Wiki · Gesundheit & Pflege

Schirmer-Tränentest

1 Min Lesezeit
Schirmer-Tränentest
Inhalt
  1. Anwendungsgebiete des Schirmer-Tränentests
  2. Testablauf

Der Schirmer-Tränentest (STT) misst die Tränenproduktion. Er kommt in der Tiermedizin vor allem bei Verdacht auf Störungen der Tränenproduktion zum Einsatz.

Anwendungsgebiete des Schirmer-Tränentests

Der Test wird zur Diagnose von Erkrankungen eingesetzt, die mit unzureichender Tränenproduktion oder Tränenfilmstörungen einhergehen:

  • Keratokonjunktivitis sicca (trockenes Auge) bei Hunden
  • Augenreizung oder Entzündung aufgrund unzureichender Befeuchtung der Augenoberfläche
  • Übermässiger Tränenfluss (Epiphora) bei Hunden

Testablauf

  • Der Hund wird in eine ruhige Umgebung gebracht (z.B. ein separates Untersuchungszimmer). Eine Assistenzperson hält den Hund während des Tests ruhig.
  • Der Augenbereich wird nicht gereinigt, um die natürlichen Tränen nicht zu beeinflussen.
  • Ein spezieller Papierstreifen (ca. 5 mm breit) wird vorsichtig in den Unterlid-Bindehautsack des Auges eingelegt.
  • Der Streifen bleibt 60 Sekunden im Auge und absorbiert die Tränenflüssigkeit.
  • Nach Ablauf der 60 Sekunden wird der Streifen entfernt und die befeuchtete Länge in Millimetern gemessen.
  • Die gemessene Tränenmenge wird mit Normwerten verglichen.

Besonderheiten bei Hunden

Der Test ist schmerzfrei, weshalb in der Regel keine Betäubung erforderlich ist. Bei besonders ängstlichen oder aggressiven Hunden kann eine Beruhigung notwendig sein.

Normwerte und Interpretation

  • Normwert bei Hunden: Eine Tränenproduktion von ≥ 15 mm in 60 Sekunden gilt als normal.
  • Werte unter 10 mm deuten auf eine reduzierte Tränenproduktion hin, z.B. auf eine Keratokonjunktivitis sicca (trockenes Auge).
  • Werte über 25 mm weisen auf eine Überproduktion der Tränenflüssigkeit hin, oft in Verbindung mit Epiphora (übermässiger Tränenfluss).