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Peritonitis

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Peritonitis
Definition

Peritonitis ist eine Entzündung des Bauchfells, der dünnen Gewebeschicht die Bauchhöhle und Organe auskleidet.

Inhalt
  1. Welche Ursachen führen zur Peritonitis?
  2. Woran erkenne ich eine Peritonitis beim Hund?
  3. Wie wird Peritonitis diagnostiziert?
  4. Wie sehen die Überlebenschancen aus?
  5. Kann ich einer Peritonitis vorbeugen?

Peritonitis ist eine Entzündung des Bauchfells, der dünnen Gewebeschicht die Bauchhöhle und Organe auskleidet. Bei Hunden führt diese Erkrankung innerhalb von 6-12 Stunden zum Tod, wenn sie unbehandelt bleibt.

Das Bauchfell reagiert extrem empfindlich auf Bakterien oder andere Reizstoffe. Sobald Darminhalte oder Magensäure in die normalerweise sterile Bauchhöhle gelangen, entsteht eine massive Entzündungsreaktion. Der Körper kann diese Kontamination nicht selbst bewältigen.

Welche Ursachen führen zur Peritonitis?

Darmperforationen sind der häufigste Auslöser – etwa 60% aller Fälle entstehen so. Ein verschluckter Knochen durchbohrt die Darmwand, Bakterien und Kot fließen in die Bauchhöhle. Binnen Stunden entwickelt sich die lebensbedrohliche Entzündung.

Magendrehungen führen in 15% der unbehandelten Fälle zur Peritonitis. Der verdrehte Magen stirbt ab, die Wand reißt. Besonders Doggen und andere große Rassen sind betroffen – meist nachts oder in den frühen Morgenstunden.

Operationskomplikationen verursachen etwa 10% der Fälle. Eine undichte Naht nach einer Bauch-OP kann Tage später noch zur Peritonitis führen. Deshalb überwachen wir Hunde nach solchen Eingriffen besonders genau.

Seltener entstehen Peritonitiden durch Leberabszesse, die aufplatzen, oder durch penetrierende Bauchverletzungen bei Verkehrsunfällen.

Woran erkenne ich eine Peritonitis beim Hund?

Der Bauch fühlt sich brethart an und der Hund schreit auf, wenn du ihn dort berührst. Das ist das verlässlichste Frühzeichen.

Betroffene Hunde nehmen eine typische Schonhaltung ein: gebeugt, mit eingezogenem Bauch. Sie wollen sich nicht hinlegen und stehen steif da. Jede Bewegung scheint Schmerzen zu bereiten.

Erbrechen tritt bei 80% der Hunde auf, oft gallig oder mit Blutbeimengungen. Anders als bei normalem Erbrechen hört es nicht auf – der Hund würgt auch bei leerem Magen weiter.

Die Körpertemperatur schwankt extrem. Zuerst steigt sie auf über 40°C, in fortgeschrittenen Stadien sinkt sie unter 37°C ab. Diese Unterkühlung ist ein Alarmzeichen für beginnenden Schock.

Schleimhäute werden blass bis weiß. Drückst du auf das Zahnfleisch, dauert es länger als zwei Sekunden bis die Farbe zurückkehrt.

Wie wird Peritonitis diagnostiziert?

Tierärzte führen zunächst eine Bauchpunktion durch. Mit einer feinen Nadel entnehmen sie Flüssigkeit aus der Bauchhöhle. Riecht diese nach Kot oder enthält sie Bakterien, ist die Diagnose gesichert.

Röntgenbilder zeigen freie Luft im Bauch – ein Zeichen für perforierte Organe. Auch Flüssigkeitsansammlungen werden sichtbar.

Blutuntersuchungen offenbaren dramatisch erhöhte Entzündungswerte. Die Zahl der weißen Blutkörperchen steigt auf das Drei- bis Fünffache des Normalwerts.

Wie sehen die Überlebenschancen aus?

Bei sofortiger Operation binnen 6 Stunden überleben 70-80% der Hunde. Nach 12 Stunden sinkt die Rate auf 40%. Nach 24 Stunden liegt sie bei unter 20%.

Junge, ansonsten gesunde Hunde haben bessere Chancen als alte oder bereits kranke Tiere. Auch die Ursache spielt eine Rolle: Peritonitiden nach Magendrehung haben eine schlechtere Prognose als solche nach Darmperforationen.

Die Operation dauert oft 2-4 Stunden. Der Chirurg muss die Bauchhöhle komplett spülen und alle kontaminierten Bereiche reinigen. Defekte Darmabschnitte werden entfernt und neu vernäht.

Kann ich einer Peritonitis vorbeugen?

Füttere keine gekochten Knochen – sie splittern leichter als rohe. Auch Stöckchen sind problematisch, wenn dein Hund sie zerkaut und verschluckt.

Bei großen Hunden kannst du das Magendrehungsrisiko durch mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen senken. Auch ruhige Pausen nach dem Fressen helfen.

Nach Bauchoperationen beobachte deinen Hund genau. Verschlechterung nach anfänglicher Besserung ist verdächtig.