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Brucellose

2 Min Lesezeit
Brucellose
Inhalt
  1. Erreger und Übertragungswege
  2. Symptome beim Hund
  3. Diagnostik
  4. Behandlung
  5. Zoonose-Risiko

Brucellose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Brucella verursacht wird. Sie kann viele Säugetiere befallen – darunter auch Hunde – und zählt zu den sogenannten Zoonosen, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind. Bei Hunden ist vor allem der Erreger Brucella canis von Bedeutung.

Erreger und Übertragungswege

  • Hauptverursacher beim Hund: Brucella canis
  • Weitere mögliche Erreger: Brucella abortus, Brucella suis (seltener, meist durch Kontakt mit Nutztieren)

Übertragung:

  • Über den Deckakt oder Sperma bei der Zucht
  • Durch Kontakt mit infektiösem Material wie Nachgeburt, Fehlgeburtsgewebe oder vaginale Ausscheidungen
  • Seltener über Urin, Blut oder kontaminierte Gegenstände (z. B. Näpfe, Wurfkisten)

Symptome beim Hund

Brucellose verläuft oft schleichend oder unbemerkt – was die Diagnose erschwert. Typische Anzeichen sind:

Bei Hündinnen:

  • Fehlgeburten, meist im letzten Drittel der Trächtigkeit
  • Geburt toter oder lebensschwacher Welpen
  • Vaginaler Ausfluss

Bei Rüden:

  • Entzündungen von Hoden, Nebenhoden oder Prostata
  • Unfruchtbarkeit
  • Hodenschmerzen oder einseitige Hodenverkleinerung

Allgemeine Symptome:

  • Fieber, Mattigkeit
  • Lymphknotenschwellungen
  • Lahmheit oder Gelenkentzündungen (selten)

Diagnostik

Die Diagnose ist nicht immer einfach, da die Symptome unspezifisch sind. In der Praxis werden verschiedene Verfahren eingesetzt:

  • Serologische Tests: Nachweis von Antikörpern im Blut (z. B. RSAT, ELISA)
  • PCR: Direkter Nachweis von Brucellen-DNA
  • Bakteriologische Kultur: Nachweis des Erregers aus Blut, Sperma oder Gewebe (aufwändig)
  • Wiederholte Tests: Da der Erreger nicht ständig im Blutkreislauf zirkuliert, können mehrere Untersuchungen nötig sein

Behandlung

  • Antibiotika: Langzeittherapie mit Kombinationen (z. B. Doxycyclin + Enrofloxacin) – Erfolg ungewiss
  • Kastration: Häufig empfohlen, um die bakterielle Belastung zu senken und die Ausbreitung zu verhindern
  • Dauerhafte Überwachung: Auch nach Behandlung können Hunde Träger bleiben
  • In vielen Fällen wird zur Euthanasie geraten, insbesondere bei Zuchthunden oder bei engem Kontakt zu Menschen

Zoonose-Risiko

Brucella canis kann auch Menschen infizieren, vor allem immungeschwächte Personen, Kinder und Schwangere. Beim Menschen verläuft die Infektion oft grippeähnlich, kann aber chronisch werden und erhebliche Beschwerden verursachen.

Meldepflicht

In der Schweiz sowie in vielen anderen Ländern ist Brucellose eine meldepflichtige Tierkrankheit. Der Nachweis beim Hund muss an die kantonalen Veterinärbehörden gemeldet werden. Zuchttiere dürfen bei Verdacht oder bestätigter Infektion nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden.

Bedeutung für Züchter und Hundehalter

Brucellose ist in der Schweiz und vielen weiteren Ländern selten, gilt aber als zunehmend relevant – unter anderem weil Hunde aus dem Ausland importiert oder grenzüberschreitend zur Zucht eingesetzt werden.

  • Pflicht zur Vorsicht bei Auslandskontakten, insbesondere aus Süd- oder Osteuropa.
  • Zuchttiere sollten regelmässig auf Brucellose getestet werden.
  • Besonders problematisch ist die Krankheit in Zuchtanlagen, Tierheimen oder bei Massenzuchten.