche Probleme früh erkannt und erfolgreich behandelt werden.
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