Ohrinfektionen
Ohrinfektionen beim Hund sind entzündliche Erkrankungen des äußeren Gehörgangs (Otitis externa), die durch Bakterien, Hefepilze oder Parasiten ausgelöst werden und sich durch Kopfschütteln, Juckreiz und übel riechenden Ausfluss zeigen.
Inhalt
- Wie erkenne ich eine Ohrinfektion bei meinem Hund?
- Welche Hunderassen bekommen besonders oft Ohrinfektionen?
- Was kostet die Behandlung einer Ohrinfektion beim Tierarzt?
- Wie lange dauert die Heilung einer Ohrinfektion?
- Kann ich Ohrinfektionen selbst behandeln?
- Wann wird eine Ohrinfektion chronisch?
- Wie reinige ich die Ohren meines Hundes richtig?
Wie erkenne ich eine Ohrinfektion bei meinem Hund?
Du merkst es am Kopfschütteln – und am Geruch. Ein infiziertes Hundeohr riecht süßlich-faulig oder hefig. Der Hund kratzt sich deutlich mehr am Ohr, hält den Kopf schief und reagiert empfindlich auf Berührungen im Kopfbereich.
Schaue ins Ohr: Gesunde Ohren sind rosa und sauber. Bei einer Infektion siehst du Rötungen, Schwellungen oder Ausfluss – braun-schwarz bei Hefepilzen, gelblich-eitrig bei Bakterien, dunkelbraun-krümelig bei Milbenbefall.
Welche Hunderassen bekommen besonders oft Ohrinfektionen?
Hunde mit hängenden Ohren sind dreimal anfälliger für Ohrinfektionen als Stehohr-Rassen. Cocker Spaniel, Basset Hound und Beagle führen die Statistik an – ihre Ohren bilden einen warmen, feuchten Brutkasten für Bakterien und Pilze.
Auch Pudel und Bichons haben ein Problem: Die starke Behaarung im Gehörgang verhindert die Luftzirkulation. Bei diesen Rassen solltest du alle zwei Wochen die Ohren kontrollieren statt nur monatlich.
Was kostet die Behandlung einer Ohrinfektion beim Tierarzt?
Eine einfache Otitis externa kostet 60-120 Euro: Untersuchung (25-40 Euro), Ohrentropfen (15-35 Euro), eventuell Ohrreiniger (20-30 Euro). Bei hartnäckigen Fällen mit Laboruntersuchung und mehreren Terminen können 200-300 Euro zusammenkommen.
Eine Ohrspülung unter Narkose kostet zusätzlich 150-250 Euro. Operative Eingriffe bei chronischen Entzündungen liegen bei 800-1500 Euro.
Wie lange dauert die Heilung einer Ohrinfektion?
Einfache bakterielle Infektionen heilen mit konsequenter Behandlung in 7-14 Tagen ab. Der Juckreiz lässt meist schon nach 2-3 Tagen nach, der Geruch verschwindet nach einer Woche.
Hefepilzinfektionen brauchen länger: 2-4 Wochen Behandlung sind normal. Milbenbefall erfordert meist zwei Behandlungszyklen im Abstand von 3 Wochen, da die Eier der Parasiten nachschlüpfen.
Kann ich Ohrinfektionen selbst behandeln?
Nein – auch wenn der Ausfluss „nur nach Hefe riecht“. Eine falsche Selbstbehandlung verschlimmert die Infektion oft, weil die meisten Ohrprobleme mehrere Ursachen haben.
Was du machen kannst: Das äußere Ohr vorsichtig mit einem feuchten Tuch reinigen. Niemals Wattestäbchen ins Ohr – damit drückst du Schmutz tiefer hinein. Und keine Hausmittel wie Öl oder Essig ins Ohr geben.
Wann wird eine Ohrinfektion chronisch?
Nach drei Infektionen innerhalb von sechs Monaten sprechen Tierärzte von chronischer Otitis. Dann hat sich meist die Ohrmuschel dauerhaft verdickt – ein Teufelskreis, weil die schlechte Belüftung weitere Infektionen begünstigt.
Häufigste Ursache: Unbehandelte Allergien. Der Hund kratzt sich wegen juckender Haut auch am Ohr, kleine Verletzungen entzünden sich immer wieder. Ohne Allergiebehandlung kehrt die Ohrinfektion zurück.
Wie reinige ich die Ohren meines Hundes richtig?
Einmal wöchentlich reicht bei gesunden Ohren. Verwende einen speziellen Ohrreiniger aus der Tierhandlung, niemals Wasser oder Seife – das quillt das Ohrenschmalz auf und verstopft den Gehörgang.
So gehts: Reiniger ins Ohr träufeln, Ohrmuschel 10 Sekunden sanft massieren, dann den Hund schütteln lassen. Den gelösten Schmutz mit einem weichen Tuch vom äußeren Ohr abwischen – aber nicht ins Ohr hineinwischen.
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