Tierschutz

Tierheime überlastet, deutsche Regierung scheitert an Ursachenbekämpfung

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Tierheime überlastet, deutsche Regierung scheitert an Ursachenbekämpfung
Inhalt
  1. Warum sind die deutschen Tierheime überlastet?
  2. Tierschutzbund fordert Massnahmen von der Regierung

Die Lage in deutschen Tierheimen ist seit der Corona-Pandemie angespannt – und eine Besserung ist nicht in Sicht. Der Tierschutzbund wendet sich immer wieder an die Politik. Bislang ohne greifbares Ergebnis.

Warum sind die deutschen Tierheime überlastet?

Volle Zwinger, überarbeitetes Personal, leere Kassen. Die Tierheime in Deutschland stecken in einer echten Krise. Immer mehr Tiere werden abgegeben, doch der Platz bleibt derselbe – und das Geld wird weniger.

Spontankäufe über Online-Plattformen

Ein Welpe per Klick – das klingt nach Übertreibung, ist aber längst Alltag. Über Online-Plattformen ist der Kauf eines Hundes oder einer Katze kaum aufwändiger als eine Paketbestellung. Kein Züchtergespräch, keine Wartezeit, keine ernsthaften Fragen.

Was dann folgt, kennen die Mitarbeitenden in Tierheimen zur Genüge: Das Tier passt nicht zum Alltag der Halter, zeigt Verhalten, das niemand erwartet hat, oder braucht schlicht mehr Zeit und Geld als eingeplant. Und landet so, wenige Monate nach dem Kauf, vor der Tierheimtür.

Mehr Tiere mit Problemverhalten – Sachkundenachweis wird gefordert

Hunde mit Problemverhalten binden überproportional viele Ressourcen. Einzelhaltung, spezielles Training, intensive Betreuung – das alles kostet Personal und Platz, beides ohnehin knapp.

Kein Wunder also, dass der Ruf nach einem verpflichtenden Sachkundenachweis für Hundehalter lauter wird. Die Idee dahinter ist simpel: Wer nachweisen muss, dass er weiss, was ihn erwartet, kauft vielleicht zweimal nach, bevor er impulsiv zuschlägt.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Der Boom während des Lockdowns ist bekannt. Einsamkeit, Homeoffice, endlich Zeit für ein Tier – Adoptionen und Käufe schnellten in die Höhe. Gleichzeitig mussten viele Tierheime ihren Betrieb drosseln oder ganz einstellen.

Als das Leben wieder seinen gewohnten Takt aufnahm – Büro, Reisen, Vollzeitjob – gaben zahlreiche Halter ihre Tiere wieder ab. Zu wenig Zeit, zu wenig Geld, zu viel Verantwortung. Die Tierheime tragen diese Last bis heute.

Finanzielle Engpässe verschärfen die Lage

Lea Schmitz, Sprecherin beim Tierschutzbund, macht klar, wie ernst die finanzielle Situation ist. Inflation, hohe Energiekosten, gestiegene Tierarztrechungen und höhere Löhne – all das trifft die Einrichtungen gleichzeitig.

Was Kommunen und Behörden zahlen, deckt die tatsächlichen Kosten längst nicht mehr. Der Investitionsstau liegt laut Tierschutzbund bei 160 Millionen Euro. Eine Zahl, die für sich spricht.

Tierschutzbund fordert Massnahmen von der Regierung

Bund, Länder und Kommunen schieben sich die Verantwortung gegenseitig zu – während in den Tierheimen die Zwinger voll bleiben. Eine versprochene Verbrauchsstiftung für Tierheime hat die Bundesregierung inzwischen auf Eis gelegt.

Dabei wäre manches ohne grossen finanziellen Aufwand umsetzbar: eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen, eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen sowie ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren.

Der Tierschutzbund sagt es deutlich: Diese Massnahmen kosten kein zusätzliches Budget. Was fehlt, ist politischer Wille. Solange der ausbleibt, warten die Tierheime – und mit ihnen Tausende Tiere – weiter auf konkrete Hilfe.

Quellen und weitere Infos

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