Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen
Die Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen ist eine ophthalmologische Untersuchung, die genetisch bedingte Augenleiden beim Hund aufspürt, bevor Symptome auftreten oder sich verschlimmern.
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Die Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen ist eine ophthalmologische Untersuchung, die genetisch bedingte Augenleiden beim Hund aufspürt, bevor Symptome auftreten oder sich verschlimmern.
Solche Tests leisten mehr als reine Vorsorge. Bei Golden Retrievern tritt Progressive Retinaatrophie (PRA) in etwa 15 % der Linien auf – oft erst mit 4 bis 6 Jahren sichtbar, wenn die Netzhaut bereits irreversibel geschädigt ist.
Welche Hunde benötigen eine Augenuntersuchung?
Zuchthunde aller Rassen müssen vor dem ersten Zuchteinsatz untersucht werden. Die FCI und VDH verlangen gültige Atteste.
Besonders gefährdete Rassen sollten auch als Familienhunde getestet werden: Collie (CEA), Australian Shepherd (CEA, Katarakt), Pudel (PRA), Labrador (PRA, RD/OSD), Golden Retriever (PRA, HC), Berner Sennenhund (PRA).
Wie läuft die ophthalmologische Untersuchung ab?
Ein Diplomate des European College of Veterinary Ophthalmologists (ECVO) führt die Untersuchung durch. Der Hund erhält Augentropfen zur Pupillenerweiterung – das dauert rund 20 bis 30 Minuten.
Dann folgt die Untersuchung mit Spaltlampe und Ophthalmoskop. Der Tierarzt prüft Hornhaut, Linse, Glaskörper und Netzhaut auf typische Veränderungen. Die eigentliche Untersuchung nimmt 10 bis 15 Minuten in Anspruch.
Du erhältst ein ECVO-Zertifikat mit dem Befund: „frei“, „Verdacht“ oder „betroffen“. Bei Verdacht ist oft eine Wiederholung nach 12 Monaten nötig.
Was kostet die Augenuntersuchung?
Die ECVO-Untersuchung kostet je nach Praxis und Region zwischen 60 und 120 Euro. DNA-Tests für spezifische Mutationen schlagen zusätzlich mit 50 bis 80 Euro pro Test zu Buche.
Manche Versicherungen übernehmen die Kosten bei Zuchthunden – das lohnt sich, vorher abzuklären.
Wann sollte untersucht werden?
Die Erstuntersuchung erfolgt ab 12 Monaten, bei manchen Rassen bereits ab 8 Wochen (für CEA). Zuchthunde benötigen jährliche Kontrollen, da sich manche Erkrankungen erst später manifestieren.
Einen DNA-Test kannst du in jedem Alter durchführen lassen – eine einmalige Untersuchung genügt, da sich das Erbgut nicht verändert.
Welche erblichen Augenerkrankungen existieren?
Progressive Retinaatrophie (PRA) führt zur schleichenden Erblindung. Katarakt kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln. Die Collie Eye Anomaly (CEA) betrifft vor allem Hütehunde und kann zur Netzhautablösung führen.
Retinadysplasie zeigt sich als Netzhautfalten oder -ablösungen. Goniodysplasie begünstigt die Glaukom-Entwicklung.
Was bedeuten die DNA-Testergebnisse?
„Frei/Normal“ bedeutet: Dein Hund trägt keine krankheitsauslösende Mutation. „Träger/Carrier“ heisst: Er erkrankt nicht, kann aber die Anlage vererben. „Betroffen/Affected“: Dein Hund wird die Krankheit entwickeln oder hat sie bereits.
Kann man erbliche Augenerkrankungen behandeln?
Die meisten erblichen Augenerkrankungen lassen sich nicht heilen. Bei Katarakt kann eine Operation in Frage kommen. PRA ist nicht behandelbar – im Vordergrund steht die Anpassung an die fortschreitende Sehbehinderung.
Wo finde ich einen ECVO-Ophthalmologen?
Die ECVO-Website führt alle zertifizierten Tieraugenärzte in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Der Haustierarzt kann ebenfalls an einen Spezialisten überweisen.
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