Neuraltherapie
Neuraltherapie ist eine Injektionstherapie, bei der Tierärzte lokale Betäubungsmittel an bestimmte Körperstellen spritzen, um Störherde im Nervensystem zu behandeln.
Inhalt
Neuraltherapie ist eine Injektionstherapie, bei der Tierärzte lokale Betäubungsmittel an bestimmte Körperstellen spritzen, um Störherde im Nervensystem zu behandeln.
Wann wird Neuraltherapie beim Hund eingesetzt?
Tierärzte verwenden die Methode hauptsächlich bei chronischen Schmerzen, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen. Klassische Anwendungen sind Rückenprobleme nach Bandscheibenvorfällen, hartnäckige Lahmheiten ohne erkennbare Ursache oder Phantomschmerzen nach Amputationen.
Bei Narbengewebe nach Operationen kann die Therapie helfen, wenn der Hund dauerhaft an der Stelle leckt oder die Bewegung eingeschränkt bleibt. Manche Tierärzte setzen sie auch bei Ekzemen ein, die trotz Behandlung immer wiederkehren.
Wie läuft eine Neuraltherapie-Sitzung ab?
Der Tierarzt injiziert ein Lokalanästhetikum – meist Procain oder Lidocain – direkt in das betroffene Gewebe oder an Nervenpunkte. Die Injektion dauert wenige Sekunden, der Hund spürt einen kurzen Piks.
Manche Hunde zeigen sofort nach der Behandlung eine Besserung, andere benötigen mehrere Sitzungen im Abstand von einer Woche. Die Wirkung kann Stunden bis Monate anhalten – sehr individuell.
Was kostet Neuraltherapie beim Hund?
Eine Sitzung kostet zwischen 50 und 150 Euro, je nach Aufwand und Praxis. Die meisten Tierversicherungen übernehmen die Kosten nicht, da es sich um eine alternative Therapieform handelt.
Bei chronischen Problemen sind oft drei bis fünf Behandlungen nötig. Rechne mit Gesamtkosten von 150 bis 750 Euro.
Welche Risiken hat die Behandlung?
Ernsthafte Nebenwirkungen sind selten. An der Einstichstelle kann eine kleine Schwellung oder ein blauer Fleck entstehen. Bei unsachgemäßer Durchführung besteht Infektionsgefahr.
Hunde mit Herzrhythmusstörungen oder Epilepsie sollten nicht behandelt werden, da die Lokalanästhetika diese Erkrankungen verstärken können.
Für welche Hunde ist Neuraltherapie geeignet?
Die Methode eignet sich besonders für alte Hunde, die starke Schmerzmittel schlecht vertragen. Auch bei jungen Hunden mit ungeklärten Lahmheiten kann sie eine Option sein, bevor invasivere Untersuchungen wie eine Arthroskopie durchgeführt werden.
Wichtig: Der Tierarzt sollte vorher andere Ursachen ausgeschlossen haben. Neuraltherapie ersetzt keine kausale Behandlung, wenn eine konkrete Diagnose vorliegt.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …